Miller Anderson lässt Freiheitsgefühl aufleben Der Geist von Woodstock wird in Buer lebendig

Eine Zeitreise zurück nach Woodstock präsentierte die „Miller Anderson Band“ dem Publikum in der Kulturwerkstatt. Foto: Norbert WiegandEine Zeitreise zurück nach Woodstock präsentierte die „Miller Anderson Band“ dem Publikum in der Kulturwerkstatt. Foto: Norbert Wiegand

Buer. Ein kleines Stück Woodstock wurde 50 Jahre nach dem legendären Rockfestival in Buer wieder lebendig. Denn Miller Anderson, der 1969 mit seiner Keef Hartley Band direkt nach Santana auf der Bühne stand, gastierte am Samstagabend in der Kulturwerkstatt.

Die Legende der Rockgeschichte lockte zahlreiche Fans aus der Umgebung nach Buer und sorgte so für eine gut gefüllte Kulturwerkstatt. Die Tanzbewegungen der meist stehenden Gäste und die Stimmung erinnerten an Partys aus den Siebzigerjahren. Offenbar fühlten sich viele der großenteils älteren Gäste wieder in die Zeiten ihrer eigenen Jugend zurückversetzt. Eigentlich fehlte nur der damals übliche Rauch von Tabak und anderen rauchbaren Kräutern.

Immer wieder gab es Applaus nach den Gitarrensoli des 74-jährigen Altrockers, die er mal ganz entspannt und mal wie ein Feuerwerk auf die Bühne brachte. Das Zusammenspiel mit seinen jüngeren Bandkollegen Janni Schmidt (Bass), Frank Tischer (Keyboards) und Tommy Fischer (Schlagzeug) war annähernd perfekt.

Publikum als Backgroundchor

Ein wichtige Rolle bei den musikalischen Arrangements spielte vor allem Bandkollege Frank Tischer am E-Piano, der bei seinen Soli vom Publikum mit oft Sonderbeifall angefeuert wurde. Miller Anderson überzeugte bei den Songs aus seiner eigenen Feder auch immer noch mit seiner klaren Stimme, seiner authentischen und ehrlichen Performance ohne Allüren. Bei „All Night Long“ und anderen bekannten Songs übernahm das teilweise geradezu hingerissene Publikum die Rolle des Backgroundchors.

Den größten Teil des Programms machte aber das Programm aus, das der Super-Gitarist vor 50 Jahren mit der „Keef Hartley Band“ auf die Woodstock-Bühne brachte. „Aber meine jetzige Band ist die beste Miller-Anderson-Band, die es je gab“, betonte er in seiner englischsprachigen Moderation, die stets locker und unterhaltsam daher kam.

„Miller Anderson ist eine Legende und echte Größe der Rockgeschichte, er ist sich nicht zu schade, auch auf kleinen Bühnen aufzutreten“, meinte Fan Karl Schäffer, der, wie viele andere Gäste an diesem Abend, schon viele Auftritte des Woodstock-Veteranen live erlebt hat.

Das Woodstock-Erinnerungs-Programm in der Kulturwerkstatt geht noch weiter. Nach dem amerikanischen Blues-Rocker Dudley Taft, der Lesung mit Max Goldt und Miller Anderson steht am kommenden Freitag, 11. Oktober, ab 20.30 Uhr die legendäre Woodstock-Band „Mountain“ auf der Rock-Bühne in Buer. Weiter geht es dann mit „Hattler“ am Freitag, 18. Oktober, und der „Billy Walton Band“ aus New Jersey am Samstag, 16. November, jeweils um 20.30 Uhr.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN