Informations-Parcours und Gesprächsrunde Minister Björn Thümler informiert sich in der BA Melle

Als Dankeschön für seinen Besuch in der BA überreichten die Studierenden dem Minister für Wissenschaft und Kultur, Björn Thümler (vorn, 4. von rechts) eine Flatterulme. Foto: Simone GraweAls Dankeschön für seinen Besuch in der BA überreichten die Studierenden dem Minister für Wissenschaft und Kultur, Björn Thümler (vorn, 4. von rechts) eine Flatterulme. Foto: Simone Grawe

Melle. Überpünktlich und jede Menge Zeit im Gepäck: Bei einem Besuch in der Berufsakademie Melle (BA) verschaffte sich der niedersächsische Minister für Wissenschaft und Kultur, Björn Thümler, einen umfassenden Einblick in den Studienalltag der kleinen, aber feinen Akademie.

Der Gast aus Hannover war auf Einladung von Gerda Hövel in die BA gekommen, um sich ein umfassendes Bild von der Einrichtung zu machen. Bei dem Rundgang und dem anschließenden Gespräch wurde er von Kreisrat Matthias Selle, Bürgermeister Reinhard Scholz und dem BA-Vorstandsvorsitzenden Claus-Dieter Brinkmann begleitet. 

Nach einer kurzen Einführung von Direktor Joachim Martin gaben die Studierenden bei einem Informations-Parcours weitere Einblicke. An zehn Stationen lieferten die jungen Leute dem Minister kurze, prägnante Informationen über die Einrichtung: "Wir wollen Ihnen zeigen, worauf wir in Melle stolz sind", betonte Joachim Martin, der in diesem Zusammenhang die hervorragende Kooperation mit der Stadt, dem Landkreis und mit den Praxispartnern hervorhob. 

"Wir denken dual": Auf dieser Säule basieren die drei Studiengänge in den Bereichen Holz- und Möbeltechnik, Glas, Fenster und Fassade sowie soziale Arbeit, verdeutlichte einer der Studierenden, während weitere Kommilitonen anhand einer Deutschlandkarte das Einzugsgebiet der BA aufzeigten, studentische Projekte der BA in und um Melle vorstellten oder aber in der Studentenküche die familiäre Atmosphäre näher brachten. Die Bildergalerie "Hall of Fame" legt Zeugnis darüber ab, dass seit 16 Jahren 253 Absolventen das Studium der Holz und Möbeltechnik absolviert haben, davon 225 Männer und 28 Frauen.

Mit Einführung des Zweiges soziale Arbeit wird sich diese Gewichtung allerdings verschieben. Eindrucksvoll berichteten drei Studenten über ihre Arbeit in Einrichtungen mit Menschen, die aufgrund von physischer Erkrankungen oder aufgrund psychischer Traumata besondere pädagogische Unterstützung brauchen. Die Beispiele von Gewalt in Jugendhäusern, von Kindern mit dem Förderschwerpunkt emotionale und soziale Entwicklung oder geistig behinderten Menschen hinterließen bei der Delegation tiefe Eindrücke.

Kein Studium nach einem stringenten Lehrplan, sondern Praxisforschung direkt am Ort des Geschehens: Dieses Modell verdeutliche, dass die Studierenden nach ihrer Ausbildung keinen "Praxisschock" erleiden, sondern dass sie gut vorbereitet mit fundiertem Wissen und praktischer Erfahrung in ihren späteren Beruf einsteigen können, ohne von der Realität enttäuscht zu werden, hob Joachim Martin in der anschließenden Gesprächsrunde hervor.

Würden Professoren, die als Dozenten gewonnen werden, die Attraktivität der BA erhöhen? Sollte es nicht auch Handwerksmeistern erlaubt sein, zu dozieren? Dies waren nur einige von vielen fachbezogenen Themen, die die Gesprächsrunde ausführlich diskutierte: "Ich bin ein Freund der dualen Ausbildung. Eine Professur könnte das Sahnehäubchen für die BA Melle sein. Allerdings scheitert eine Berufung bislang an den formalen Voraussetzungen", bedauerte Björn Thümler.

"Vielleicht wäre es motivierend, wenn Finanzminister Reinhold Hilmers sich einmal ein Bild von der BA machen würde", regte Joachim Martin an, was Björn Thümler so kommentierte: "Am Telefon hat mir der Finanzminister ganz klar gesagt, dass es keine Geldgeschenke gibt".

Björn Thümler nahm als Dankeschön für seinen Besuch aus den Händen der Studierenden eine Flatterulme, den Baum des Jahres 2019, entgegen. Wo das Stämmchen eingepflanzt wird, ist noch unklar. Erst zum Tag der deutschen Einheit war vor dem Ministerium in Hannover ein Baum gepflanzt worden: "Ein Stückchen ist aber noch frei", meinte der Minister, ehe er sich in Richtung Lingen zu einem weiteren Termin verabschiedete.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN