Stiftung Lauter förder SON-Kinderprojekt 1000 Nistlöcher für Bienen in Melle gebohrt

Freuen sich auf viele naturnahe Kinderprojekte in den kommenden drei Jahren, wie hier in Neuenkirchen: Der stellv. Landrat Mirco Bredenförder, Vorstandsmitglied der SON Volker Tiemeyer, die Vorsitzende der Stiftung Lauter Jutta Olbricht (Mitte, von links) und die vielen fleißigen und freiwilligen Helfer. Foto: SONFreuen sich auf viele naturnahe Kinderprojekte in den kommenden drei Jahren, wie hier in Neuenkirchen: Der stellv. Landrat Mirco Bredenförder, Vorstandsmitglied der SON Volker Tiemeyer, die Vorsitzende der Stiftung Lauter Jutta Olbricht (Mitte, von links) und die vielen fleißigen und freiwilligen Helfer. Foto: SON

Neuenkirchen. Es waren viele kleine und große Hände, die sich in Neuenkirchen emsig für den Artenschutz geregt haben. Zehn Kinder und Jugendliche im Alter zwischen 6 und 16 Jahren packten tatkräftig zu, bohrten und sägten fleißig, schleppten Steine und pflanzten.

Bei der Aktion wurde eine ca. 65 Quadratmeter große Flächen im urbanen Raum naturnah gestaltet. Auf der Fläche wurden Totholzstämmen als Insektennisthilfen aufgestellt, in die die Kindern und Jugendlichen vorher begeistert mit Akkuschraubern Löcher als Niststätten für Wildbienen gebohrt haben. Zudem wurde ein Bruchsteinhaufen angelegt und Wildstauden gepflanzt. 

Mit dem Projekt „Artenschutz gehört in Kinderhände“ der Meller Stiftung für Ornithologie und Naturschutz (SON) sollen Kinder und Jugendliche dazu angeregt werden, selbst im eigenen Garten oder Wohnumfeld mit verhältnismäßig geringem Aufwand und kleinem handwerklichem Geschick für den Artenschutz und unsere Lebensvielfalt aktiv zu werden. „So können die Kinder und Jugendlichen schon früh ein Bewusstsein für natürliche Zusammenhänge in der Natur entwickeln“, erläuterte Volker Tiemeyer von der SON das Projekt.

Zuhause für Tiere

„Diese Steine sind echt schwer, aber es ist ja für Biene Maja und ihre Verwandten“ stöhnten Lennart, Benneth und Finja, die fleißig die Steine für einen Bruchsteinhaufen schleppten, der für wärmeliebende Insekten und andere Tiere ein Zuhause wird.

So konnten sich Jutta Olbricht und Mirco Bredenförder vom Vorstand der Stiftung Lauter des Landkreises, die das Projekt „Artenschutz gehört in Kinderhände“ über drei Jahre mit insgesamt 5000 Euro unterstützt, vor Ort davon überzeugen, mit wie viel Begeisterung die Kinder für den Artenschutz aktiv waren.

Außerdem halfen die Kinder dabei Königskerzen, wilde Malve, Borretsch und die wilde Ursprungsform der Osterglocke zu pflanzen, „damit die Bienen im nächsten Frühjahr etwas zum Essen finden und es auch hübsch aussieht“, erläuterte Nils den Vertretern der Stiftung Lauter seine Arbeit. „Das ist bewundernswert und verdient unsere Wertschätzung, auch mit dem höchstmöglichen Förderbetrag der Stiftung Lauter für Einzelprojekte!“, freute sich der stellvertretende Landrat Mirco Bredenförder über das Engagement der Jugendlichen.

Sträucher gepflanzt

„Mit der bundesweit weiterhin stark zunehmenden Versiegelung oder Verschotterung von Vorgärten ist es dringend erforderlich, etwas für den Artenschutz auch im Siedlungsraum zu tun“, waren sich die Vertreter der Stiftung Lauter und der SON einig. So wird es in dem geförderten Projekt noch viele weitere Aktionen geben, um die Bevölkerung zum Mitmachen zu ermuntern.

„Denn jeder kann mit kleinen Dingen etwas für unsere heimischen Tier- und Pflanzenwelt tun. Dabei spielt die Gartengröße überhaupt keine Rolle. Auch auf dem Balkon kann ein kleines Zuhause für unsere zwei und sechs beinigen Wildtiere geschaffen werden“, erläuterte die Naturpädagogin Claudia Große-Johannböcke das Projekt, das über drei Jahre durch eine Vielzahl von kleinen Artenschutzmaßnahmen mit Kindergruppen Akzente in Meller Siedlungen setzen möchte. 

Ganz besonders wichtig ist es, heimische Wildstauden und Sträucher in ihrer Ursprungsform zu pflanzen, denn die sind nicht nur in der freien intensiv genutzten Landschaft, sondern auch in unseren Gärten zur Mangelware geworden und fehlen so als überaus wichtige Nahrungsgrundlage für unsere heimische Tierwelt. Über heimische Wildstauden, die oft wesentlich mehr Nahrung bieten als die Zuchtformen von ihnen, kann man sich beim Verein Naturgarten informieren. Dort gibt es auch Informationen zu Bezugsquellen.


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