Junge Fotografen halten Verbindendes und Besonderes fest Schätze der Religionen in Melle zu sehen

„Religionen verbinden“ derzeit in der Sparkasse Buer. Das Banner aus dem Fotoprojekt soll künftig auf Wanderschaft gehen. Foto: Petra Ropers„Religionen verbinden“ derzeit in der Sparkasse Buer. Das Banner aus dem Fotoprojekt soll künftig auf Wanderschaft gehen. Foto: Petra Ropers

Buer. „Religionen verbinden!“ Der Titel des Projektes ist Aussage ebenso wie Aufforderung. Beide Bedeutungsebenen veranschaulicht das Banner, das als einteilige Wanderausstellung derzeit in der Sparkasse Buer zu sehen ist.

Verbindendes im religiösen Leben vor Ort entdecken, miteinander erleben und für andere sichtbar machen: Mit dieser Intention griffen elf Jugendliche und junge Erwachsene aus Buer zum Fotoapparat. In den beiden Moscheen, den beiden Kirchen, auf dem jüdischen Friedhof sowie bei den Stolpersteinen am früheren Platz der Synagoge hielten sie die Vielfalt des religiösen Lebens fest. Fachkundige Unterstützung bot dabei Fotografin Anja Sünderhuse.

Unter ihrer Anleitung entstanden bei einem Vorbereitungstreffen und zwei Fototerminen Aufnahmen, die nicht das Äußere zeigen, sondern hinter die Türen der Gotteshäuser schauen. Der Kreuzweg der St.-Marienkirche, der Schlüssel der Martinikirche, Gebetsketten und Koran der Rahman-Moschee und der Fatih-Moschee, die Grabsteine auf dem jüdischen Friedhof und viele weitere Motive hielten sie in teils ungewöhnlichen Perspektiven fest.

Entstanden sind daraus zwei Bausteine, die fortan dazu einladen, die Schätze der drei monotheistischen Religionen in Buer zu entdecken: Mit Hilfe der Bueraner Layouterin Claudia Preuß gestalteten die Jugendlichen ein Banner, das anregend das Verbindende des Glaubens veranschaulicht. Und das lässt sich künftig auch spielerisch entdecken. Denn als zweiter Baustein entstand aus den Fotografien ein Memo-Spiel, das aktuell noch im Druck ist.

Ermöglicht wurde das Projekt durch die Stiftung Lauter des Landkreises Osnabrück. Ein Finanzierungsrest soll über den Verkauf des Memo-Spiels sowie über Spenden gedeckt werden. Als stellvertretender Landrat nahm sich Mirco Bredenförder jetzt die Zeit, die Eröffnung der einteiligen Wanderausstellung in der Sparkasse Buer zu besuchen. Er hob besonders hervor, dass auch das jüdische Leben von den Jugendlichen in ihrem Projekt berücksichtigt wurde. „Das ist 81 Jahre nach der Reichsprogromnacht ein gutes Zeichen.“

In der Schalterhalle der Sparkasse schuf Leiter Daniel Dau gerne Platz für den Auftakt der Wanderausstellung. „Es ist gut, dass ihr euch um dieses Thema kümmert“, lobte er die Jugendlichen und jungen Erwachsenen. In der Sparkassenfiliale profitiere die Ausstellung von einer großen Besucherfrequenz aus allen Religionen. Und die erste Resonanz sei bereits überaus positiv gewesen, stellte Dau in den Stunden nach dem Aufbau fest.

Das Banner ist künftig auch ausleihbar für Gemeinden aus Buer und Umgebung sowie für andere interessierte Gruppen oder für Feste. Eine Station soll auch das Kreishaus in Osnabrück sein. Eine entsprechende Einladung sprach Mirco Bredenförder zur Ausstellungseröffnung aus.


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