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09.10.2019, 13:36 Uhr KOMMENTAR

Wolf und Mensch: Wir sind nicht die Herrscher der Welt

Ein Kommentar von Michael Hengehold


Symbolfoto: Patrick Pleul/dpaSymbolfoto: Patrick Pleul/dpa

Melle. Wir können nicht einfach alles ausrotten, was uns Angst macht, findet unser Kommentator im Hinblick auf Wölfe. Zumal viel kleinere Tiere hierzulande eine durchaus reellere Gefahr darstellen, wenn auch keine große.

Wohl kein Tier in unserer modernen Welt löst ähnliche Urängste aus wie der Wolf. Zumindest hier in Deutschland, wo es außer ihm schon lange keine weiteren wildlebenden Raubtiere mehr gibt.

Konkret gefährlicher für uns Menschen sind im Grunde die Kreuzotter, der Feuersalamander, die Gelbbauchunke. Das zeigt schon – wirklich riskant ist es hierzulande nicht, sich in der freien Natur zu bewegen.

Das gilt allerdings nur für den Menschen. Kleinere, schwächere, ältere Tiere müssen den Wolf durchaus fürchten.

Das jedoch ist das Gesetz der Natur und darüber hat der Mensch sich nicht zu stellen. Vielmehr müssen wir Zweibeiner die Haltungsbedingungen von gefährdeten Nutztieren eben wohl oder übel anpassen. Das ist ein Erfahrungs- und Lernprozess, der gerade geschieht.

Nur weil sie die Menschen ängstigen, gibt uns das jedenfalls noch lange nicht das Recht, Wölfe gnadenlos zu jagen und auszurotten. Wir sind die am weitesten entwickelten Wesen auf diesem Planeten, aber nicht dessen Herrscher. Jedes Lebewesen, das uns nicht direkt angreift, hat das Recht zu leben. Auch jene, die uns – zumeist grundlos – Angst machen.


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