Eine Klause mit Vorgarten Seit 1875 steht die Klause des Hofes Böhne in Handarpe

Von Conny Rutsch

Der Eingangsbereich der Klause Böhne in Wellingholzhausen ist als Vorgarten gestaltet. Foto: Conny RutschDer Eingangsbereich der Klause Böhne in Wellingholzhausen ist als Vorgarten gestaltet. Foto: Conny Rutsch

Wellingholzhausen. Die Rosenstämmchen trotzen dem Wind auf dem Hügel in Handarpe. Hier, vor den Toren Wellingholzhausens, steht die Klause des Hofes Böhne. Ihr Eingangsbereich ist als Vorgarten angelegt. Und die Rosenstämme bilden mit ihren dunkelroten Blüten bis weit in den Herbst hinein einen schmückenden Blickfang mit den Hügeln des Teutoburger Waldes im Hintergrund.

Zu Ehren der Gottesmutter Maria und Jesu wurde die Klause im Jahre 1875 von Bauer Johann Heinrich Böhne, geb. Ostmeyer, und seiner Frau Maria Katharina Böhne errichtet. Sie ist eine der wenigen Klausen im Grönegau, die nicht von einer Türe verschlossen wird.  

Stephanie Böhne, die Hofeignerin, erzählt, dass Spaziergänger hin und wieder eine Kerze in die Klause stellen. Von einer Bank am Vorgarten erhalten sie einen wunderbaren Blick über die Hügelketten des Grönegau. Fast täglich besucht auch ein Mitglied der Familie Böhne die Klause und hält damit die langjährige Tradition des alten Hofes aufrecht.

Gleich fünf Gewerke waren notwendig, um die Klause wieder aufzubauen. Foto: Böhne

1954 musste die Klause wegen Baufälligkeit abgebrochen werden. An der gleichen Stelle errichteten im selben Jahr Anton Böhne, geb. Ahlersmann, und seine Ehefrau Aloysia Böhne, eine neue.

Steinfigur

Die alte Klause beherbergte eine Steinfigur, über die es keine weiteren Informationen gibt. Heute steht eine Holzfigur hier, die mit den Initialien J.W. und dem Datum 1953 versehen ist. Laut einer Kolping-Broschüre über die Klausen und Wegekreuze im Kirchspiel Wellingholzhausen stammt die Marienfigur vom Bildhauer Siepelmeyer aus Melle.

Immer am Heiligen Abend zündet Familie Böhne Kerzen in der Klause an, die aber nur bis zum nächsten Morgen leuchten. Heute werden sie elektrisch betrieben. Und Stephanie Böhne sagt: „Auch aus dem Dorf kommen dann am Abend Besucher hierher, um das Licht in der Klause zu sehen.“

Eine große Holzfigur stellt die Mutter Gottes mit Kind dar. Sie wird von einem gemalten Strahlenkranz eingerahmt. Foto: Conny Rutsch

Dann aber kam das Jahr 2013, in dem es in der Heiligen Nacht dunkel in der Klause blieb. Ein Sturm hatte eine der uralten Linden umgeweht, die die Klause einrahmten, und auf die Klause geworfen. Auch die Madonna wurde dabei beschädigt. Holzbildhauer Bernd Overnüfemann aus Nüven restaurierte sie liebevoll und schmückte den Heiligenschein der Maria und dem Kind mit einer goldenen Einfassung. Umrahmt wird die große Figur aus dunklem Holz von einem gemalten Strahlenkranz an der Rückwand der Klause.

Nur noch teilweise wurde die Klause aus Bruchsteinen wieder aufgebaut. Der Giebelbereich ist gemauert und verputzt. Für die anfallenden Arbeiten waren schließlich fünf Handwerker gefragt, die die Klause trotz der nur kleinen Aufträge zeitnah erneuerten: Maurer und Zimmermann, ein Tischler für die Schablone des Rundbogens, Maler und ein Klempner für das Anbringen der Dachrinnen.  


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