Keine Schadstoffe in Brunnen Landkreis saniert Altablagerung „Stelling“ in Melle

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Besichtigen die Fortschritte auf der Baustelle Stelling: (v. l.) Kreisrat Winfried Wikens, Christoph Meyer (Umtec), Andreas Becker (Landkreis Osnabrück), Susanne Büscherhoff – von der Haar (Umtec). Foto: Landkreis OsnabrückBesichtigen die Fortschritte auf der Baustelle Stelling: (v. l.) Kreisrat Winfried Wikens, Christoph Meyer (Umtec), Andreas Becker (Landkreis Osnabrück), Susanne Büscherhoff – von der Haar (Umtec). Foto: Landkreis Osnabrück

Melle. Der Landkreis Osnabrück saniert seit Ende August die in Melle-Drantum gelegene Altablagerung „Stelling“. Mit Kunststoffdichtungsbahnen soll dauerhaft sichergestellt werden, dass Schadstoffe nicht ins Grundwasser gelangen.

Die frühere Mülldeponie auf der Kuppe des Stelling in Dratum-Ausbergen wird komplett mit einer Folie abgedichtet, damit kein Regenwasser mehr eindringen kann und mit diesem Wasser giftige Stoffe in das Grundwasser gelangen können. Die Arbeiten haben begonnen.

„Damit wird unter eine vier Jahrzehnte währende Geschichte jetzt ein Schlussstrich gezogen“, freute sich Kreisrat Winfried Wilkens am Montag während eines Ortstermins mit Fachleuten. Er erinnerte daran, dass bei einer Untersuchung der Altablagerung Ende 2009 hochgiftige Industrieschlämme und hohe Schwermetallkonzentrationen festgestellt worden waren. Glücklicherweise hätten sich die Gifte damals und bei mehrfachen Nachuntersuchungen auch bis heute nicht in den Hausbrunnen der nahe gelegenen Ortschaft Dratum-Ausbergen finden lassen. „Da war nichts drin, und das soll auch dauerhaft so bleiben“, erklärte Wilkens. Sichergestellt werde das durch die Abdeckung der gesamten Deponiefläche mit der dicken Folie.

Wilkens ging auch auf die Sorgen der Anlieger ein. Er glaube, dass es gelungen sei, den Betroffenen zu vermitteln, dass nichts unter den Tisch gekehrt und jetzt getan werde, was technisch notwendig sei. „Die Anlieger haben uns kritisch und gleichzeitig aufgeschlossen begleitet“, sagte der Kreisrat.

1,3 Mio. Euro kostet die Sanierung. Davon übernimmt das Land 690000 Euro aus dem Etat der allgemeinen Gefahrenabwehr. „Eine tolle Förderung“, befand Wilkens. Der Landkreis trägt den Rest.

Christoph Meyer vom Planungsbüro Umtec (Osnabrück) erläuterte das weitere Vorgehen. Die 2,5 Millimeter starke Kunststoff-Folie ist bereits auf der 1,35 Hektar großen Fläche aufgebracht. Sie wird mit einem halben Meter Sand, dann mit einem halben Meter Unterboden und anschließend mit 30 Zentimeter Mutterboden abgedeckt. Wasser wird an den Seiten abgeleitet und kanalisiert. Alles passiere so, dass die Altlast selbst nicht angetastet wird. Andreas Becker, der Altlasten-Experte des Landkreises, erklärte, dies sei auch mit ein Grund dafür gewesen, warum die Deponie nicht ausgekoffert wird. Dann würden die Schadstoffe nämlich erst richtig mobilisiert, und es sei zudem extrem schwierig, sie aus einem früheren Steinbruch vollständig herauszubekommen. Die zwei bereits vorhandenen Sickerwasserbrunnen bleiben nach Angaben der Fachleute als Kontrollschächte bestehen.

Bauleiter Achim Michel von der Baufirma Köster berichtete, die zur Abdeckung der Folie benötigten 12000 Tonnen Sand und 7000 Kubikmeter Unterboden würden aus Bramsche und Bulsten über die eigens angelegte 1,5 Kilometer lange Baustraße angefahren. So bliebe Dratum-Ausbergen von den Lkw-Fahrten verschont. Für die obere Abdeckung wird der vorherige Mutterboden wiederverwendet, der momentan noch neben der Baustelle abgelagert ist.

Der stv. Ortsbürgermeister Thomas Schulke lobte die Nutzung des Feldweges durch die Lkw ausdrücklich. „Auch die Informationspolitik des Landkreises ist bei der betroffenen Bevölkerung gut angekommen.“

Schon bis Ende November dieses Jahres sollen die Arbeiten übrigens abgeschlossen sein. Nach der Begrünung im Frühjahr können dann auch die Modellflieger dort wieder ihrem Hobby frönen.

Aktualisiert am 7. Oktober um 19:20 Uhr.


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