Oberschüler bauen Niströhren Große Hilfe für eine kleine Eule in Neuenkirchen

Schülerin Nadin Wietstock von der Wilhelm-Fredemann-Oberschule befestigt die Niströhre für den Steinkauz im Baum. Foto: Nele LilierSchülerin Nadin Wietstock von der Wilhelm-Fredemann-Oberschule befestigt die Niströhre für den Steinkauz im Baum. Foto: Nele Lilier

Neuenkirchen. In einem Artenschutzprojekt bauten 18 Schüler der neunten und zehnten Klassen der Wilhelm-Fredemann-Oberschule Neuenkirchen Niströhren für Steinkäuze. 14 Niströhren hängten die Schüler in Gärten des Ortes auf. Die kleinen Eulen ließen nicht lange auf sich warten und besetzte prompt einige der Röhren.

„Kuiwitt“ -  „Komm mit“: Der nächtliche Ruf des Steinkauzes versetzte früher viele Menschen in Angst und Schrecken und brachte ihm den Ruf des „Todesvogels“ ein: Man glaubte, dass sein Ruf den baldigen Tod eines Menschen ankündigen würde. Tatsächlich lockte das Licht, dass man bei Verstorbenen ins Fenster stellte, Insekten an und diese wiederum den hungrigen Kauz. Diese historische Geschichte und viel mehr Wissenswertes rund um die bedrohte Eule erzählte Andreas Schüring, überregional bekannter Eulenexperte aus Werlte im Emsland, den Schülerinnen und Schülern der Wilhelm-Fredemann-Oberschule in Neuenkirchen im Rahmen einer eindrucksvollen Präsentation.

Projektwoche für den Steinkauz

Biologielehrer Christian Kosanetzky hatte die Idee zu diesem Artenschutzprojekt und stellte den Kontakt her. Zusammen mit seiner Kollegin Constance Guretzki arbeitete er mit 18 Schülerinnen und Schülern der Klassen 9 und 10, tatkräftig unterstützt von Andreas Schüring und dem Gesmolder Steinkauzkoordinator Guido Oberwestberg, in einer Projektwoche drei Tage lang für den Steinkauz.

Gerüstet mit viel theoretischem Wissen über die Ursachen des Bestandsrückganges und möglicher Schutzmaßnahmen ging es in den Werkraum, wo an zwei Tagen rund 600 Meter Holzleisten, hunderte Nägel und etliche Meter Dachpappe zu Niströhren für die kleine Eule verarbeitet wurden. Lehrer und Betreuer zeigten sich beeindruckt von der Begeisterung, mit der die Jugendlichen zur Tat schritten.

Tatkräftig arbeiten die Schülerinnen Nele Lilier (links) und Emelie Wache an den Steinkauzniströhren. Foto: Christian Kosanetzky
Stolz präsentieren die Schülerinnen und Schüler mit ihren Lehrern Christian Kosanetzky, Constanze Guretzki und Referent Andreas Schüring (von links nach rechts) die in der Projektwoche angefertigten Steinkauzröhren. Foto: Mira Heggemann

Steinkauzbetreuer Oberwestberg hatte seinerseits im Vorfeld mögliche Standorte im Umfeld von Neuenkirchen ermittelt und sich mit den Grundstückbesitzern abgestimmt. So konnten 14 Niströhren in rekordverdächtiger Zeit aufgehängt werden. „Das ging Hand in Hand“, freut sich Lehrer Kosanetzky. Sogar nach Abschluss der Projektwoche am Freitagabend hätten sich noch genug Freiwillige gefunden, die die letzten Röhren aufhängten – unterstützt durch motivierte Eltern, die den Jugendlichen halfen, berichtete Kosanetzky. 

Die Schülerinnen Johanna Mannott und Nele Lilier bringen zusammen mit Biologielehrer Christian Kosanetzky die neu gebauten Steinkauzröhren in einem Hochstamm Apfelbaum an. Foto: Emelie Wache

Als am Tag nach dem Aufhängen bereits die ersten Steinkäuze beobachtet wurden an einer gerade aufgehängten Röhre, war die Freude bei allen Aktiven groß – eine Fortsetzung ist nicht ausgeschlossen. „Zur Zeit sind wir auf der Suche nach Materialspenden in Form von Holzleisten und unbehandelten Brettern“, so Lehrer Kosanetzky. Dann könnten noch mehr Käuze im Umfeld von Melle ein neues Zuhause finden. Schüler, Lehrer und Experten sind nun gespannt, wie viele der neuen Niströhren im nächsten Jahr besetzt sein werden.

Foto: Christian Kosanetzky


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN