Zusammenhang zwischen Klima und Ernährung IGS-Schüler aus Melle lernen beim „Klimafrühstück“

Von pm

Klimafrühstück: Schüler mit Lehrer Oliver Hegemann an einem der Büffet-Stände. Foto: Martin BehrensKlimafrühstück: Schüler mit Lehrer Oliver Hegemann an einem der Büffet-Stände. Foto: Martin Behrens

Melle. Während Hunderttausende zum Klimaaktionstag auf die Straßen zogen, beschäftigten sich die 150 Schüler des 9. Jahrgangs der IGS Melle ganz praktisch mit der Frage, welchen Zusammenhang Klima und Ernährung haben. Den Rahmen dazu bot ein sogenanntes „Klimafrühstück“.

„Es geht darum, Perspektiven zu schaffen, eigenes Verhalten, also den überschaubaren Rahmen des eigenen Tuns, zu reflektieren und Alternativen zu kennen“, erklärt Jahrgangsleiter Martin Behrens.

Unlösbare Probleme

 „Nicht passive Ohnmacht angesichts der ‚großen, unlösbaren‘ Probleme, sondern eigene Entscheidungen und ihre Auswirkungen aufs Klima stehen da im Fokus und sollen die Schüler stark machen, sich zu entscheiden.“ Und da sei der Kühlschrank näher an der jugendlichen Lebenswelt, als die Ölheizung oder der Kurztreckenflug. Zu den Themen Verpackung, Erzeugungsweise, Regionalität, Saisonalität und Fleischkonsum konnten die Schüler zwischen unterschiedlichen Artikeln am Büffet wählen. 

Zu je einer Station erarbeiteten die Schüler nach einer Recherche-Phase während des Frühstücks in Gruppen Informationsplakate, die im Gesellschaftslehre-Unterricht zur aktuellen Unterrichtsreihe „Klima im Wandel“ aufgegriffen werden können. Viele überraschte, dass der Bereich Ernährung für rund ein Fünftel der CO2-Emissionen verantwortlich ist, aber auch, wie schwierig und komplex das Thema nachhaltiger Konsum ist: „Dann sieht man, dass die Bio-Milch aus Bayern nicht unbedingt besser ist, als die konventionelle Milch aus der Region“, erklärt Luca Gunst (14). 

Als Anschlussaufgabe sind die Schüler eingeladen, ihr eigenes Ernährungsverhalten zu beobachten und kriterienorientiert festzuhalten, um nach möglichen, klimabewussteren Alternativen zu suchen. „Niemand soll auf Bananen aus Südamerika verzichten, nur weil sie nicht regional sind“, so Behrens. „Aber es wäre ein großer Erfolg, wenn ein Prozess gestartet wird, der vielleicht dazu führt, dass man nicht schon im Juni Weintrauben aus Indien kauft, sondern vielleicht noch ein paar Wochen wartet, bis sie auch in Süddeutschland oder Italien reifen.“ 


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