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Beide Standorte erhalten Bäcker Coors übernimmt Bosse in Melle

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Melle. Die Mitarbeiter in den Bäckerei-Filialen im Combi-Markt an der Oldendorfer Straße und im Netto-Markt in Gerden können aufatmen: Auch diese beiden Filialen des insolventen Bäckerei-Unternehmens Bosse aus Mettingen sind von der Bäckerei Coors aus Osnabrück übernommen worden. Der Betrieb läuft seit Montag unter neuer Leitung nahtlos weiter.

Neue Ware, neue Kennzeichnung, andere Preise: Für die Kolleginnen in den beiden Meller Filialen begann die Woche mit einer Umstellung, denn sie müssen sich auf die Produktpalette des neuen Arbeitgebers einstellen. Unterm Strich sind aber alle froh, dass sie im Team an alter Wirkungsstätte weiterarbeiten können. Von der Übernahme hatten sie erst in der Woche zuvor erfahren.

Rückblende: Die Geschäftsführung des unter dem Namen „Meisterbäckerei – 100 Jahre Backkultur“ geführten Unternehmen Bosse hatte Mitte August beim Amtsgericht Münster Insolvenzantrag gestellt. Seitdem wurde der Betrieb – einer der traditionsreichsten Bäckereibetriebe der Region – in Verantwortung des Insolvenzverwalters Stefan Meyer aus Münster nahezu ohne Einschränkung fortgeführt. Einzelne Filialen, vier an der Zahl, mussten jedoch aus betriebswirtschaftlichen Gründen während des Insolvenzverfahrens geschlossen werden: „Auch deutliche Personalüberkapazitäten mussten in den letzten Monaten sukzessive abgebaut werden“, heißt es einer Pressemitteilung des Münsteraner Fachanwalts für Insolvenzrecht.

Vor wenigen Tagen dann die gute Nachricht: Nach „sehr intensiven und anspruchsvollen Verhandlungen“ sei es dem Insolvenzverwalter gelungen, für mindestens 16 der insgesamt 24 Filialen eine Sanierungslösung zu finden. Ein bis zwei weitere Filialstandorte stünden derzeit noch auf dem Prüfstand. Die Übernahme durch die Coors-Gruppe aus Osnabrück ist mit Wirkung vom 18. Februar in Kraft getreten.

„Die Filialstandorte werden durch die Coors-Gruppe mit ausnahmslos allen an dem jeweiligen Standort tätigen Mitarbeitern übernommen“, führt Stefan Meyer in der Mitteilung aus. Mit der Sanierungslösung konnten mehr als die Hälfte der aktuell bestehenden Arbeitsplätze in der Region erhalten bleiben, konkret sind es zwischen 100 und 110 Arbeitsplätze.

Bei dem Unternehmen Bosse mit Hauptsitz in Mettingen handelt es sich um einen alt eingesessenen Betrieb, der auf eine 100-jährige Back-Tradition zurückblicken konnte. Das Unternehmen ist bis heute in der Region immer noch als „Bäckerei Bosse“ bekannt. Übrigens: Erst im vergangenen Jahr war noch die Umbenennung in „Meisterbäckerei – 100 Jahre Backkultur“ erfolgt.

Einen Wermutstropfen gibt es allerdings: Der Bosse-Produktionsstandort in Mettingen und die verbleibenden Filialen wurden Anfang der Woche geschlossen, berichtet der Insolvenzverwalter weiter: „Ich hätte mir zwar gewünscht, auch für den Produktionsstandort in Mettingen eine Fortführungslösung anbieten zu können. Eine solche ist heute aber leider nicht in Sicht“, äußert sich Meyer, nachdem für die Produktionsstätte und die Rest-Filialen „trotz intensiver Bemühungen“ kein Investor gefunden werden konnte, der bereit gewesen wäre, die dringend notwendigen und erheblichen Investitionen in die Produktionsanlagen zu tragen.

Die sehr traditionsbewusste und inhabergeführte mittelständische Bäckerei Coors aus Osnabrück wurde bereits im Jahr 1911 von Friedrich Coors gegründet und wird derzeit in der vierten Generation geführt. Die Coors-Gruppe betreibt derzeit 23 Filialen, die im Großraum Osnabrück beheimatet sind. Durch die Übernahme von Bosse vergrößert sich die Coors-Gruppe um rund 70 Prozent.

Nachdem sich der Gläubigerausschuss mit einem einstimmigen Votum für die Übernahme durch die Coors-Gruppe entschieden hatte, ist auch nach Ansicht des Insolvenzverwalters eine „Erfolg versprechende solide Fortführung der Filialen“ gegeben. So geht denn auch in den beiden Standorten in Melle der Betrieb ohne jede Unterbrechung mit bisherigem Personal weiter.


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