Tolle Premiere der Grönenbergschule Feuer, Fakire und süße Matrosen beim Meller Zirkusprojekt

Feuer und Flamme für die Darbietungen waren die Zuschauer bei der Premiere des Zirkusprojektes des Grönenbergschule Melle. Foto: Michael HengeholdFeuer und Flamme für die Darbietungen waren die Zuschauer bei der Premiere des Zirkusprojektes des Grönenbergschule Melle. Foto: Michael Hengehold 

Melle. "Ooh!", schallt es aus dem Zuschauerblock rechts. Die in der Mitte sind ebenfalls begeistert und machen "Aah!" Und auf der linken Seite werfen sie die Arme hoch und rufen: "Das ist doch nicht möglich!" Das Zirkusprojekt der Grönenbergschule erlebte am Freitagnachmittag eine fantastische Premiere.

Ja, beim Zirkus Dobbelino wissen sie, wie man eine Show inszeniert. Das fängt schon am Zelteingang an. Der ist nämlich um kurz vor drei noch zu. So stauen sich die Zuschauer draußen zunächst zur imposanten Menge und strömen schließlich auf einen Schlag ins Zelt anstatt reinzukleckern. Ganz rechts sitzen die 100 jungen Artisten der Grönenbergschule, die wie ihre 300 Kameraden eine Woche für das Programm geübt haben. Schon geschminkt, aber noch nicht im Kostüm. Viele Kinder recken die Hälse nach ihren Eltern im Rund, das 400 Besuchern Platz bietet. Es wird viel gewunken.

Als eine bekannte Melodie erklingt, klatschen alle mit. Schließlich ertönt die 20th-Century-Fox-Fanfare. Jubel im Zelt. Dann geht es los.


Die Trampolinspringer eröffnen die Vorführung. Hüpfen in ihren rot-weiß gestreiften T-Shirts in die Matte, durch einen Reifen, über Kinder, Erwachsene und sogar Feuer hinweg. 

Foto: Michael Hengehold

Es folgen die Tellerdreher, deren Nummer in eine kleine Geschichte in einem Restaurant verpackt ist. Die Kinder, als Köche kostümiert, lassen die Plastikteller auf Stöckchen rotieren und auf dem gestreckten Finger und bekommen eben so viel Applaus des euphorischen Publikums wie ihre Vorgänger. Alles geht gut, bis Clown Dobbi etwas in der Kiste mit den Tellern entdeckt...

Foto: Michael Hengehold

Mit dem schwankenden Gang eines Seemanns ziehen anschließend kleine Matrosen in die Manege ein. Hinreißend süß präsentiert sich die ausschließlich weibliche Schiffsbesatzung, die sich als Gruppe von Akrobaten entpuppt. Zwischendurch geben sie durch ein kräftig-einstimmiges "Ahoi!" jedoch mehrfach zu erkennen, dass die hohe See ihre eigentliche Heimat ist.

Foto: Michael Hengehold

Durch das Programm führt charmant-witzig Clown Dobbi alias Zirkuspädagoge David Wegener, der in den Tagen zuvor mit den Fakiren und den Tellerdrehern deren Nummern eingeübt hat. Nun ist es Zeit, mal jemand aus dem Publikum einzubinden, findet Dobbi und holt Doreen in die Manege, die fortan die Aufgabe hat, die "Ooh"-  und "Aah"-Chöre zu dirigieren. Wann immer sie mit der Hand auf einen Block weist, sind alle, die dort sitzen, gehalten, einstimmig zu aahen, zu oohen oder die Hände in die Luft zu werfen und "Das ist doch nicht möglich!" auszurufen. Sie wird ihre Aufgabe zur allgemeinen Freude bravourös erledigen.

Foto: Michael Hengehold

Schlag auf Schlag geht es weiter. Außerirdische und Astronauten balancieren auf roten Laufkugeln und lassen dabei Tücher, Keulen und Ringe kreisen. 

Foto: Michael Hengehold

Anschließend muss wieder einer aus dem Publikum ran. Diesmal erwischt es "Siggi", der prüfen soll, ob die Scherben wirklich echt sind und das Nagelbrett angemessen piekst, auf dem anschließend junge Fakire ihre Kunst zeigen. Zunächst muss er allerdings einen blauen Sicherheitshelm aufsetzen und eine Signalweste anziehen, was sich als gar nicht so einfach herausstellt.

Foto: Michael Hengehold

Nachdem Siggi die Gefährlichkeit der Utensilien ordnungsgemäß bestätigt hat, stellen sich anschließend die jungen Fakire barfuß auf echte Glasscherben. Als sich der erste von ihnen auf dem Nagelbrett niederlässt, ertönt tatsächlich ein spitzer Schrei des Entsetzens aus dem Publikum. Und schließlich dürfen die Fakire sogar ihre Feuerfestigkeit unter Beweis stellen.

Foto: Michael Hengehold

Bevor es in die viertelstündige Pause geht, sorgen eine Diabolo- und eine Clownsnummer der Profis vom Zirkus Dobbelino für Stimmung im Zelt auf dem ehemaligen Festplatz gegenüber des Grönegaubades.

Weitere Höhepunkte folgen in Hälfte zwei: schwingende Trapezartisten, Jongleure, Balancekünstler auf dem Rola-Bola (eine Brett auf einer Rolle) und die Poi-Swinger, die man getrost als Stimmungsbomben bezeichnen kann. Was das ist? Erfahren die Zuschauer der weiteren Vorstellungen am frühen Freitagabend sowie zweimal am Samstag. Ahoi!


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