Starker Stand und Elefantenhaut Projekt „Gewaltfrei Lernen“ an Meller Grundschule

Mit Stopp-Hand und selbstbewusster Haltung zur Deeskalation: Da machten auch Brigitte Scheuer, Filialleiterin der Sparda-Bank in Osnabrück, und Schulleiter Michael Nier unter der Anleitung von Trainer Stephan Hanse-Peltzer gerne mit. Fotos: Petra RopersMit Stopp-Hand und selbstbewusster Haltung zur Deeskalation: Da machten auch Brigitte Scheuer, Filialleiterin der Sparda-Bank in Osnabrück, und Schulleiter Michael Nier unter der Anleitung von Trainer Stephan Hanse-Peltzer gerne mit. Fotos: Petra Ropers

Melle. Starker Stand, bohrender Blick, Stopp-Hand: Den Erst- und Drittklässlern der Grundschule im Engelgarten hat sich der Dreiklang deeskalierender Selbstbehauptung schon eingeprägt. In drei Doppelstunden lernen sie in dieser Woche, Konflikte gewaltfrei zu lösen.

„Gewaltfrei Lernen“ lautet der Titel des Projektes, das mit finanzieller Unterstützung der Stiftung der Sparda-Bank West in der Grundschule im Engelgarten realisiert wird. Nach den ersten und dritten Klassen in dieser Woche folgen im November die Klassen 2 und 4. Die Lehrkräfte der Schule machte „Gewaltfrei Lernen“-Trainer Stephan Hanse-Peltzer bereits vor den Herbstferien mit den theoretischen Hintergründen und den praktischen Übungen vertraut. Und auch die pädagogischen Mitarbeiter und – bei einem Elternabend – ein Großteil der Eltern wurden und werden in das Projekt eingebunden.

Alle sind involviert

„Alle Beteiligten sind involviert“, skizzierte Schulleiter Michael Nier eine Stärke des Projektes. Im Mittelpunkt aber stehen die Kinder. Für sie verbindet Stephan Hanse-Peltzer eine wortstarke Konfliktschulung mit einem bewegungsreichen Körpertraining. Wichtig dabei: Die eigene Reaktion soll den Konflikt nicht weiter anheizen, sondern deeskalierend wirken. Die Theorie ist das eine, die Praxis aber oft etwas ganz anderes. In der Sporthalle schlüpfte deshalb Draco, der kleine grüne Drache, bereitwillig in die Rolle des Aggressors.

Auch das gehört zur Deeskalation: Nach einer aufrichtigen Entschuldigung von Drache Draco folgt der versöhnende Handschlag. Foto: Petra Ropers

„Stopp, Draco! Ich will das nicht!“ schallte es kräftig durch die Halle. In wechselnden Übungen trainierten die Kinder, sich, wenn sie verbal oder körperlich bedrängt werden, ruhig, aber bestimmt zu behaupten. Dabei verbanden sich die Worte mit einer überzeugenden Körpersprache: Gerader Rücken, „Elefantenhaut“ und ein beiläufiges Schulterzucken: So laufen Beleidigungen schnell ins Leere. Auch die Umstehenden sind dabei gefragt. Wie fühlt sich das an, wenn andere lachen? „Das ist nicht schön“, räumten die Kinder ein, die mit Eifer und großem Ernst bei der Sache waren.

"Sehr überzeugend"

Doch nicht immer belassen es andere Kinder bei Worten allein. Der „Gewaltfrei lernen“-Trainer hatte deshalb einfache Tricks im Gepäck - etwa um den Arm oder den Pullover aus dem Griff eines anderen zu befreien. Danach gilt: Ein Schritt zurück und ein deutliches „Stopp!“ machen die eigene Position deutlich, ohne weiteres Konfliktpotenzial zu bieten. „Wir finden dieses Projekt sehr überzeugend“, sprach Schulleiter Nier auch seinem Kollegium aus dem Herzen.

Die Übungen und Inhalte von „Gewaltfrei Lernen“ sollen deshalb auch weiterhin in den Schulalltag integriert werden, um für alle Schüler eine gute Lernatmosphäre zu schaffen. Geplant ist zudem, das Projekt im Zwei-Jahres-Rhythmus in der Schule zu wiederholen. Die ersten beiden Projektwochen unterstützte die Stiftung der Sparda-Bank West mit 5000 Euro.


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