„Das ist deutschlandweit einzigartig“ THW Melle: Neuer Übungscontainer für Rettungseinheiten

Bei der Übung war am Samstag die TE-4 im Einsatz.  Foto: Christina WiesmannBei der Übung war am Samstag die TE-4 im Einsatz. Foto: Christina Wiesmann

Melle. Eine große Herausforderung sind schwere Bus- oder Zugunfälle für die Rettungseinheiten von Feuerwehr oder THW. Mit einem neuen Übungscontainer, der beim THW in Melle fest installiert und am Samstag offiziell vorgestellt wurde, haben die Rettungskräfte aus der gesamten Region nun die Möglichkeit, den Ernstfall zu simulieren.

Zweieinhalb Jahre hat es gedauert – von der Idee bis zur Umsetzung, wie der stellvertretende Kreisabschnittsleiter-Nord, Ralf George, betonte.  In einem ausrangierten Überseecontainer können unter anderem die Rettungskräfte der „Technischen Einheiten Bahn“, sechs davon gibt es im Landkreis Osnabrück, unter realen Bedingungen Übungen abhalten.  

Über den neuen Übungscontainer freuen sich Abordnungen von Landkreis Osnabrück und Kreisfeuerwehr, von der Stadt Melle sowie von den Meller Feuerwehren und dem THW Melle. Foto: Christina Wiesmann

Den Begriff „Technische Einheit Bahn“ erklärt die Kreisfeuerwehr auf ihrer Internetseite wie folgt: „Entsprechend der Alarm- und Ausrückeordnung Brandbekämpfung und Hilfeleistung auf Bahnanlagen sind sogenannte "Technische Einheiten" gebildet worden, die als "Stand by-Einheiten" im Realeinsatz aktiviert werden.“

Mit dieser Trainingsmöglichkeit punkten die Helfer aus dem Grönegau in besonderer Weise. Denn: „Das ist deutschlandweit einzigartig“, freute sich Ralf George über die Übungsmöglichkeit für die Ehrenamtlichen, die in Melle auf dem Gelände des THW entstanden ist.

Gelungenes Werk

Marco Plesner, Ortsbeauftragter des THW Melle, bezeichnete die Anlage als „gelungenes Werk“ und freute sich, dass sie auf dem Areal des Technischen Hilfswerkes Melle installiert worden ist. Andreas Dreier, Erster Stadtrat der Stadt Melle, betonte: „Es ist ein gutes, tolles und zukunftsweisendes Projekt für die Stadt Melle.“  

Kreisbrandmeister Cornelis van de Water appellierte an die Ehrenamtlichen: „Übt fleißig. Ich hoffe aber, dass wir nie so einen Einsatz haben werden.“ „Diesen Container dauerhaft nutzen zu können, ist ein großer Vorteil“, resümierte Volker Trunt, Fachdienstleiter Ordnung der Kreisverwaltung Osnabrück.  

Und die Ehrenamtlichen? Die nahmen den Container am Samstag im Rahmen einer Übung genau in Augenschein. Die TE-4 aus dem Altkreis Osnabrück probte vor Ort den Ernstfall: Es mussten aus einem umgestürzten Bahnwagon drei Personen gerettet werden.

Chaos im Container, dazu sichteinschränkender Rauch – reale Bedingungen für die Feuerwehrleute vor Ort. Foto: Christina Wiesmann

Und damit alles möglichst real ablief, wurde schweres Gerät herbeigeschafft, Öffnungen in den Container gesägt und mithilfe von Tragen und Leitern die Personen aus dem Container befreit.

Eingeschlossene Person

Im Inneren des Übungscontainers herrschte ein Durcheinander von Koffern, Kinderwagen, Fahrrädern und Personen, eine davon sogar eingeschlossen in eine Toilette. Hinzu kam der sichteinschränkende Rauch, der durch die Sägearbeiten an der „Bahnkarosse“ entstanden war. „Bei einem solchen Unfall herrscht ein einziges großes Durcheinander“, so Volker Köster, Fachdienst Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Kreisfeuerwehr Osnabrück. 

Der Übungscontainer steht Feuerwehren, THW und anderen Rettungskräften zu Übungen zur Verfügung. Großer Vorteil: Er ist variabel. Es können im Inneren Wände eingezogen werden und hineingesägte Öffnungen in den Dachbereich können wieder verschlossen werden. „Eine gelungene Sache“, freuten sich am Samstag einige Ehrenamtliche über den Container, an dem sie nun den Ernstfall proben können, der hoffentlich niemals eintreten wird.


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