Lehrer aus ganz Niedersachsen zu Gast BBS Melle als Vorreiter bei Elektromobilität

Von Marita Kammeier

In der Lehrwerkstatt: Lehrer aus ganz Niedersachsen nahmen an der zweitägigen BBS-Tagung "Elektrische Hybridfahrzeuge" teil. Foto: Marita KammeierIn der Lehrwerkstatt: Lehrer aus ganz Niedersachsen nahmen an der zweitägigen BBS-Tagung "Elektrische Hybridfahrzeuge" teil. Foto: Marita Kammeier

Melle. Die Elektromobilität geht zügig voran. Das betrifft auch die Kfz-Mechatroniker in den Werkstätten, die für die Zukunft gut vorbereitet sein müssen. Berufsschullehrer aus ganz Niedersachsen haben sich jetzt in den BBS (Berufsbildenden Schulen) über digitalen Unterricht und Hochvolttechnik informiert.

Die zweitägige Lehrerfortbildung im neuen BBS-Kompetenzzentrum zum Thema "Elektrische Hybridfahrzeuge" fand bereits im Vorfeld großes Interesse. Teilnehmer reisten aus Göttingen, Cloppenburg, Ostfriesland und weiteren Orten an. Von der Insel Borkum kam Christian Land, der dort die E-Mobilität mit eingeführt hat und an der kleinsten Berufsschule in Deutschland unterrichtet. "Von der Dampflok ins digitale Zeitalter. Bei uns bilden sieben Lehrer in 16 Berufen aus." Land, der fünf Azubis zum Kfz-Mechatroniker ausbildet, erzählte: "Manchmal sitzt nur ein Schüler in der Klasse, weil die anderen zum Feuerwehr-Einsatz gerufen werden."

Unterrichtet auf Borkum: Christian Land bildet fünf Azubis zum Kfz-Mechatroniker aus. Foto: Marita Kammeier

Thomas Schumann, Teamleiter Fahrzeugtechnik, und Björn Schäfer, Leiter der Kfz-Lehrwerkstatt, riefen zum wechselseitigen Unterricht mit Theorie- und Praxisblöcken auf. "Steigen Sie in Ihr Fahrzeug ein und beginnen die Fahrt." Das Thema lautete: Energieflüsse in verschiedenen Hybridfahrzeugen bei unterschiedlichen Geschwindigkeiten. Die Teilnehmer erhielten an PC-Arbeitsplätzen Einblicke in die Lernsoftware.

Elektromobilität: Neue Inhalte für den Schulalltag zur Ausbildung des Kfz-Mechatronikers vermittelte BBS-Teamleiter Thomas Schumann. Foto: Marita Kammeier

Es folgten Workshops in der Kfz-Lernwerkstatt. Dort stand ein Toyota Prius Plug-in Hybrid, der für Ausbildungszwecke komplett umgebaut wurde. Die Teilnehmer testeten verschiedene Betriebsmodi und erarbeiteten die Funktion eines Synchronmotors. Außerdem erstellte die Gruppe Nomogramme zur Transaxle-Einheit des Prius.

Spannend war auch die Fehlersuche im Hochvoltsystem. Hier wurden Signale aus dem Motor mit der Diagnosesoftware aufgenommen, Messungen durchgeführt und anschließend am PC ausgelesen. "Die Themen Digitalisierung und Elektromobilität haben große Bedeutung für die Zukunft der Branche", betonte Thomas Schumann.

Das Berufsprofil des Kfz-Mechatronikers hat mit der System- und Hochvolttechnik für Elektro- und Hybridfahrzeuge neue Schwerpunkte erhalten, die das BBS-Team in den Schulalltag integrierte. "Wir sind weiter als die meisten Betriebe", berichtete der Teamleiter.

Digitaler Unterricht: Signale aus dem Motor werden direkt aufgezeichnet und von den Teilnehmern am PC bearbeitet. Foto: Marita Kammeier

"Die zwei Tage Fortbildung sind gut investierte Zeit", meinte auch Manfred Briesemeister, Landesfachberater für Fahrzeugtechnik, über die vom Niedersächsischen Landesinstitut für Qualitätsentwicklung organisierte Schulung. Die Arbeit an diesen Fahrzeugen sei neu für Schulen und Werkstätten.       

Mit interaktiven Bildern, Erläuterungen und Animationen arbeiteten die Teilnehmer am virtuellen Fahrzeug, überprüften die Handlung mit der Handykamera und wechselten wieder zum Hybridfahrzeug in der Werkstatt. Spannender kann Unterricht nicht sein, so lautete das Fazit am Ende der Tagung, die auf Wunsch der Teilnehmer zeitlich deutlich überzogen wurde.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN