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29.10.2019, 17:27 Uhr KOMMENTAR

Der Millionen-Deal aus Melle

Ein Kommentar von Christoph Franken


Vorsicht Strom: Die Stadt Melle will in diesem Sektor mitmischen. Foto: dpaVorsicht Strom: Die Stadt Melle will in diesem Sektor mitmischen. Foto: dpa

Melle. Den Einstieg in die Rekommunalisierung der Strom-und Gasnetze in Melle kommentiert Christoph Franken für das "Meller Kreisblatt".

Da ist Bürgermeister Reinhard Scholz und seiner Finanzverwaltung ein großer Wurf gelungen: Mit dem Kauf der Hälfte des Strom-und Gasnetzes im Stadtgebiet sichert sich die Kommune ein Mitspracherecht bei der Energieversorgung, profitiert finanziell direkt und erzielt steuerliche Vorteile. Energie bleibt das Zukunftsthema und da ist es gut, wenn die Stadt mehr als nur einen Fuß in der Tür hat. Ab 2026 könnte sie weitere Anteile erwerben und wäre dann Mehrheitseigner.

Das Ganze führt zudem zu einer nicht nur steuerlich sinnvollen Neuordnung bei städtischen Tochtergesellschaften.

Wie der Teufel das Weihwasser vermieden Sprecher von CDU und FDP in der Diskussion das Wort „Stadtwerke“. Die wollen sie nicht, weil damit auch der Handel mit Strom und Gas verbunden wäre. Eine Nummer zu groß für Melle und zu risikoreich, so der Tenor. Das sieht die SPD ganz anders. Insofern bleibt auch das – je nach öffentlicher Meinung und Wählervoten – ein Zukunftsthema.

Sicher ist: Der Name Reinhard Scholz wird mit diesem Coup verbunden bleiben. Sein Vor-Vorgänger Josef Stock steht für effiziente Verwaltung, Vorgänger André Berghegger für erfolgreiches Krisenmanagement beim NPD-Bahnhof und Scholz jetzt für den Millionen-Deal. 


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