Vortrag und Buchpräsentation über das Volk der Sámen im Böckstiegel-Museum Finissage der Ausstellung „Jugend und Alter“

Peter August Böckstiegel, Lappenmädchen, 1925, Aquarell und Tusche auf Papier.  Foto: Böckstiegel MuseumPeter August Böckstiegel, Lappenmädchen, 1925, Aquarell und Tusche auf Papier. Foto: Böckstiegel Museum

Melle/Werther. Um die Wertschätzung Böckstiegels für das indigene Volk der Sámi (sogenannte „Lappen“), die er 1925 porträtiert hat, in den Vordergrund zu rücken, findet in Zusammenarbeit mit dem Fremdsprachenzentrum der Universität Bielefeld am letzten Ausstellungstag von „Jugend und Alter – Der Mensch im Werk von Peter August Böckstiegel“ am Sonntag, 15. September, ein besonderes Rahmenprogramm statt.

Um 16.30 Uhr hält Johanna Domokos von der Universität Bielefeld einen Vortraag über die Geschichte und die Kultur dieses indigenen Volkes.

Um 17.30 Uhr schließt sich die Buchpräsentation der sámischen Künstlerin Sara Margrethe Oskal mit dem Werk „Voll die Rasselbande“, übersetzt von der Gruppe Bie, Studierende der Universität Bielefeld, an.

Weitere Informationen gibt es am Büchertisch mit sámischer Literatur, die ins Deutsche von der Gruppe Bie übersetzt worden ist. Zur Finissage ist außerdem der Gedichtband „Voll die Rasselbande“ der Gruppe Bie zum ersten Mal erhältlich.

Samische Köstlichkeiten

Zwischendurch können im Café Vincent das sámische Getränk Kaffeekäse oder auch andere sámische Köstlichkeiten gekostet werden.

Immer wieder traten Menschen in das Leben Peter August Böckstiegels (1889-1951), die ihn besonders beeindruckten und ihn bewogen, sie zu porträtieren. So traf der Künstler 1925 im Dresdner Zoo auf Mitglieder der Volksgruppe der Sámi, die dort auf der sogenannten Völkerwiese zur Schau gestellt wurden. Diese Begegnung hielt Böckstiegel in einigen eher unbekannten Kunstwerken, vier Aquarellen, darunter das Aquarell „Lappenmädchen“, drei Radierungen und in einem heute verschollenen, großformatigen Ölgemälde fest. Die Ausstellung „Jugend und Alter – Der Mensch im Werk von Peter August Böckstiegel“ zeigt einige dieser Arbeiten und präsentiert damit eine bislang wenig bekannte Seite im Werk des Künstlers.

Sehr berührt

Wie sehr ihn dieses Zusammentreffen berührt haben muss, kann man seinen Briefzeilen, gerichtet an seinen Freund Max Tietz, entnehmen: „Es war mir, als ob ich in die Urwelt gesehen, so wunderbar sind diese Menschen, lauter Urnatur in jeder Handlung.“

Im Gegensatz zu dem rassistischen Konzept der Völkerschauen in Leipzig und Dresden hatte Böckstiegel offenbar eine positive Einstellung zu den samischen Menschen und ihrer Kultur. 


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