Kein Tiki-Taka an der Thomasburg Bolzplatztester, Teil 4: Luis Siepe und Magnus Rudolph

Unsere Bolzplatztester in Melle: Luis Siepe (links) und Magnus Rudolph (beide 12). Foto: Heike DierksUnsere Bolzplatztester in Melle: Luis Siepe (links) und Magnus Rudolph (beide 12). Foto: Heike Dierks

Melle. In diesen Wochen lassen wir Kinder und Jugendliche aus den Meller Ortsteilen für eine kleine Serie verschiedene Bolzplätze auf ihre Bespielbarkeit testen. Luis Siepe und Magnus Rudolph aus Melle nehmen sich für das „Meller Kreisblatt“ den Bolzplatz an der Thomasburg in Altenmelle vor.

Die Freunde kennen sich seit der Kinderkrabbelgruppe. Sie haben bei den Minikickern des SC Melle zusammen das Fußballspielen gelernt und kicken jetzt in der ersten D-Jugend des Vereins. IGS-Siebtklässler Luis ist Torwart, Magnus, der die siebte Klasse des Gymnasiums besucht, spielt im zentralen Mittelfeld. Immer wieder verabreden sich die Zwölfjährigen auch privat zum Bolzen. Dafür wählen sie mit Vorliebe das Areal am Feuerwehrhaus aus – zumindest wenn der Rasen frisch gemäht ist. 

Magnus wohnt in der Nachbarschaft, Luis ist zwar am anderen Ende der Stadt beheimatet, übernachtet dann aber gerne bei Magnus, um mit ihm zu spielen. Der Bolzplatz im städtischen Gebiet ist umgeben von der frequentierten Nachtigallenstraße auf der einen Seite, dem Feuerwehrhaus auf einer Kopfseite und von zwei kleineren Straßen. Die Umgebung und auch die Verkehrsgeräusche stellten für sie kein Problem dar, berichten die beiden Jungs. Die Lage des Areals sei gut. „Der Platz ist ganz cool, um hier ab und zu zu spielen“, bekräftigt Magnus.

Riesige Löcher auf einer Zaunseite, sandiger Torraum: Der Bolzplatz an der Thomasburg in Altenmelle hat verbesserungswürdige Ecken. Foto: Heike Dierks

Der Bolzplatz ist auf drei Seiten umzäunt, die Spielplatz-Seite ist offen. Die Zaunhöhe sei schon in Ordnung, nicken die Jungs, auch wenn mal ein Ball drüber fliege. Heikle Situationen auf der Straße habe es bei ihnen bisher nicht gegeben. Wohl sei schon mal ein Ball auf dem Dach des Feuerwehrhauses gelandet. Der Zaun zum Feuerwehrhaus ist neu, die anderen Teile sind älter. Arg löchrig ist der Zaun auf der gegenüberliegenden Tor-Seite. Wenn der Ball dort beim Torschuss das Gehäuse verfehlt, ist die Chance groß, dass er durch ein klaffendes Zaunloch hindurch ausbüxt.

Die Größe des Feldes sei passend für Spiele mit sechs bis acht Leuten. Die Tore sind „nicht so schlecht für einen Bolzplatz“, äußern die Freunde gnädig. Keeper Luis fürchtet anders als vorherige Bolzplatztester dieser Serie keine durch das Gestänge als Netzersatz hart zurückprallenden Bälle. „Ich stehe sowieso immer einen Meter vor dem Tor“, berichtet der Zwölfjährige. Wohl aber fällt ihm das Hinschmeißen schwer, denn der Rasen rund um die Torlinie ist auf beiden Seiten verschwunden. Und der sandige Boden kann ganz schön hart sein.

In Nachbarschaft zur Feuerwehr: Der Bolzplatz an der Thomasburg in Altenmelle. Foto: Heike Dierks

Nach ausgiebigem Regen sammelt sich Wasser in den kahlen Senken vor den Toren und in der Platzmitte, Pfützen bleiben dann über Tage stehen. Der Untergrund ist „ein bisschen uneben“, erklärt Luis. Und wenn er nicht gemäht ist, erreicht das Gras Ballhöhe. Doch die Jungs kommen klar mit den Zuständen an der Thomasburg. Und irgendwie machen imperfekte Rahmenbedingungen ja auch den Charme solcher Bolzplätze aus.

„Technisch anspruchsvollen Fußball darf man hier natürlich nicht erwarten“, betont Magnus’ Papa. Er kickt auch gelegentlich mit. In den Zweikämpfen gegen seine Söhne Niklas – der 15-Jährige ist auch mal mit von der Partie – oder Magnus sei der Ehrgeiz auf beiden Seiten vorhanden, erzählt Jens Rudolph lachend. „Papa hält mich dann manchmal fest, das regt mich auf“, berichtet Magnus.

Luis` Vater trainiert die Freunde beim SCM

Von der besonderen Gangart zwischen Vätern und Söhnen kann auch Luis erzählen, denn sein Vater Michael war seit der F-Jugend der Vereinstrainer der beiden Freunde, jetzt ist er der Co-Trainer. „Der eigene Papa behandelt einen etwas härter als die Mitspieler“, sagt Luis. An den Wochenenden kommt er regelmäßig in den Genuss von extra Torwarttraining mit seinem Vater, der einst auch zwischen den Pfosten stand.

Auch wenn Luis und Magnus zu zweit sind, bekommt der Fänger einiges aufs Gehäuse. Manchmal stellen sich die Freunde spezielle Aufgaben: Magnus muss beim Schuss gezielt die Latte treffen, und Luis muss auf Kommando mit Seitwärtsschritten erst einmal den Pfosten erreichen, ehe er – zurück in der Tormitte – den Ball parieren darf. Ballhochhalten ist bei den Zwölfjährigen ebenfalls angesagt. Ab einer Gruppenstärke von mindestens vier Spielern wird gegeneinander gespielt – aber eben zwangsläufig nicht im filigranen Tiki-Taka-Modus.


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