Streit zwischen Meller Senioren und Reisebüro Falscher Name auf Flugticket: Wer hat Schuld und was tut man dagegen?

Fehler auf den Flugtickets können teuer werden. (Symbolfoto)Fehler auf den Flugtickets können teuer werden. (Symbolfoto)
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Melle. Ein Meller Ehepaar bekam ein Flugticket mit falschem Namen. Das Reisebüro weist die Schuld von sich. Was in dem Fall zu tun ist, erklärt die Verbraucherzentrale.

Den Winter verbringt ein Meller Ehepaar* gerne im Süden. Sie ist 79 Jahre alt und deutschsprachig, er ist 87, hat einen ausländischen Namen und spricht gebrochen Deutsch. Und da beginnt das Problem dieser Geschichte.

Die Flugtickets kauften die Eheleute in einem Reisebüro vor Ort: fast 2500 Euro pro Stück, Business Class. Sie wollen die lokalen Anbieter unterstützen. Beim Buchen mussten sie ihre Namen nach eigenen Angaben nur sagen. Sie habe selbst noch vorgeschlagen, dass ihr Mann den Reisepass vorlege oder seinen Namen buchstabiere, sagt die Frau. Das habe die Verkäuferin nicht für notwendig gehalten.

Falscher Name – neues Ticket?

Als das Paar in das Reisebüro zurückkehrte, um das Ticket abzuholen, fiel der Fehler auf: Der Name des Mannes war falsch geschrieben und der zweite Teil des Namens fehlte. Das könne Probleme beim Reisen geben, sagte die Verkäuferin laut der Frau.

Also kaufte das Paar ein neues Ticket. Nochmal 2500 Euro.

Korrekte Schreibweise: Wer ist verantwortlich?

"Zwei Mal Bezahlung für deren Fehler", empört sich die 79-Jährige. Und das, obwohl sie die Verkäuferin selbst auf das Namensproblem hingewiesen habe. "Äußerst, äußerst peinlich für das Reisebüro" findet sie das.

Ja, der Name des Mannes war falsch. Das gibt die Verkäuferin auf Nachfrage zu. Das Paar habe jedoch nicht gesagt, dass er einen komplizierten Nachnamen habe, den man buchstabieren müsse. Und es gebe auch keine Pflicht, Namen im Reisepass zu kontrollieren. "Wir gehen davon aus, dass Kunden uns ihren Namen korrekt nennen können."

Was für Probleme gibt es am Flughafen?

Namensänderungen seien nur sehr selten und nur bei manchen Fluggesellschaften möglich, erklärt die Verkäuferin. Wenn ein Ticket mit falschem Namen beim Check-In am Flughafen nicht akzeptiert wird, müsse vor Ort ein neues gekauft werden. Das sei oft noch teurer.

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Und sowieso: Sie habe dem Paar ja die Angebote vorab per Mail geschickt. Ein Screenshot zeigt: Schon dort war der Name falsch.

Darauf angesprochen, schauen die Senioren noch einmal in ihren E-Mails nach. Das sei ihnen nicht aufgefallen, geben sie zu.

Worauf es beim Kauf ankommt

Fälle wie der des Meller Ehepaars sind der Verbraucherzentrale Niedersachen gut bekannt, wie Tiana Schönbohm sagt. Sie ist Referentin für Verbraucherrecht.

Entscheidend ist ihr zufolge im Einzelfall immer, was zwischen Kunden und Reisebüro vertraglich vereinbart war in Bezug auf Verantwortlichkeiten. "Und wem letztlich auch ein Verschulden nachgewiesen werden kann, da hier dann eventuell auch die Frage nach einer Schadensersatzforderung im Raum steht", erklärt Schönbohm. 

Tipps gegen falsche Schreibweisen

Sie rät generell, sich nicht auf rein mündliche Absprachen zu verlassen. Stattdessen sollten man sich im Vorfeld absichern und Unterlagen sofort auf Richtigkeit prüfen.

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Bei Pauschalreisen sind Namensänderungen laut Schönbohm aufgrund besserer gesetzlicher Absicherung etwas leichter möglich als bei reinen Flugbuchungen. "Hier stellen Airlines Verbraucherinnen und Verbrauchern teils erhebliche Kosten in Rechnung."

Wer zahlt für den Fehler?

Und wie ging es für das Meller Ehepaar aus? Als das neue Ticket gebucht wurde, beauftragte die Verkäuferin den Consolidator, also den Ticket-Großhändler, einen Kulanzantrag an die Fluggesellschaft zu stellen. "Das klappte schnell, die Lufthansa war einsichtig." Der Ticketpreis von 2500 Euro wurde erstattet – gegen eine Gebühr von 80 Euro.

Das Ehepaar ist nicht vollends zufrieden. "80 Euro für ein Ticket, was im Grunde ja das alte ist, nur korrigiert?" Die Senioren stört aber vor allem, wie der Vorfall abgelaufen ist. "Wir wollen nicht für den Fehler des Reisebüros zahlen."

Die Verkäuferin kann das nicht nachvollziehen. "Ich hätte mir gewünscht, dass die beiden froh über diese Lösung sind."

*Die Namen aller Beteiligten sind der Redaktion bekannt.


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