Einstimmiger Beschluss Ortsrat in Melle-Gesmold gegen vierten Kirmestag 2020

Für Fahrgeschäfte mit spektakulären Attraktionen ist die Gesmolder Kirmes zu kurz, deshalb gab es die Diskussion um einen  vierten Kirmestag.     Archivfoto: Catharina KellermannFür Fahrgeschäfte mit spektakulären Attraktionen ist die Gesmolder Kirmes zu kurz, deshalb gab es die Diskussion um einen vierten Kirmestag. Archivfoto: Catharina Kellermann
Catharina Kellermann

Gesmold. Einstimmig votierte der Ortsrat des Meller Stadtteils Gesmold am Mittwochabend im Viktoria-Vereinsheim gegen einen zusätzlichen vierten Kirmestag im September 2020.

Mehrere Sprecher der beiden Ortsratsparteien CDU und SPD betonten aber ausdrücklich, dass es sich nicht um „eine Entscheidung für die Ewigkeit“ handele. Im weiteren Beschlusstext heißt es: „Eine Evaluierung, ob ein vierter Kirmestag in Zukunft stattfinden kann, ist davon unberührt.“

Zuvor hatte Reinhold Kassing (CDU), Sprecher des AK Kirmes, die Lage zusammenfassend dargestellt: Auch nach mehreren Bürger- und Anwohnerversammlungen, Treffen mit Schaustellern, Polizei, DRK und Feuerwehr sei kein eindeutiges Meinungsbild zu erkennen. Die Anzahl der Befürworter und Gegner eines vierten Kirmestages sei etwa gleich groß. Alle vorgeschlagenen Modelle hätten Vor- und Nachteile. So würden von einer Öffnungszeit am Freitagabend von 20 bis 24 Uhr Angebote für Kinder, wie etwa Karussells, nicht profitieren. Eine Öffnung ab 17 Uhr würde mit dem so erfolgreichen Kirmeslauf des Sportvereins kollidieren.

„Stehen nicht im Weg“

Christian Grothaus hatte zu Beginn  in der Einwohnerfragestunde dargelegt, dass der Kirmeslauf am Freitag im Falle eines zusätzlichen Kirmestages entfallen müsste. Der Viktoria-Sprecher betonte aber zugleich, dass der Sportverein nicht als vorgeschobenes Argument gegen den vierten Tag herhalten wolle: „Wenn der vierte Tag für den Erhalt und die Attraktivität des Jahrmarktes erforderlich ist, dann stehen wir nicht im Weg.“

Alle Redner versicherten, dass die vorläufige Entscheidung gegen den vierten Kirmestag nicht wegen einer drohenden Absage des Kirmeslaufes erfolge, sondern vielfältige Gründe habe. „Für eine so weitreichende Entscheidung bräuchten wir einen breiten Konsens, der einfach nicht da ist“, erklärte SPD-Fraktionschef Bastian Schäfer.

„Vorläufig müssen wir andere Wege beschreiten, um weiterhin attraktive Fahrgeschäfte nach Gesmold holen zu können“, wies Kassing auf neue Ideen hin. So habe Bürgerbüroleiterin Sabine Schlüter eine Initiative ergriffen, tolle Attraktionen mit Anziehungskraft sozusagen im Block für mehrere Großjahrmärkte in der Region zu verpflichten. Es gäbe bereits erste Kontakte mit Hagen oder Telgte.

„Wir haben als Stadtteilparlament mehrere Vorschläge für eine Verlängerung der Kirmes eingebracht, aber noch kein rundum überzeugendes Konzept gefunden“, meinte Niklas Schulke. Jetzt seien Befürworter der Kirmesverlängerung gefordert, bessere und konsensfähigere Konzepte auf den Tisch zu legen. „Den nächsten Aufschlag sollen andere wagen“, lautete das Fazit von Ortsbürgermeister Michael Weßler (CDU).

Notizen aus der Sitzung:

Gefährlicher Olthausweg

Auf zu hohes Tempo auf dem Olthausweg im Bereich der Schule wies Andreas Timpe (SPD) hin. Im Arbeitskreis Bildung, Jugend, Soziales seien mögliche Maßnahmen von Schranken über Blumenkübel bis zur Umwandlung von Parkplätzen in Grünflächen erörtert worden. Diese Debatte müsse jetzt allgemein und intensiv geführt werden. Bürgerbüroleiterin Sabine Schlüter kündigte die baldige Aufstellung der Tempoanzeige auf dem Olthausweg an.

Spielplätze

Bei einer Rundtour zu den Gesmolder Spielplätzen in Begleitung eines Mitarbeiters des Baubetriebsdienstes habe der Arbeitskreis Spiel-, Sport- und Parkanlagen einige große und viele kleine Mängel festgestellt, berichtete Sprecher Niklas Schulke (CDU). Neue Spielgeräte und weiterer Bedarf seien bereits bestellt worden, hoffte Schulke auf baldige Umsetzung der Verbesserungen.

Gewerbeschau

Eine Gewerbeschau am 7. Juni im Bereich „Auf dem Platen“ kündigte Marlies Kellenbrink (CDU) vom Arbeitskreis Ehrenamt, Dorfentwicklung und Naherholung an. 30 Betriebe hätten bereits ihre Bereitschaft zur Teilnahme signalisiert. Weitere Vorbereitungstreffen soll es im Januar geben.

Neues Windrad

Auf einer Bürgerversammlung am 21. November auf dem Hof Mörixmann in Dratum-Ausbergen wollen die Betreiber Pläne zu einem Repowering der beiden alten Windräder vorstellen und mit Anliegern und Interessierten erörtern. Darauf wies Lukas Sutmöller (CDU) in der Sitzung hin. 


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