Lessings "Emilia Galotti" Nach zwei Jahren Probe endlich auf der Bühne der IGS Melle

Noch vier Aufführungen wird das Lessing-Stück "Emilia Galotti" an der IGS Melle erleben. Foto: IGSNoch vier Aufführungen wird das Lessing-Stück "Emilia Galotti" an der IGS Melle erleben. Foto: IGS

Melle. Die jahrgangsübergreifende Theatergruppe der IGS Melle probt seit zwei Jahren mit dem Theaterpädagogen und Sozialarbeiter Julian Neumayr die Inszenierung von Lessings „Emilia Galotti“. Sechs Aufführungen krönen nun die harte Arbeit. Zwei sind über die Bühne gegangen, vier stehen noch an.

Ein bürgerliches Trauerspiel, ein Drama der Aufklärung, eine politische Kritik an der Willkür des Adels? Lessings „Emilia Galotti“ ist vieles – auch alt. Über 240 Jahre ist es her, dass der bis heute in deutschen Theatern ununterbrochen inszenierte Dramatiker das Stück in Braunschweig uraufführte. Doch nichts dieses vermeintlichen Staubes ist spürbar hier und heute. „Haut es raus!“, ruft Julian Neumayr vor dem Mischpult für die Beleuchtung sitzend und klatscht motivierend in die Hände. Seit zwei Jahren begleitet der Theaterpädagoge, der als Sozialarbeiter an der IGS arbeitet, die Gruppe.

Kurze Diskussion, plötzlich steht er da, der Prinz

Aufgeregt, erwartungsvoll, aber auch müde sitzen die sieben Ensemblemitglieder des „Montagstheater an der IGS“, eine von vielen Theatergruppen, auf den noch leeren Zuschauerstühlen im dunklen Raum. „Womit beginnen wir?“, fragt Neumayr. Kurze Diskussion, plötzlich steht er da. Der Prinz – Lara Hildebrandt. Allein. Mit sich und den Worten und Gesten. „Das Stück lebt von den schauspielerischen Fähigkeiten der Darsteller“, weiß auch Neumayr. Die Idee kam ihm durch die Inszenierung von Michael Thalheimer am Deutschen Theater Berlin: „Die verfolgte einen absolut theaterpädagogischen Ansatz.“ Die Beziehungen der Darsteller untereinander verdeutlicht weniger der Text, als das Zusammenspiel von Gestik, Mimik und Körpersprache. „Das ist eine echte Herausforderung, gerade für Laienschauspieler, erzeugt auf der Bühne aber auch einen enormen ästhetischen Mehrwert“. Nicht zuletzt durch das Tempo des 80-minütigen Stückes gewinne die Handlung „nahezu eine Leichtigkeit“.

 „Die Umsetzung ist wirklich anspruchsvoll“, erzählt Juliana Schröder (Emilia). „Die eine Rolle muss nahezu distanziert und emotionsfrei dargestellt werden, während die andere sich in ihre Gefühle förmlich hineinsteigert und übersteigert werden muss.“ Die Rollen mit Leben zu füllen – das ist den Schülerinnen der Jahrgänge acht bis zwölf nach nahezu zwei Jahren Vorbereitung gelungen.  

Foto: IGS

Die Handlung des Stückes an sich ist recht unspektakulär. Der Prinz des norditalienischen Herzogtums Guastalla verliebt sich in Emilia Galotti, unwissend, dass diese noch am gleichen Tag den Grafen Appiani heiraten soll. Marinelli, der Kammerherr des Prinzen sorgt für die Ermordung Appianis und die Entführung Emilias. Von der ehemaligen Mätresse des Prinzen erfährt Emilias Vater von dem Komplott, wenn auch zu spät; er versucht, seine Tochter zu befreien, und als das nicht gelingt, ersticht er sie auf ihren eigenen Wunsch, um ihre Tugend zu bewahren.

Kurz vor Aufführungsreife geht eine Hauptrolle

 „Sehr gut!“ Neumayr klatscht. „Ob wir das Stück wirklich aufführen würden, da hatten wir zwischendurch schon unsere Zweifel“, erinnert sich er sich schmunzelnd. Die eine Hauptrolle verließ die Schule kurz vor der Aufführungsreife, dann war der Terminkalender zu voll: Widrigkeiten, die nun vergessen sind. Sechs Aufführungstermine wurden für die Gruppe um Juliana Schröder, Hanne Große-Johannböcke, Johanna Vogelpohl, Valeria Meinel, Lara Hildebrandt, Wiebke Groß, Finja Janßen und Eva Finkemeyer angesetzt.


Die verbleibenden vier Vorstellungen sind am 13., 26. und 28. November sowie am 2. Dezember,  jeweils um 19.30 Uhr in der IGS Melle.  Karten für vier Euro (Erwachsene) und zwei Euro (Jugendliche) können über julian.neumayr@igsmelle.net oder das Sekretariat reserviert werden.   


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