Musikalischer Nachmittag im Forum Landfrauen in Melle mit großer Tradition

Der aktuelle Vorstand der Meller Landfrauen mit (von links) Charlotte Hageböke, Kathrin Möntmann und Ulrike Heitland. Foto: Elisabeth KollmeyerDer aktuelle Vorstand der Meller Landfrauen mit (von links) Charlotte Hageböke, Kathrin Möntmann und Ulrike Heitland. Foto: Elisabeth Kollmeyer

Melle. Im Rahmen eines musikalischen Nachmittags mit der Mezzosopranistin Stefanie Golisch feiern die Kreislandfrauen Melle am Samstag, 12. Oktober, im Forum Melle eine Geburtgsparty.

Die Kreisarbeitsgemeinschaft der LandFrauen im Altkreis Melle wurde vor 70 Jahren gegründet. Erste Vorsitzende war von 1949 bis 1957 Elisabeth von Bar. Zu dem Zeitpunkt gab es schon den Landfrauenverein (LFV) Neuenkirchen und auch den LFV Melle, der sich aus dem landwirtschaftlichen Hausfrauenverein gegründet hatte. 1950 wurden zwei weitere LF's (Wellingholzhausen und Buer) gegründet und Ende 1951 schlossen sich die Landfrauen in Riemsloh-Hoyel als Verein zusammen.  

Probleme in Anfangszeit

Seit 1898 gab es von Ostpreußen aus eine Bewegung, als die Gutsbesitzersfrau Elisabeth Boehm den ersten landwirtschaftlichen Hausfrauenverein ins Leben rief. Sie hatte die Idee entwickelt, dass die Frauen auf dem Land fortgebildet und zur wichtigsten Mitarbeiterin ihres Mannes werden sollten. Das Aufgabenspektrum erweiterte sich später durch die verbesserte Ausbildung junger Frauen, in der Beratung und Ausgestaltung von Arbeitsräumen und Haustechnik und im Gesundheitswesen.

Im Raum Melle entwickelte sich die Landfrauenarbeit recht schnell, obwohl auch in der Anfangszeit mit vielen Problemen zu kämpfen war. Es musste zu Versammlungen Heizmaterial mitgebracht werden - auch die Beköstigung war eine Herausforderung. Ehemänner beobachteten argwöhnisch die selbstständigen Unternehmungen ihrer Frauen und auch die Kirche sah die Landfrauenvereine als konkurrierende Gruppierungen an. 

Treffen fanden vorrangig in den Wintermonaten statt, man tauschte sich mit anderen Frauenorganisationen aus, pflegte auch die kulturelle Arbeit, half bei Vereinen und Institutionen und bildete sich mit Fachvorträgen für Hof, Garten, Stall und Küche weiter. Doch der Erfolg auch in wirtschaftlicher Hinsicht und das vielfältige soziale Engagement bewirkten ein Umdenken bei den Kritikern und so bekamen die LandFrauen im Laufe der Jahre Unterstützung von allen Seiten. 

Fortbildungen und Arbeitsausschüsse

Heutzutage sind die Landfrauen bei vielen Veranstaltungen auch außerhalb Melles präsent. in Kindergärten und Schulen werden Kinder über Ernährung, Nahrungszubereitung und landwirtschaftliche Tätigkeiten, wie z.B. Ei- und Milchproduktion, Kartoffel- und Getreideanbau aufgeklärt. 

Außerdem gibt es noch Fortbildungen und Arbeitsausschüsse zu verschiedenen Bereichen, die teilweise auch überregional stattfinden. Rund 600 Mitglieder haben die Kreislandfrauen Melle und die heutige Kreisvorsitzende Kathrin Möntmann arbeitet im Team mit Ulrike Heitland und Charlotte Hageböke als Stellvertreterinnen, da alle Aktionen ehrenamtlich getätigt werden.  

Das Meller Leben ist ohne die Landfrauen heute undenkbar. Die Gemeinschaft der Frauen auf dem Land zu stärken und ihre Position zu verbessern, ist bis heute das Leitmotiv der Landfrauenbewegung. Gäste sind bei der Veranstaltung am Samstag herzlich willkommen. Karten zum Preis von 15 Euro gibt es bei den Vorsitzenden der Ortsvereine oder bei Kathrin Möntmann (Tel. 05428 328) 


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