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Lärche als Geschenk Berufsakademie Holztechnik verabschiedet Absolventenjahrgang

<em>Die neuen Ingenieure</em> mit BA-Direktor Joachim Martin (links) und Trägervereinsvorsitzendem Gerd Holtkamp (rechts) sowie dem Sohnemann eines Absolventen. Foto: Thomas DeschnerDie neuen Ingenieure mit BA-Direktor Joachim Martin (links) und Trägervereinsvorsitzendem Gerd Holtkamp (rechts) sowie dem Sohnemann eines Absolventen. Foto: Thomas Deschner

Melle. 2 + 3 = 4 – die Schule, an der dies gelehrt wird, gilt als Perle im Berufsbildungswesen und hat am Freitag erneut einen Absolventenjahrgang verabschiedet. 14 erfolgreiche Abgänger hat die Berufsakademie Holztechnik (BA) in Melle als neunten Jahrgang in ihrem Bestehen ausgebildet.

Keineswegs eine Nachtigall, sondern eine Lärche erhielten die 13 Absolventen (einer erkrankt) nebst Urkunde mit auf den Weg. Die Europäische Lärche ist der Baum des Jahres, hatte BA-Direktor Joachim Martin erläutert, der durch die Veranstaltung im Forum führte.

Im elften Jahr des Bestehens nutzte Bürgermeister André Berghegger sein Grußwort, in aller Kürze die wesentlichen Eckdaten von den Vorbereitungen und der Trägervereins-Gründung im Jahr 2000 bis hin zur Meisterschaft im Bandschleiferrennen 2009 in Erinnerung zu rufen. „Ich wünsche dieser Einrichtung eine tolle Zukunft“, schloss der Verwaltungschef, der in seiner Rede auch kurz das Modell „2 +3 = 4“ erläutert hatte. Es bezieht sich auf eine kombinierte, verkürzte Ausbildung, in der nur vier statt fünf Jahre (zwei plus drei) zu absolvieren sind.

In einem solchen Moment könne man schon mal vergessen „dass das hier eine Wahnsinnsplackerei war“, wandte sich sodann Thomas Hollerung, Bildungsbeauftragter der REFA Nordwest, an die Absolventen. Die REFA ist eine Zusatzausbildung, die sieben der 14 Absolventen durchlaufen haben.

Hollerung wies darauf hin, dass im Berufsleben einiges an Wissen und Umgangsformen gefragt ist, das in keinem Lehrplan auftaucht. Wichtig sei zum Beispiel der interkulturelle Austausch, und der beinhalte „mehr, als nur Englisch zu sprechen“.

Die „urdeutsche Art“, sich auch beim Mittagessen oder nach Feierabend über firmenbezogene Themen zu unterhalten, sei etwa in Frankreich oder England völlig unüblich. Ebenso, wie immer sofort zum Kern einer Sache vorzustoßen. Das werde im Ausland oftmals nicht als besonders zeitbewusst und effizient, sondern eher als unpersönlicher Umgang miteinander empfunden. „Zusammenarbeit statt nur Mails schreiben“ – auf diese kurze Formel brachte Hollerung seine Botschaft.

„Ich hatte immer gedacht, nur Juristen könnten nicht rechnen, aber Holztechniker offenbar auch nicht“, griff auch der stellvertretende Landrat Frank Hünefeld die „2 + 3 = 4“-Rechnung auf. Er lobte die BA als „wesentlichen Standortfaktor über die Landkreisgrenzen hinaus“ und bescheinigte den Absolventen „hohe Leistungsbereitschaft und Belastbarkeit“. Damit seien sie als „Fachkräfte von hohem Wert“.

Bevor er gemeinsam mit Joachim Martin die Urkunden verteilte, richtete Gerd Holtkamp als Vorsitzender des Trägervereins seinerseits Worte an die neuen Ingenieure. „Die Welt steht Ihnen offen, wenn Sie nicht übermütig werden“, rief er den Abgängern zu. Damit das klappt, verwies Holtkamp auf die „sieben großen Tugenden“, darunter Bescheidenheit, Leistungsbereitschaft, gutes Benehmen und Achtung vor Untergebenen. „Seien Sie klug, und handeln Sie nach diesen Werten“, gab Holtkamp den jungen Männern und Frauen mit auf den Weg. Aber auch dies: „Es war uns ein Vergnügen, Sie ausbilden zu dürfen.“

Die Absolventen: Carsten Bombeck (Bombeck Bogentechnik, Wedemark); Philipp Deerberg (Domina Wohnmöbel, Melle); Lisa Erber (Westag & Getalit, Rheda-Wiedenbrück); Yannick Hörnschemeyer (Richter Furniertechnik, Melle); Christiana Meyer (H. Buck, Bremervörde); Felix Möller (FMD Möbel, Dissen); Stefan Mühlenbein (Meisterwerke Schulte, Rüthen); Martin Nowack (OBV Objektbau Bomers, Vreden); Marc Pape (Schmidt-Fenster, Visbek); Richard Schulze (TIG Tischlerei, Dürrröhrsdorf-Dittersbach); Katharina Sontag (Hinsche Gastro Bau, Hatten-Sandkrug); Christoph Wenzel (Michael Weber Holzbau, Großweitzschen); Patrick Wiegelmann (Meisterwerke Schulte, Rüthen)


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