Meller zum Limburger Bischof Fall Tebartz-van-Elst: „Vertrauen zerstört“

Von Marita Kammeier


Melle. Bei den Querelen über die Kosten des 31 Millionen Euro teuren Bischofssitzes in Limburg wurde viel Vertrauen von Gläubigen zerstört.

Das Thema empört zwar die meisten Menschen, wie unsere Umfrage ergab, doch längst nicht alle trauten sich, ein Statement abzugeben.

„Das ist eine Riesensauerei. In vielen Ländern haben sie nichts zu beißen, und der Limburger Bischof protzt mit seiner Residenz“, erregte sich eine Männerrunde auf dem Wochenmarkt, die jedoch anonym bleiben wollte. Die Rücksichtnahme auf Verwandte und Arbeitgeber hielt viele von offiziellen Äußerungen zurück.„Er ist über seine eigenen Schwächen gestolpert und ahnt vermutlich nicht, was er zerstört hat. Früher wäre das gar nicht aufgefallen. Durch die heutigen Netzwerke geht die Lawine jetzt erst richtig los.“ Helmut Stönner bedauerte den Vertrauensverlust für die Christen ebenso wie Niklas Lemberg .

Wegen des Machtmissbrauchs und der Verschwendung von Steuergeldern sollte er zurücktreten, forderten die meisten Befragten wie Christina Stor und Peter Tolzmann. „Wenn ich Geld aus der Kasse nehme, werde ich von meinem Chef gefeuert“, erklärte Thekla Medeweller.

„Den Kölner Dom gäbe es nicht mehr, wenn er nicht ständig restauriert würde“, erinnerte Hans-Joachim an seine Heimatstadt. Jutta Dettmann sieht Hoffnung in der Offenlegung und Transparenz der Vermögen von Bistümern in Deutschland.