Gemeinsam liest es sich besser VHS-Literatur-Gesprächskreis in der Stadtbibliothek Melle

Lebendige Auseinandersetzung mit Literatur: Ulrike Koop, Birgit Pietsch und Sylke Witte freuen sich über den neuen aktiven Literatur-Gesprächskreis, der sich wieder in der Stadtbibliothek trifft. Foto: Norbert WiegandLebendige Auseinandersetzung mit Literatur: Ulrike Koop, Birgit Pietsch und Sylke Witte freuen sich über den neuen aktiven Literatur-Gesprächskreis, der sich wieder in der Stadtbibliothek trifft. Foto: Norbert Wiegand

Melle. Nach drei Jahren Pause fand ein literarischer Gesprächskreis statt - von der VHS Melle und der Stadtbibliothek.

Nach drei Jahren Pause fand erstmals wieder ein literarischer Gesprächskreis statt, der von der VHS-Außenstelle Melle in Kooperation mit der Stadtbibliothek angeboten wurde. Im nächsten Semester soll es eine Neuauflage geben.

„Während unserer fünf Treffen sind wir nicht nur richtig tief in das Werk, sondern auch in das Leben der Annette von Droste Hülshoff eingestiegen“, berichtet Teilnehmerin Heidrun Peithmann am Ende des letzten Gesprächsabends. „Die Abende wurden immer spannender, je mehr wir uns eingelesen haben“, ergänzt Gisela Thiel.

Anhand des biografischen Romans „Fräulein Nettes kurzer Sommer“ von Karen Duve befassten sich die sieben Teilnehmerinnen unter Anleitung von Kursleiterin Birgit Pietsch mit einer längeren Episode aus dem Leben der Dichterin, die aus dem nahe gelegenen Münsterland stammt. Für zusätzliches geschichtliches und gesellschaftliches Hintergrundwissen sorgte Sekundärliteratur der Historikerin Barbara Beuys.

„Wenn man alleine liest, ohne mit anderen darüber zu reden, entgeht einem Vieles“, geht Kerstin Gröne auf ihren Antrieb ein, an diesem Kurs teilzunehmen. Denn: „Gespräche bringen einem ein gelesenes Buch noch wesentlich näher“. „Auch wenn man schon in der Schule „Die Judenbuche“, „Der Knabe im Moor“ oder andere Gedichte der Droste-Hülshoff gelesen hat, so weiß man doch wenig über sie, obwohl sie ganz in unserer Nähe gelebt hat“, meint Teilnehmerin Ute Feld. Der Gesprächskreis gäbe auch Impulse und Hilfen, Inhalte des Buches von Karen Duve passend einzuordnen.

Dabei konnten die Teilnehmerinnen sich auch durchaus kritisch mit dem gelesenen Werk auseinandersetzen. So spricht Gisela Thiel von „schwer zu lesenden Passagen“ und „unnötigen Längen“. „Der Kurs mit Euch hat mir einen Riesenspaß gemacht“, zeigt Birgit Pietsch ihre Freude über die hoch engagierten Gesprächspartnerinnen. „Jede von Euch hat ihre eigenen Puzzle-Teile zu unseren Interpretationen und Bewertungen beigetragen“, fügt die Kursleiterin hinzu.

„Im nächsten Semester bieten wir ab dem 12. Februar wieder einen „Literarischen Gesprächskreis“ in Zusammenarbeit mit der Stadtbibliothek an“, kündigt VHS-Außenstellenleiterin Sylke Witte an. Dann stellt Birgit Pietsch das Buch „Herkunft“ von Sasa Stanisic in den Mittelpunkt, das mit dem Deutschen Buchpreis 2019 ausgezeichnet wurde. Fünf Teilnehmerinnen des gerade beendeten Kurses wollen wieder mitmachen und hoffen auf weitere Interessenten, zu denen auch Männer gehören können.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN