500 Menschen schlichtweg begeistert Ratam ratam ratadadadam: Rudelsingen in Melle-Buer

Von Conny Rutsch

Zwei Stunden im Stehen sangen die begeisterten Rudelfans in der ausverkauften Martinikirche. Foto: Conny RutschZwei Stunden im Stehen sangen die begeisterten Rudelfans in der ausverkauften Martinikirche. Foto: Conny Rutsch
Conny Rutsch

Buer. Perfekte Premiere: am Donnerstagabend fanden sich mehr als 500 Menschen in der Martinikirche Buer ein, um zu singen. Zum ersten Mal gastierte hier David Rauterberg mit seinem Keyboarder Matthias Schneider in Kooperation mit der Martinimusik und präsentierte sein Rudelsingen.

"Nein, singen kann ich gar nicht“, hieß es von vielen Besuchern beim Einlass, mit dem Zusatz: „Aber ich singe so gerne.“ Na, dann mal los. Nach kurzer Vorrede riss David Rauterberg zum Singen animierend die Arme hoch, der Keyboarder spielte die ersten Töne von Udo Jürgens' „Ich war noch niemals in New York“ und die  Dämme brachen übergangslos. Von drei großen Leinwänden konnten die erwartungsschwangeren Sangesfans die Songtexte hervorragend ablesen, die Livemusik war angenehm und doch laut genug zum Mitsingen.  

Weil es sich ja im Stehen so viel besser singt, forderte Rauterberg seine Fans gleich zu Beginn zum Aufstehen auf. Mehr als zwei Stunden also stimmten Hunderte Menschen begeistert in die Songs des Best-of-Programms ein, dass der Rudelführer angekündigt hatte. Und das war es auch: „Country roads“, „Lemon tree“, „80 Millionen“ von Max Giesinger hätten die Singer wahrscheinlich sowieso von den Sitzen gerissen, ganz zu schweigen von den Titelmelodien verschiedener Kinderserien wie Biene Maja, Wickie oder Heidi. Nach einer kurzen ersten Pause ging's übergangslos im Stehen weiter: „Über den Wolken“, „Mrs Robinson“, „Im Wagen vor mir“ – letzteres von Männern und Frauen getrennt intoniert – und immer mit dem berühmten "Ratam ratam ratadadadam" endend.

Rauterberg ließ in den drei Sets á acht Songs nahezu nichts aus: Auf „It´s my life“ von Bon Jovi folgte der „Sternenhimmel“ von Hubert Kah; ja, genau, das war die Neue Deutsche Welle. „Der kleine grüne Kaktus“ fehlte ebenso wenig wie „The lion sleeps tonight“ und „Dancing Queen“. Faszinierenderweise gelang es Rauterberg, mit seinen gymnastisch-rhythmischen großen Bewegungen, den wilden Gesang nie in Gegröle ausarten zu lassen, sondern in einem zivilisierten und fröhlichen Zaum zu halten.

Foto: Conny Rutsch

Zum Schluss und als Zugabe zog der Keyboarder alle Register auf der Kirchenorgel mit „Amazing grace“ und entließ die Rudelfans mit einem Lächeln und Melodien auf den Lippen ins Wochenende. Wie gesagt, eine perfekte Premiere in Buer, und ein Phänomen eben auch: Was treibt Menschen an, gegen Eintritt mehr als zwei Stunden im Stehen zu singen? „Es ist ein fantastisches Gemeinschaftserlebnis“, hieß es am Ende. 

Und damit die Rudelsinger dieses bald wieder genießen dürfen, rissen sie Martinimusik-Organisator Matthias Breitenkamp gleich bündelweise die Karten für das nächste Rudelsingen in Buer am 23. April 2020 aus den Händen.


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