Keyboard an Autobatterie angeschlossen Coronakreativität in der Martinigemeinde Melle-Buer

Von Sigrid Sprengelmeyer

Ein Keyboard angeschlossen an einer Autobatterie. So ermöglicht Matthias Breitenkamp den Trauergästen eine würdige Feier mit Livemusik.  Foto: MartinimusikEin Keyboard angeschlossen an einer Autobatterie. So ermöglicht Matthias Breitenkamp den Trauergästen eine würdige Feier mit Livemusik. Foto: Martinimusik
Martinimusik

Buer. Die Corona-Pandemie verändert zurzeit das Leben vieler Menschen. Aufgrund der Verordnung der Landeskirchen dürfen Trauerfeiern nicht mehr in Kirchen, Kapellen oder Trauerhallen stattfinden. Damit soll eine Ausbreitung des Virus verhindert werden. Für den Kirchenmusiker der ev.-luth. Martinigemeinde Buer, Matthias Breitenkamp, eine Herausforderung.

 „Wie können wir es schaffen, den Trauergäste einen würdigen Gottesdienst mit Musik im Freien zu ermöglichen, ohne dass einfach nur eine CD in einem batteriebetriebenen Gerät abgespielt wird“, fragt er. Weder der neue noch der alte Friedhof verfügen über Stromanschlüsse und somit war Kreativität gefragt. 

Ideen entwickelt

Gemeinsam mit Elektriker Ulrich Langenheder aus Buer wurden Ideen entwickelt. „Wir haben ein Keyboard so umgebaut, dass wir es mit einem großen Akku laufen lassen konnten. Jedoch wurden wir schnell desillusioniert. Nach dem zweiten Choral ist der Akku auf der Strecke geblieben“, berichtet Breitenkamp. 

Dann gelang der Durchbruch. Ulrich Langenheder durchbohrte das Keyboard, schraubte es auf um ein Kabel an der Platine zu installieren. Dann schlossen sie den Plus- und Minus-Pol an eine Autobatterie an. „Jetzt war genug Power für die Stromversorgung da“, so der Musiker. Am letzten Freitag kam das Keyboard erstmalig zum Einsatz. „Wir müssen also nicht auf Livemusik verzichten. Und auch der Gemeindegesang wird ermöglicht“, erklärt Breitenkamp.

In Zeiten von Corona wird zwar eine verkürzte Liturgie gehalten, aber die Livemusik und die Nähe zur Martinikirche, die die Trauerfeier mit ihrem Glockenläuten untermalt, lassen einen würdigen Gottesdienst entstehen. Bei Installierung der Anlage ist der Himmel zwar blau, aber für die regnerischen Tage hat Matthias Breitenkamp einen Plan B. Ein Pavillon soll dann Keyboard und Batterie vor Feuchtigkeit schützen. Und wer weiß, vielleicht ist dieses autobatteriebetriebene Keyboard ja auch interessant für die Nachbargemeinden. 


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