Verbindende Kraft der Musik Zwei Konzerte im Theater Melle trotz erschwerter Bedingungen

Zu einer klangstarken Gesamtformation vereinten sich die junge Bläser aus Melle und Etwall beim Konzert im Theater. Foto: Petra RopersZu einer klangstarken Gesamtformation vereinten sich die junge Bläser aus Melle und Etwall beim Konzert im Theater. Foto: Petra Ropers

Melle. Auf der Bühne des Theaters Melle legten sie klangvoll Zeugnis ab für die verbindende Kraft der Musik: Die jungen Bläser des Gymnasiums Melle und der John Port Spencer Academy präsentierten ihrem Publikum ein spritziges Programm zwischen Pop und Filmmelodien.

Seit über 40 Jahren baut der Austausch zwischen dem Gymnasium Melle und der John Port Spencer Academy in Etwall eine musikalische Brücke über den Ärmelkanal hinweg. Ebenso lange ist das gemeinsame Konzert der Meller Bläsergruppe mit der Wind Band ein fester Bestandteil im sonst einwöchigen Programm. Doch in die frischen, mit großem Engagement einstudierten Melodien mischte sich diesmal merkliches Bedauern. Denn verschärfte Sicherheitsbestimmungen hinterließen deutliche Spuren.

Kurzaufenthalt 

Erst am Donnerstag kamen die britischen Schüler in Melle an – um schon am Sonntag wieder abzureisen. Ihre Unterkunft mussten sie in dieser Zeit in einer Jugendherberge in Osnabrück nehmen. „Das bedeutet für die Schüler weniger Zeit, die sie zusammen verbringen können“, bedauerte Schulleiter William Pollmann. Er erinnerte daran, dass die internationale Verständigung eine Forderung der Politik sei. Seine Hoffnung sei es deshalb, dass schon bald wieder ein „vollständiger Austausch“ mit Unterbringung in den Familien möglich sei.

Ungeachtet des Wermutstropfens präsentierten die beiden Bläsergruppen ein frisches und unterhaltsames Programm. Von Neil Diamonds „Sweet Caroline“ bis zur anspruchsvollen Hommage an Amy Winehouse spannte dabei die Wind Band der John Port Spencer Academy im ersten Teil den Bogen. Ein Höhepunkt war der Ausflug nach Havanna mit dem gleichnamigen Hit von Camila Cabello.

Klangstarke Formation

Zu einer klangstarken Formation vereinten sich beide Bläsergruppen unter der wechselnden Leitung von Stefan Sporreiter und seiner britischen Kollegin Sophie Hodgson nach der Pause. Mit mitreißenden Schlagzeug-Soli ließen dabei die „Fascinating Drums“ aufmerken. Mit musikalischem Humor spielte das „Instant Concert“ mit Zitaten anderer Werke, bevor bei „Celebration“ Partystimmung auf. Rund 90 junge Bläser boten gemeinsam ein eindrucksvolles Bild junger Musikbegeisterung.

Bereits am Vorabend erfreute die Wind Band abwechselnd mit dem Posaunenchor der Kirchengemeinde in der Christophorus-Kirche Neuenkirchen. Mit einem Werk des britischen Komponisten Henry Purcell eröffnete der Posaunenchor unter der Leitung von Christoph Horstmann gemeinsam mit Organist Hanns Peter Haase das Konzert. Eher ungewohnte Klänge entlockte Haase der Orgel mit einem „Star Wars“- Medley. Für die optische Untermalung sorgte die Technikgruppe der evangelischen Jugend: Sie tauchte die Kirche in farbiges Licht und ließ zu „Star Wars“ die Sterne unter der Kirchendecke tanzen.

Den jungen Engländern, die sich mit „Havanna“ und „Aladdin“ verabschiedeten, dankten die Besucher mit lang anhaltendem Applaus für ihr musikalisches Engagement.


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