Ein Porträt, ein Humpen und ein Generalmajor Hans-Adam von Hammerstein-Gesmold legt sein erstes Buch vor

Von Conny Rutsch

Hans-Adam von Hammerstein präsentiert den Buchsbaumhumpen seines berühmten Vorfahren. Foto: Conny RutschHans-Adam von Hammerstein präsentiert den Buchsbaumhumpen seines berühmten Vorfahren. Foto: Conny Rutsch

Melle. Der Humpen ist alt, uralt, und aus dunklem Buchsbaumholz gefertigt. „Seit Kindertagen bewundere ich den sogenannten „Alten Humpen“ mit dem silbernen Wappen der Freiherrn von Hammerstein“, beginnt Hans-Adam von Hammerstein das Vorwort zu seinem ersten Buch, das im Aschendorff Verlag Münster erschienen ist.

Nach akribischer Recherchearbeit erzählt er die Geschichte des königlich-schwedischen Generalmajors zu Pferd „Friedrich Christoph von Hammerstein“(1608 bis 1685), dessen Initialien zusammen mit der Jahreszahl 1674 in den Deckel des Humpens eingraviert sind.

Den Buchdeckel ziert das Porträt des Vorfahren des heutigen Schlossherrn und Autors, immerhin dessen achtfach-Urgroßonkel. Dass Friedrich Christoph ein in alten Zeiten berühmter Mann gewesen ist, zeigt die Tatsache, dass sein Porträt - gemalt von David Beck 1650/51 - eine Auftragsarbeit Königin Christinas von Schweden anlässlich ihrer Krönung gewesen ist.

Zunächst ein Fußsoldat

Mit der Geschichte des Generalmajors zeichnet Hans-Adam von Hammerstein das faszinierende Bild eines Mannes, der mit vier Jahren das Elternhaus verlassen musste und nach dem Tod der Eltern bei seinem Onkel Hans-Adam in Detmold aufwuchs. Er begann seine militärische Laufbahn mit knapp 20 Jahren als Bursche in der Mansfeld´schen Armee, um kurz darauf in den Niederlanden als Fußsoldat in ein neues Regiment für die schwedische Armee einzutreten. Und dann erklomm Friedrich Christoph von Hammerstein die militärische Karriereleiter immer weiter. 1646 ernannte ihn die schwedische Königin zum Generalmajor der Kavallerie bei der Königsmarck´schen Armee.

Das Leben des Generalmajors Friedrich Christoph von Hammerstein hat sein Nachfahre Hans-Adam von Hammerstein aufgeschrieben. Foto: Conny Rutsch

Interessant wird die Geschichte dieses Mannes vor allem auch mit seinem letzten Lebensabschnitt. Er selbst war kinderlos geblieben und kümmerte sich im Alter um die elf Kinder seines Onkels und Ziehvaters Hans-Adam von Hammerstein (1579 bis 1653), Herr auf Equord und Hornoldendorf – der der achtfache Urgroßvater des Autors ist.

40 private Briefe

Aus den im Staatsarchiv in Osnabrück deponierten Unterlagen der Familie von Hammerstein bezieht Hans-Adam von Hammerstein seine spannenden und ausführlichen Rechercheergebnisse. „Zusätzlich konnte ich aus 40 privaten Briefen des Generalmajors einen Blick in seinen letzten Lebensabschnitt erhalten“, erzählt der Autor, für den sich die Geschichte des berühmten Vorfahren damit rundet.

Den uralten Humpen des Generalmajors umgibt im Hause von Hammerstein eine besondere Geschichte, die seit Generationen in der Familie weitergegeben wird. Der alte schwedische Generalmajor von Hammerstein habe den Humpen dem Hause Gesmold gestiftet, heißt es. Damit verbunden ist die Verfügung, dass immer, wenn ein von Hammerstein zum ersten Mal Gast auf dem Schloss ist, er den gefüllten Humpen, der immerhin eineinhalb Liter misst, in einem Zug zu leeren muss, um dann eine Rede auf das Wohl besagten Generals und das Haus Gesmold auszubringen. „Heute füllen wir den Humpen nicht mehr ganz, und der Gast darf das Getränk auch selbst wählen“, erzählt Hans-Adam von Hammerstein mit einem Augenzwinkern.

Vortrag und Besichtigung

Hans-Adam von Hammerstein stellt sein Buch zusammen mit dem herausgebenenden Aschendorff Verlag am Mittwoch, 2. Oktober, im Café des Schlosses Gesmold um 19 Uhr mit einem Kurzvortrag vor. Anschließend erhalten die Gäste die Gelegenheit, bei einer Kurzbesichtigung in den Räumlichkeiten des Schlosses, einige Exponate aus dem Besitz des Generalmajors anzusehen. Der Eintritt ist frei.


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