Themen im Ortsrat Wochenmarkt in Buer wird in diesem Herbst fünf Jahre alt

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Buer. Der Wochenmarkt in Buer kann in diesem Jahr ein kleines Jubiläum feiern. Seit fünf Jahren gibt es den Markt. Wie dieses besondere Ereignis gefeiert werden soll, war neben vielen anderen ein Thema im Ortsrat.

Für einen so kleinen Ort wie Buer ist der Wochenmarkt schon etwas Besonderes. Folglich ist nicht nur Uschi Thöle-Ehlhardt (UWG), die den Markt vor fünf Jahren nach Buer holte, sondern auch Marktleiter Arend Holzgräfe (FDP) mächtig stolz auf diese Institution in Buer. Doch damit sind die Gemeinsamkeiten der beiden Ortsratsmitglieder bezüglich des Marktes auch schon ausgeschöpft. Über die Frage, ob und wie das Fünfjährige begangen werden soll, herrscht nämlich Uneinigkeit. 

Uschi Thöle-Ehlhardt hatte in einer E-Mail an die Ortsratsmitglieder Ideen zusammengefasst, wie das kleine Jubiläum gefeiert werden könnte. Unabhängig davon hatte sich auch Arend Holzgräfe Gedanken zu einem kleinen Herbstfest gemacht, mit den Marktbeschickern gesprochen und Ideen konkretisiert. Ein Kartoffelfest könnte es werden, am 17. Oktober. Von den Plänen Thöle-Ehlhardts habe er nichts gewusst. "Meine Begeisterung war deshalb auch begrenzt, als ich das Programm gesehen habe", gab er zu. 

Von einem Programm wollte Thöle-Ehlhardt nichts wissen. Das seien Vorschläge und kein Programm. "Ich finde es ein bisschen dreist, dass mir unterstellt wird, ich wolle eine Konkurrenzveranstaltung aufziehen", meinte sie. Um dieser Auseinandersetzung aus dem Weg zu gehen, hatte sie zu Beginn der Sitzung den Antrag gestellt, diesen Punkt von der Tagesordnung zu streichen. Die anderen Ortsratsmitglieder lehnten dies jedoch ab. Im Vorfeld der Sitzung hatte es bereits Missstimmung zu diesem Thema gegeben, berichtete Thöle-Ehlhardt. Man solle die Vorschläge beider zusammenführen, "zum Wohle der Bürger", forderte Wilhelm Hunting (SPD).

Keine Missstimmung, aber doch ein bisschen Enttäuschung machte sich unter den Ortsratsmitgliedern breit, als Tourismusmanagerin Judith Fidler sich vorstellte und die Umsetzung des Tourismuskonzepts erläuterte. Tourismus müsse aus Sicht des Touristen und nicht aus Sicht der Einheimischen gedacht werden, stellte sie klar. "Die Ortsteilebene spielt dabei keine Rolle", so die unmissverständliche Botschaft. Tourismus werde nämlich in größeren Räumen gedacht, auf Stadtebene oder sogar auf regionaler Ebene. Deshalb könne in der Außendarstellung der Stadt auch nicht jeder Stadtteil zu gleichen Anteilen berücksichtigt werden. Es gehe um Attraktionen, die über Melle hinaus interessant sind und ein Magnet sein können, erklärte Fidler. 

Die Ortsratsmitglieder gaben jedoch die Hoffnung nicht auf, ein großes Stück vom Tourismus-Kuchen für Buer zu sichern. Sie zählten die Sehenswürdigkeiten auf und luden Fidler prompt zum Rundgang ein. 

Ein weiteres Thema im Ortsrat war die Installation von Ballfangzäunen auf dem Sportplatz am Groenen Holz. Das Sportamt der Stadt hatte in dieser Sache um eine Empfehlung des Ortsrates gebeten. Aus Sicht der CDU ist ein Ballfangzaun auf der Seite zur Barkhausener Straße nicht nötig, da dort das Risiko, dass ein Ball auf die Straße fliegt, gering ist. Auf der anderen Seite des Platzes jedoch sollte nach Ansicht des Ortsrates der bestehende Zaun erneuert werden.

Darüberhinaus stimmte der Ortsrat einstimmig für den Finanzierungsantrag des Heimat- und Verschönerungsvereins Buer zur Sanierung der Dorfglocke in Meesdorf. Der Dorfabend soll umstrukturiert werden, da die Resonanz der Vereine bislang gering war. In der Einwohnerfragestunde kam die Parksituation an etlichen zentralen Straßen in Buer zur Sprache. Wenn vor Miets- und Geschäftshäusern zu wenig Parkflächen ausgewiesen sind, nutzen Autofahrer die Straße als Parkfläche. In Buer sind die Straßen Barkhausener Straße, Auf Torf und Bremer-Tor-Straße betroffen. Ein weiteres Thema der Einwohnerfragestunde war das Aufstellen einer blauen Bank an einem zentralen Ort in Buer. Diese Bänke sind Orte der Kommunikation. Wer klönen möchte, nimmt dort Platz. Die Bänke sollen Menschen aus ihrer Einsamkeit holen. 

Zu den Plänen, die Kirchhofsburg barrierefrei umzugestalten, wollte Uschi Thöle-Ehlhardt wissen, wie groß die Chancen sind, Gelder aus den ILE-Töpfen zu bekommen. Ortsbürgermeister Dieter Finke-Gröne (CDU) erklärte, die Bewerbung auf die Fördergelder sei eingereicht und komme in die Auswahl für zwei Fördertöpfe. Die Chancen seien nun etwas höher, Zuschüsse zu bekommen. Aber Vorhersagen seien nicht möglich.

Auf ein Problem auf dem alten Friedhof wies Bärbel Rolle (SPD) hin. Dort würde sich des Öfteren eine Gruppe von Männern treffen, die ihren Müll liegen lassen und die Beete verschmutzen. Anwohner hätten ihr Fotos gezeigt, berichtete Rolle. Die Papierkörbe würden überquellen, Exkremente seien an einigen Stellen gefunden worden. Zum Stand der Glasfaserverkabelung berichtete der Ortsbürgermeister, die Bauarbeiten würden bis Ende 2019 abgeschlossen sein. Der Ausbau des Martini-Kindergartens werde im kommenden Jahr im Januar oder Februar fertig, berichtete Arend Holzgräfe (FDP). Und die Flächenerweiterung am Kinderhaus Buer sei nun abgeschlossen. 


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