Start der Langstreckenserie NLS verzögert sich Schnee verhindert Saisonauftakt am Nürburgring für Meller Rennfahrer Bergmeier

Von noz.de

Fahrer Tamino Bergmeier aus Melle wartet in seinem Rennwagen darauf, auf die Nürburgring-Strecke gelassen zu werden.Fahrer Tamino Bergmeier aus Melle wartet in seinem Rennwagen darauf, auf die Nürburgring-Strecke gelassen zu werden.
Koschitzki

Melle. Voller Vorfreude war Tamino Bergmeier zum Auftakt der Nürburgring-Langstreckenmeisterschaft gereist. Doch dann musste das erste Rennen an der Motorsport-Strecke in der Eifel wegen eines Wintereinbruchs abgesagt werden. So hat der Meller den verhinderten Serienstart erlebt und seine Lizenzprüfung absolviert.

Nach der Teilnahme an der Europa-Serie „KTM X‐Bow-Cup“ im Vorjahr geht Tamino Bergmeier seinen Weg weiter mit dem österreichischen Sportwagenhersteller KTM und wird als KTM-Junior in dieser Saison in den internationalen Langstrecken-Motorsport einsteigen. Für Ende März war der Auftakt der Nürburgring-Langstreckenmeisterschaft (NLS) geplant, doch heftiger Schneefall verhinderte Bergmeiers Premiere in der Langstreckenmeisterschaft auf der berühmten Nürburgring-Nordschleife.

Dabei versprach die Wettervorhersage für das Wochenende eigentlich sonnige und trockene Bedingungen mit eventuell kurzen Schauern am Renntag. Zum Start in das Wochenende absolvierte der KTM-Pilot zunächst den obligatorischen Lizenzlehrgang für die Nürburgring-Nordschleife, die längste Rennstrecke der Welt. Am Kurs teilnehmen kann nur, wer 18 Jahre alt ist, einen Führerschein der Klasse B und die internationale Rennlizenz C hat. In der Theorie wurden besonders Verhaltensregeln für die Rennfahrer behandelt.

Bergmeier erhält Lizenz für Nürburgring-Nordschleife

Der praktische Teil folgte auf der Strecke – noch bei strahlendem Sonnenschein und besten Bedingungen. Einen Vormittag lang wurde das Erlernte im Rennauto umgesetzt. Die Anweisungen erfolgten über Funk. Die Instruktoren fuhren vor oder hinter den Teilnehmern, um die Ausführung der Aufgaben zu kontrollieren. Jedes Auto wurde mit einem Transponder ausgestattet, um Rundenzeit und -zahl zu dokumentieren.

Um den Lehrgang zu bestehen, musste dann jeder Teilnehmer ohne Instruktor mindestens acht Runden auf dem 23 Kilometer langen Kurs fehlerfrei fahren. Keine leichte Aufgabe, denn das offizielle Training für das erste Rennen der NLS war bereits im vollen Gange. „Der Blick in die Spiegel war daher ein Muss, wenn die PS-starken GT3-Fahrzeuge an uns vorbeifuhren“, wird der Meller in einer Pressemitteilung zitiert. Er bestand die Prüfung, erhielt das Zertifikat und konnte sich danach aufs Training mit seinem KTM GT4 Evo konzentrieren.

Koschitzki
Bilden ein Team bei der Nürburgring-Langstreckenserie: der Meller Tamino Bergmeier, Felix von der Laden und Tim Sandtler (von links).

Zusammen mit seinen neuen Teamkollegen, Felix von der Laden und dem früheren Formel-3-Piloten Tim Sandtler, wollte Bergmeier die Performance des vom Team Teichmann Racing eingesetzten GT4 fürs Rennen optimieren. Zum eineinhalbstündigen Qualifying wurden die Bedingungen bereits schwieriger: Die Strecke war nass, die Temperaturen lagen nur knapp über dem Gefrierpunkt. Der Meller Schüler hatte sich im Cockpit seines Rennboliden gerade für die Zeitenjagd präpariert, als der Schneefall einsetzte. Kurz danach wurde der Abbruch des Zeittrainings durchgesagt. Bergmeier wurde zurück in die Box geschoben. Die Verhältnisse änderten sich nicht mehr, so dass die Veranstaltung komplett abgebrochen wurde.

Neuer Serienstart am 17. April

Die Serie umfasst insgesamt neun Rennen mit einer Länge von vier bis sechs Stunden auf der legendären Rennstrecke in der Eifel. Der Meller Rennfahrer hofft nun auf das nächste Rennen am 17. April, um endlich wieder fahren zu können. „Die Winterpause war lang. Und durch die Pandemie gab es so gut wie keine Möglichkeiten, sich in wärmeren Gefilden auf die Saison vorzubereiten“, erläutert der Meller IGS-Schüler.

Der Rennfahrer fügt an: „Doch wir haben die Zeit genutzt, um unser Netzwerk zu vergrößern. Ich bin sehr froh, dass wir mit dem Meller IT-Unternehmen Moto Consulting einen weiteren Partner für unseren Business-Pool gewinnen konnten.“ Geplant ist, einen Pool von heimischen Unternehmen um den 18-Jährigen aufzubauen, der ihn bei seiner weiteren Entwicklung unterstützt.


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