Lesefutter und Zweitverwertung Bücherflohmarkt auf dem Hof Finke-Gröne in Melle

Kundinnen und Organisatorinnen eint die Liebe zum Schmökern: Ursula Hellmann, Barbara Kuhr, Heidi Finke-Gröne und Ilka Schinke (von links). Foto: Petra RopersKundinnen und Organisatorinnen eint die Liebe zum Schmökern: Ursula Hellmann, Barbara Kuhr, Heidi Finke-Gröne und Ilka Schinke (von links). Foto: Petra Ropers

Buer. Auf Leseratten und Bücherwürmer jeden Alters übt er eine geradezu magische Anziehungskraft aus: Der große Bücherflohmarkt auf dem Hof Finke-Gröne hielt am Wochenende erneut jede Menge „Futter“ für lange Herbst- und Winterabende bereit.

Der Förder- und Freundeskreis der Stadtbibliothek organisiert den beliebten Treff für all jene, die beim Lesen gerne Seiten aus Papier umblättern. Dabei hat sich in bald 20 Jahren die Veranstaltung auf dem Hof der Familie Finke-Gröne zu einer festen Institution entwickelt. „Mit einem Flohmarkt im Jahr haben wir angefangen“, erinnert sich Vorstandsmitglied Ilka Schinke. Seither hat sich die Deele des Hofes mit Regalen in eine einladende Bücherstube verwandelt, die drei Mal im Jahr ihre Pforten öffnet.

Große Bücherauswahl

Übersichtlich sortiert findet sich darin eine große Auswahl an Sach-, Fach- und Kinderbüchern. Romane für jeden Lesegeschmack haben unter dem Dach der Remise ihren Platz. Das ganze Jahr über sammelt und sortiert das Team des Förder- und Freundeskreises das Lesematerial, das oft kartonweise gespendet und auf dem Hof abgegeben wird. „Bücher wegwerfen? Das kann ich nicht“, meint etwa Christel Wecken. „Wenn ich diese ausgelesen habe, gebe ich sie wieder zurück“, erklärte sie deshalb mit Blick auf den bunt gemischten Stapel, den sie am Samstag vom Hof Finke-Gröne mit nach Hause nahm.

Damit schließt sich ein Kreis, der erst dann durchbrochen wird, wenn ein Buch nicht mehr den Anforderungen des Verkaufs entspricht. Doch für die Papiertonne sind auch diese Exemplare eigentlich noch zu schade. Zum ersten Mal hielten die Organisatorinnen deshalb Anregungen für eine Zweitverwertung ausgelesener Bücher bereit: Die verwandeln sich mit ein wenig Geschick, Papierschere und Bastelkleber unversehens in einen ungewöhnlichen Messerblock, einen Halter für Garderobenhaken oder auch eine kleine Pflanzschale.

Übereinander gestapelt und fest verklebt machen sie sogar als Tischchen eine gute Figur. Für die Bücher, die Barbara Kuhr aus den Regalen und Kartons zog, liegt dieser Weg allerdings noch in weiter Ferne. Etwas Historisches, etwas Spannendes: Eine bunte Mischung habe sie sich ausgesucht, verriet die Hannoveranerin, die ihren Besuch im Grönegau eigens auf das Wochenende des Bücherflohmarktes legte. „Für die gemütlichen Abende auf der Couch, wenn der Kamin brennt.“

Der Erlös des Bücherflohmarktes kommt ungekürzt der Stadtbibliothek zugute. Denn für die Arbeit im Vorfeld wie auch für den Verkauf engagieren sich die Aktiven des Förderkreises ehrenamtlich.


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