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Das Verbrechen schläft nie Polizeikommissariat Melle stellt Kriminalitätsstatistik vor – Immer mehr Wohnungseinbrüche

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Da muss der Einbrecher passen: Benno Hehemann, Michael Perschke und Wilhelm Völler (von links) stellten nicht nur die Statistik des Jahres 2012, sondern auch dieses einbruchshemmende Fenster vor. Foto: Christoph FrankenDa muss der Einbrecher passen: Benno Hehemann, Michael Perschke und Wilhelm Völler (von links) stellten nicht nur die Statistik des Jahres 2012, sondern auch dieses einbruchshemmende Fenster vor. Foto: Christoph Franken

Melle. 66 Beamte und 14 Beamtinnen des Polizeikommissariats an der Plettenberger Straße in Melle haben tagtäglich mit allen Formen von Kriminalität in ihrem Zuständigkeitsbereich zu tun. Die Statistik für 2012 weist eine Steigerung der Kriminaldelikte von 3036 im Jahr 2011 auf 3136 auf. Diebstähle nahmen zu, Körperverletzungen gingen zurück.

Das Kommissariat Melle ist nicht nur für das Stadtgebiet Melle, sondern auch für Bissendorf und Belm zuständig. Das betonten Kommissariatsleiter Wilhelm Völler, der Leiter für Einsatz und Streifendienst Michael Perschke und der stv. Leiter des Kriminalermittlungsdienstes Benno Hehemann jetzt bei der Vorstellung der Zahlen von 2012.

„Die Fälle von Körperverletzung reichten von einer Ohrfeige bis zum Schlag mit einer Baseball-Keule“, erklärte Völler. Die Gesamtzahl ging auf 239 zurück, darunter waren 53 schwere Körperverletzungen. „Unsere Aufklärungsquote lag bei 90 Prozent“. Das habe auch viel damit zu tun, dass es meist Zeugen gebe. Ähnlich gute Aufklärungsergebnisse gibt es bei den Sexualstraftaten. 31 wurden gemeldet. „Das Spektrum geht von Exhibitionismus über Begrapschen bis zu sexueller Nötigung, eine Vergewaltigung war 2012 glücklicherweise nicht dabei“, stellte Völler fest.

Die Zahl der Raubstraftaten stieg von 21 auf 30. „Das ist leider eine ganz schöne Menge“, so Völler. Er erinnert an den Überfall auf das E-Center oder die Goldankaufstelle an der Plettenberger Straße. Aber auch Überfälle auf andere Geschäfte und Tankstellen gehörten dazu. Großen Anteil haben Handtaschendiebstähle oder das „Abziehen“ unter Jugendlichen.

Nötigung, Bedrohung, Stalking: „Alles, was im zwischenmenschlichen Bereich so vorkommt, aber da haben wir einen leichten Rückgang auf 116 Fälle“, erklärte Melles Polizeichef.

„Dagegen nimmt die Klauerei zu, das ist auch ein landesweites Phänomen.“ Die Zahl der Fälle stieg von 1160 auf 1259. Auch die Zahl der Tageswohnungseinbrüche stieg von 20 auf 37. „Wir sprechen da lieber von Dämmerungswohnungseinbrüchen“. Im Gegensatz dazu zählen Einbrüche während der Urlaubszeit oder über das Wochenende als reine Wohnungseinbrüche. Deren Zahl stieg von 81 auf 101. „Aber auch die Aufklärung stieg von 12 auf 32 Prozent“, freute sich die Runde.

Hochwertige Fahrräder verschwinden nach Angaben der Experten immer häufiger spurlos ins Ausland oder werden in Werkstätten ausgeschlachtet. „Meist sind es Räder mit Werten über 2000 Euro“, sagte Hehemann.

Die Zahl von Autodiebstählen sank dagegen auf 18 Fälle. Gefragt bei den Dieben waren die Fahrzeugtypen BMW X5, BMW-Touring und Toyota RAV. „Die gehen meist in Richtung Litauen“, wussten die Fachleute. Meller Polizeibeamte fahren bei diesen Straftaten den ersten Angriff, dann übernimmt eine zentrale Ermittlungsgruppe in Osnabrück.

Bei Sachbeschädigungen, Graffiti und Vandalismus verzeichnete das Kommissariat 383 Fälle, von denen rund die Hälfte aufgeklärt werden konnte.

Betrügereien nahmen von 587 Fällen im Jahr 2011 auf 618 Fälle zu. „Seit Jahren verzeichnen wir da einen linearen Anstieg bei der Internetkriminalität“, berichtete Perschke. Das Problem sei: Je mehr Teilnehmer, je mehr Opfer.

Kinderpornografie im Netz wird von einem speziellen Ermittlungsteam der Polizeiinspektion Osnabrück aus bekämpft. „Die Kollegen sind dabei zwingend auf die Vorratsdatenspeicherung angewiesen“, hoben die drei Beamten hervor. Kurze Löschungsfristen machten diese Arbeit schlichtweg unmöglich.


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