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Historischer Bildervergleich: Heute die Gesmolder Straße Im Lauf der Zeit

Von Michael Woll

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Melle. In der vorigen Woche ist es an dieser Stelle um den Bau der Westumgehung gegangen, an der damals auch der erste Verkehrskreisel auf dem Meller Stadtgebiet gebaut wurde. Wenn wir diesen Kreisel im Geiste durchfahren, kommen wir in die Gesmolder Straße, die wir heute beim Bildvergleich betrachten.

Auf beiden Fotos finden wir uns gleich zurecht: Wie an den Giebeln gut zu erkennen ist, stehen auf beiden Seiten noch einige Häuser von damals. Die Straße selbst wurde inzwischen natürlich modernisiert: Das Kopfsteinpflaster wäre für die vielen Autos, die hier inzwischen täglich fahren, ein weniger angenehmer Straßenbelag.

Dass sich in dem gelben Haus, auf das sie zufahren, die Polizei befindet, sorgt vielleicht für disziplinierteres Fahren. Ursprünglich war das Gebäude als Amtshaus errichtet worden. Das war im Jahr 1836; damals gehörte Melle noch als Amt Grönenberg zum Königreich Hannover, das 1814/15 auf dem Wiener Kongress gegründet worden war.

Wie in Wilhelm Knigges „Meller Geschichte“ nachzulesen ist, tagten in dem heutigen Polizeigebäude die Amtsversammlungen und später die Kreistage. Nachdem Hannover im Krieg von 1866 an Preußen gefallen war, wurde 1867 eine Verwaltungsreform beschlossen, in deren Folge ein Kreis Melle gegründet wurde.

Ebenfalls im Jahr 1867 erschien erstmals das „Meller Kreisblatt“. Der damalige Kreis Melle umfasste allerdings noch ein größeres Gebiet, zu dem auch das Amt Iburg gehörte. Erst 1885 wurde durch eine weitere Reform der Landkreis Melle gegründet, dessen Fläche der heutigen Stadt Melle entsprach. Von nun an trug der Kreishauptmann auch den preußischen Titel „Landrat“, wie Wilhelm Knigge weiter berichtet.

Als der Landkreis Melle 1972 aufgelöst und Teil des neuen Landkreises Osnabrück wurde, zog zwei Jahre später auch das Amtsgericht aus dem Haus am Ende der Gesmolder Straße aus. Die Polizei befindet sich seit 1985 in dem Gebäude, dessen Fassade sich in nun 175 Jahren kaum verändert hat.

Anhand der beiden Fotos lässt sich das zugegebenermaßen nur mühevoll nachvollziehen, denn die Bäume verdecken auf der historischen Aufnahme den Blick auf das damalige Amtsgericht. Bei den anderen Gebäuden gibt es aber viele Gemeinsamkeiten zu entdecken – und viele Unterschiede im Detail, wie beispielsweise den Balkon links im Vordergrund.


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