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Sonderband des Meller Jahrbuchs Den Lauf der Zeit festgehalten

Von Doris Horst

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Melle. Den „Lauf der Zeit“ verfolgt eine Serie im Meller Kreisblatt seit dem Jahr 2003. Betreut wird sie seit 2005 von dem jungen Meller Michael Woll mit einem sehr eigenen stilistischen Charme, und sie findet damit jeden Samstag aufmerksame Leser. Einhundert seiner mittlerweile über 300 Beiträge sind ausgesucht worden für einen Sonderband des Meller Jahrbuches 2011, der jetzt vorgestellt wurde.

Auf dem Buchtitel sind zwei in der Serie (noch) nicht veröffentlichte Bilder zu sehen: Ein colorierter Kupferstich aus dem Jahr 1777 von Christoph Ludolph Reinhold und eine aktuelle Stadtansicht, fotografiert vom Meller Berg aus – denn der Autor versucht in seinen wöchentlichen Beiträgen immer, als Fotograf den gleichen Standort wie der Fotograf oder Zeichner früherer Zeiten einzunehmen, um Veränderungen zu dokumentieren und nachvollziehbar zu machen für den heutigen Betrachter. Seine Informationen zu den Bildern bekommt er oft in persönlichen Gesprächen mit Bürgern aus dem Grönegau, die aus eigener Erinnerung schöpfen und ihm häufig Fotos aus ihren privaten Fotoalben und Bildarchiven zur Verfügung stellen. „Gerade diese persönlichen Begegnungen machen mir viel Spaß“, erklärte Michael Woll. Viele der alten Fotos wurden dem Stadtarchiv entnommen oder auch aus dem Archiv des Meller Kreisblattes.

Als 19-jähriger die Bearbeitung einer historischen Serie anvertraut zu bekommen empfand Michael Woll auch im Rückblick noch als ungewöhnlich – dass ein junger Mensch sich mit seiner Heimat und ihrer Geschichte beschäftigt, begeisterte den Herausgeber der Meller Jahrbuchserie, Fritz-Gerd Mittelstädt. Der Bildervergleich „Damals“ und „Heute“ eröffnet auch die Möglichkeit des Dialogs zwischen den Generationen, über Veränderungen und Wandel zu sprechen. Wie bei den architektonischen Moden, nachzuverfolgen an alten Fachwerkhäusern zum Beispiel in der Bueraner Kirchenburg, die irgendwann als unschick galten und verputzt wurden, dann aber wieder zurückgebaut wurden, weil sichtbares Fachwerk jetzt wieder in ist.

Dass der Sonderband, finanziert mit Unterstützung der Sparkasse und der Stadt, noch rechtzeitig zum Wandertag fertig wurde, freute Herausgeber Fritz-Gerd Mittelstädt besonders, denn so eröffnet sich die Chance, dass auch auswärtige Gäste das Buch als Souvenir von ihrem Besuch in Melle mit nach Hause nehmen und lesen. Jedenfalls soll es, das versprach Bürgermeister André Berghegger bei der offiziellen Übergabe des neuen Jahrbuches spontan, sowohl im Tourismusbüro im Rathaus am Markt als auch bei der Tourismusbörse im Kurpark im Informationsstand der Stadt Melle ausgelegt werden.

Der Sonderband „Im Lauf der Zeit“ , erschienen im Meller Verlag Scholten, ist erhältlich im örtlichen Buchhandel , Preis von 9,90 Euro.


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