Workshop Songwriting mit Videodreh Film ab in Melle: Rappen im Regen

Von Marita Kammeier

Bandprobe auf der Bühne in der Kulturwerkstatt Buer. Foto: Fabian WegeBandprobe auf der Bühne in der Kulturwerkstatt Buer. Foto: Fabian Wege

Melle. Die Drehaufnahmen für das Musikvideo sorgten auch am letzten Tag des viertägigen Workshops für Herausforderungen: Vormittags aufregende Life-Aufnahmen der Band auf der Bühne und nachmittags Dauerregen bei Außenaufnahmen, was so nicht im Drehbuch stand.

"Die meiste Zeit ist alles zügig und flüssig gelaufen" berichtete die Gruppe unter Zustimmung der Dozenten Fabian Wege und Franziska Apel. Nach dem Brainstorming am ersten Tag folgten am zweiten endgültige Texte, Proben und das Arrangement für den Song unter dem Titel "Schrei es lauter".

Folgende Beispiele aus der ersten Strophe zeigen die Gedankenwelt der Jugendlichen: "Sitzt du wieder vor der Glotze, hast du's wieder mal kapiert? Fragen, sagen, klagen – die Menschheit, die ist stumpf, und von innen appellierst du an die menschliche Vernunft."

Eine andere Textpassage lautet: "Klimawandel, Kriege und all diese Probleme. Eisberge schmelzen, Herzen verwesen. Lass dich überzeugen, wenn du es nicht glaubst. Wir meinen, was wir sagen und schreien es laut!"

Konzentriert arbeitete die Gruppe jeden Tag von 10 Uhr bis mindestens 18 Uhr im Jugend- und Kulturzentrum "Altes Stahlwerk", wobei es abends oft später wurde. Gemeinsam komponierten sie die Musik und probten erste Tonaufnahmen. Als Bandmitglieder agierten die Sängerinnen Margarida und Lina. Maurits spielte Akustikgitarre, Clemens Posaune, David am Klavier und Jana am Schlagzeug.

Am Samstag wurde es noch spannender, denn der Produzent Marco Kampf und Videofilmer Oliver Leggewie erschienen mit neuen Aufgaben. Jetzt hieß es, Drehbuch schreiben und die Videoplanung organisieren. "Wir haben die Story Line entwickelt mit einer Aneinanderreihung von Szenen und Schnittbildern", erläuterte Maurits.

Foto: Marita Kammeier

Sonntag dann der erste Bandauftritt vor laufender Kamera auf der Bühne des Kulturzentrums in Buer. "Ich war so aufgeregt. Jeder träumt doch davon, mal ein eigenes Video zu drehen", meinte die 12-jährige Margarida aus Osnabrück.

Im Drehbuch standen weitere Filmszenen aus dem Alltag und in einer Schulklasse. Bei den Außenaufnahmen musste Hauptdarstellerin Jana in den Regen, bevor die restliche Gruppe folgte. Zuerst lautes Murren, doch dann fanden es alle plötzlich richtig cool.

Foto: Marita Kammeier

"Die Zusammenarbeit mit den Dozenten war super respektvoll und professionell", betonte Maurits. Großes Lob erhielt auch Sebastian Stolle. Der stellvertretende Leiter des Jugendzentrums erklärte: "Das ist auch für uns ein spannendes Projekt, bei dem die Gruppe sehr gut zusammengewachsen ist."

Jetzt ist Oliver Leggewie mit Schneiden und Aufmischen beschäftigt: "In drei bis vier Wochen kann das Video dann auf Youtube hochgeladen werden." 


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