Mehrfach einschlägig vorbestraft 57-jährige Mellerin wegen Betruges verurteilt

Geldbeträge in vierstelliger Höhe soll die Mellerin nicht gezahlt haben. Foto: dpaGeldbeträge in vierstelliger Höhe soll die Mellerin nicht gezahlt haben. Foto: dpa

Osnabrück/Melle. Sie ist mehrfach einschlägig vorbestraft und soll ein Meller Handwerksunternehmen beauftragt haben, ohne dieses zu bezahlen: Vor dem Landgericht Osnabrück musste sich am Freitag eine 57-Jährige aus Melle verantworten.

Für ihr Perückenstudio soll sie einen Waschtisch in Auftrag gegeben haben. Die Arbeiten erledigte ein Unternehmen, die Rechnung zahlte die Mellerin aber bis auf eine kleine Zahlung in Höhe von 50 Euro nicht.

Geldstrafe in vierstelliger Höhe

Das Amtsgericht Osnabrück verurteilte sie deshalb zu einer Geldstrafe von 1750 Euro (70 Tagessätze zu je 25 Euro), die Mellerin ließ durch ihre Anwältin Berufung gegen das Urteil einlegen.

Im Rahmen der Berufungsverhandlung vor dem Landgericht Osnabrück konfrontierte der Richter die Angeklagte mit ihrer angeschlagenen finanziellen Situation und den zahlreichen Betrugsdelikten, die im Bundeszentralregister verzeichnet sind. 

„Wie wollen Sie aus der Nummer rauskommen?“, fragte der Richter die Mellerin. Die pochte auf ihre schwere gesundheitliche Lage und darauf, dass sie selbst den Waschtisch gar nicht in Auftrag gegeben haben will. „Das war der Vermieter“, so die Frau, „der hat den Auftrag unterschrieben.“

Forderung beglichen

Dass sie seit 2011 immer wieder irgendwelche Krankheiten angebe, um sich vor Zahlungen an verschiedene Gläubiger offenbar zu drücken, war dem Gericht anhand verschiedener Akten aufgefallen. „Sie schieben hier immer wieder Krankheiten vor“, so der Richter, „das wirkt insgesamt alles nur wenig glaubhaft auf mich.“

Das ließ die Angeklagte nicht auf sich sitzen: „Ich habe den Eindruck, dass Sie voreingenommen sind“, schimpfte sie. Und machte anschließend deutlich, dass es ihr auch aktuell gesundheitlich nicht gut gehe. Ihre Anwältin betonte, dass die Forderung an das Meller Handwerksunternehmen längst beglichen sei. Belege darüber reichte sie an den Richter weiter.

Der Staatsanwalt betonte, dass das Urteil des Amtsgerichtes an und für sich mild sei, da die Mellerin schließlich zum Tatzeitpunkt unter Bewährung stand.

Das Gericht kam nach einer Beratung dazu, das Urteil auf 1250 Euro zu senken (50 Tagessätze zu jeweils 25 Euro). Unter anderem, weil die Rechnung an das Handwerksunternehmen bereits beglichen ist.


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