Stadtteil Neuenkirchen trauert Kurt Liebich ist in Melle gestorben

Er war immer für andere da: Kurt Liebich Foto: Petra RopersEr war immer für andere da: Kurt Liebich Foto: Petra Ropers
Petra Ropers

Neuenkirchen . Am 2. September verstarb nach langer Krankheit Rektor i.R. Kurt Liebich. Viele Bürger des Meller Stadtteils Neuenkirchen und darüber hinaus trauern um einen allseits geschätzten Menschen, der sich als ehrenamtlicher Förderer des Gemeinwesens in vielfältiger Weise verdient gemacht hat.

Sein hoher ethischer Anspruch war geprägt von christlicher Verantwortung.

Kurt Liebich, Jahrgang 1929, verlebte seine Kindheit im Kreis seiner Eltern und dreier Geschwister. Bereits in jungen Jahren reifte in ihm der Wunsch, Lehrer zu werden.

Doch der Zweite Weltkrieg stellte die Weichen zunächst völlig anders. Schon als 15-jähriger geriet er in russische Gefangenschaft. Nach Vertreibung aus dem schönen schlesischen Bergland verschlug es die Familie nach Bippen in den Altkreis Bersenbrück. Dort begann Kurt Liebich zunächst eine Ausbildung als Verkaufsfahrer einer großen Handelskette.

 1957 konnte er sich endlich seinen Jugendtraum erfüllen. Im Alter von 27 Jahren begann er sein Pädagogikstudium an der Universität in Osnabrück. Als Junglehrer übernahm er 1959 seine erste Klasse an der Volksschule Neuenkirchen. Es folgten einige Jahre der Abordnung zur Volksschule Schiplage, bevor er als relativ junger Bewerber zum Leiter der Kantor-Wiebold-Schule in Neuenkirchen berufen wurde.

 Bis zu seiner Pensionierung im Jahr 1990 erlebte Kurt Liebich die Auflösung der kleinen Dorfschulen sowie den vielfältigen Wandel von der Volksschule zur Grund- und Hauptschule mit Erprobungsstufe. Die wichtigste Anforderung an seinen eigenen Unterricht fand sich nicht im offiziellen Lehrplan, sondern bestand in der individuellen Wertschätzung und Förderung der ihm anvertrauten Kinder.

 Mit viel Empathie

Ein wichtiges Anliegen war ihm sein ehrenamtliches Engagement. Im März 1977 war Kurt Liebich Mitbegründer des Heimatvereins Neuenkirchen und übernahm zugleich den Vorsitz. Er hat dieses Amt 30 Jahre lang mit viel Empathie und Herzblut versehen und schuf damit die Grundlage für ein gutes Miteinander vor Ort. Im Mittelpunkt seiner Arbeit standen eine Fülle von Aktivitäten, darunter Heimatabende und Theateraufführungen, die er gemeinsam mit seiner allzu früh verstorbenen Ehefrau Regina in einer Zeitspanne von 16 Jahren in Szene setzte.

 Auch in der örtlichen Kirchengemeinde war er aktiv. Als Mitglied im Kirchenvorstand und im Kirchenkreis, als Förderer des Neuenkirchener Altenzentrums, als langjähriger Sänger im Kirchenchor und schließlich als örtlicher Vertreter für Kirchenführungen ist er nachhaltig in Erinnerung geblieben.

Seine dem Menschen zugewandte Art zeigte Kurt Liebich nicht zuletzt in der Hilfe für Bedürftige, indem er zugereisten russlanddeutschen und vietnamesischen Familien unentgeltlich Deutschunterricht erteilte. Auch an der Meller Tschernobyl-Aktion war er maßgeblich beteiligt.

Als verdiente Anerkennung für seine beispielhafte Lebensleistung wurde ihm das Niedersächsische Landesverdienstkreuz verliehen.

Kurt Liebich hat sich immer für die gemeinschaft eingesetzt. Dafür bedanken sich im Nachhinein nicht nur die Neuenkirchener Heimatfreunde sondern auch viele Bürger im Grönegau. pm


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