Sie finden ausreichend Nahrung Auf dem Horst gesichtet: Verbringen Störche den Winter im kalten Melle?

Im trüben Januarwetter hocken die zwei Störche auf ihrem Nest am Hof Tiemann in Ostenfelde.Im trüben Januarwetter hocken die zwei Störche auf ihrem Nest am Hof Tiemann in Ostenfelde.
Ilse Fuchs-Raschkowski

Neuenkirchen. Keine Fata Morgana: Am Dienstagmorgen entdeckte Ilse Fuchs-Raschkowski im trüben Januarnebel ein Storchenpaar auf dem Nest am Hof Tiemann in Ostenfelde. Sind die Tiere etwa schon wieder aus dem Winterquartier zurück?

Das Bild, dass Ilse Fuchs-Raschkowski bei ihrer Sichtung „im richtigen Schietwetter“ machte, ist ein wenig unscharf. Dass es sich aber definitiv um zwei Störche handelt, ist deutlich erkennbar. „Es scheint so, als wenn die beiden gar nicht weggeflogen sind. Ganz weißgereift haben sie im Nest gesessen, ich war sehr erstaunt“, erzählt die Neuenkirchenerin. Bereits am 4. Januar hatte unser Leser Hermann Heidenescher ein Storchenpaar an der Insingdorfer Straße ausgemacht.

Nicht alle Störche fliegen in die Wärme

Laut Naturschutzbund Deutschland (NABU) überwinterten in den vergangenen Jahren immer wieder Weißstörche in Deutschland, die auf die kräftezehrende Reise in ihr Winterquartier verzichteten. 

Auch Volker Tiemeyer, Vorstand der Stiftung für Ornithologie und Naturschutz (SON) aus Melle, bestätigt das. Tiemeyer betont, dass zwar der Großteil der Tiere den Winter in Afrika oder Spanien verbringe, es aber in den letzten zehn Jahren auch in Melle immer wieder vorgekommen sei, dass die Tiere während der kalten Jahreszeit vor Ort blieben. 

Nahrung finden die Störche laut Tiemeyer genug: „Sie können sich auch im Winter gut ernähren. Die Störche essen tierische Nahrung, bevorzugen Mäuse und auch mal einen Regenwurm. Sie sind nicht ausschließlich an Amphibien gebunden.“ 

Die Tiere, die den Winter in warmen Gebieten verbringen, treten ihre Rückreise nach Deutschland im Februar an. Anfang März sind sie dann zurück an ihrem Stammhorst und beginnen mit dem Ausbau des Nestes für den Nachwuchs. Die Brutzeit beginnt dann etwa Mitte März. 

In den vergangenen Jahren haben sich immer mehr Störche in Melle angesiedelt. Im Jahr 2020 wuchsen 15 Jungstörche heran – ein Rekord. Ob es auch in diesem Jahr so viel Nachwuchs geben wird, wird sich zeigen, wenn die ersten Storchenkinder im Sommer über den Nestrand blicken.  


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