Neues Projekt startet Südeuropäische Bäume werden in Melle gepflanzt

Praktizierter Umweltschutz pur: eine Streuobstwiese im Meller Ortsteil Meesdorf. Foto: Volker TiemeyerPraktizierter Umweltschutz pur: eine Streuobstwiese im Meller Ortsteil Meesdorf. Foto: Volker Tiemeyer

Oldendorf. Am Vormittag des 22. Oktober beginnt unter Federführung der gUG Umweltschutz und Lebenshilfe unter Leitung von Kai Behncke im Meller Stadtteil Oldendorf ein lokales Arten- und Klimaschutzprojekt. Dabei sollen vier Streuobstwiesen und fünf Klimaschutzflächen unter gezielter Anpflanzung von Bäumen aus Südeuropa angelegt werden. Bei ihnen besteht die Hoffnung, dass sie besser mit den sich verändernden Klimabedingungen zu Recht kommen.

Mit dabei sind Kinder  der Grundschule Westerhausen, Vertreter der Stadt Melle, der angrenzenden Firma „Thomas Phillips GmbH als Sponsor und Mitglieder des Vereins „Tag der guten Tat“. Auf 500 Quadratmetern sollen unterschiedliche Apfel-, Birnen-, Kirsch- und Zwetschkensorten gepflanzt. Der zweite Teil der Streuobstwiese wird dort Anfang Dezember angelegt.  

Geplant ist es, die Streuobstwiesen durch Schafe des Gnadenhofes Brödel schonend beweiden und pflegen zu lassen.

Kombiniert werden die Obstflächen durch angelegte Blühwiesen. „Streuobstwiesen können je nach Größe und Zusammensetzung bis zu 5000 Arten eine Heimstätte bieten“, erklärte Behncke.

Es profitierten also eine Vielzahl von Insekten, darunter viele Wildbienen- und Schmetterlingsarten, Laub- und Grasfrösche, Erdkröten, Fledermäuse, Mauswiesel und Siebenschläfer. Auch viele Vogelarten fänden sich auf solchen Wiesen ein.

"Eine Jahrhundertaufgabe"

Für Behnckes Mitstreiter Karsten Wachsmuth steht fest: „Das Artensterben stellt, neben der Klimaerwärmung, eine der beiden Jahrhundertaufgaben der Menschheit dar. Wir müssen jetzt handeln, umgehend und sofort.“

 Das unterstrich Behncke: „Wir haben keine Zeit mehr zu verlieren.“ und der kritisierte: „Die Entscheidung des Kreistages Osnabrück zur Reduzierung von Gewässerrandstreifen wird das Artensterben auch auf Naturschutzgebiete im Landkreis ausdehnen.“ Wenn also regionale Politiker scheinbar nicht bereit seien, FFH-Naturschutzgebiete zu schützen, dann müssten eben die Bürger aktiver werden. „Klimaschutzflächen“

In direkter räumlicher Nähe zu den Streuobstwiesen werden dann im November sogenannte „Klimaschutzflächen“ angelegt. Außerdem findet am 2. November ab 10 Uhr nahe des Schlochterner Wegs 40 eine öffentliche Baumpflanzaktion stattfinden. Es geht um ein 3000 Quadratmeter großes Grundstück, auf dem ein kompletter Fichtenbestand inzwischen der Dürre und den Borkenkäfern zum Opfer gefallen ist. Dort werden gemeinsam Setzlinge gepflanzt. „Aktuell haben sich zu dieser Veranstaltung bereits 25 Freiwillige angemeldet“, freut sich Behncke und hofft auf weitere Helfer. 


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