Ausstellung in Osnabrück Künstler aus Melle vereinfacht ohne Langeweile

Den Meller Künstler Joachim Jurgelucks nahmen Galerist Reinhart Richter und Laudatorin Lioba Werth in die Mitte. Foto: Christoph FrankenDen Meller Künstler Joachim Jurgelucks nahmen Galerist Reinhart Richter und Laudatorin Lioba Werth in die Mitte. Foto: Christoph Franken

Melle/Osnabrück. An prominenter Stelle, am Eingang zur Osnabrücker Altstadt im Kreuzungebereich Wall/Bierstraße in Osnabrück sind jetzt in der „skulptur-galerie“ bis zum 14. September Werke des Meller Künstlers Joachim Jurgelucks zu sehen.

Zur Ausstellungseröffnung bescheinigte die promovierte Psychologie-Professorin Lioba Werth (Rödinghausen) dem Autodidakten, Arbeiten von „lebendiger dynamischer Eleganz“ aus seinen Werkstoffen zu schaffen.

Galerist Reinhart Richter verwies während der Ausstellungseröffnung auf die Schnittstellenfunktion der Laudatorin, die einerseits Management-Coachings anbietet, andererseits aber aus einer Künstlerfamilie stammt und selbst bildnerisch arbeitet. Insofern bietet Lioba Werth auch Coachings für Künstler, Galeristen und Kunsthistoriker an.

Richter begrüßte unter den Gästen der Vernissage auch Jens Raddatz, den BBK-Vorsitzenden in Osnabrück und lobte den Zusammenhalt der Galeristen in der Osnabrücker Altstadt.

Lioba Werth betonte in ihrer Rede die „wunderbare Aufgabe“ von Kunst, sich in einer reizüberfluteten und schnellebigen Welt auf das Wesentliche zu besinnen. Dem stelle sich Jurgelucks. Er reduziere in seinen Werken die momentane Welt mit ihrer Reizüberflutung auf das Wesentliche. Er vereinfache, ohne banal zuwerden, abstrahiere, ohne langweilig zu sein und minmiere, ohne ohne an Schönheit und Aussage zu verlieren.

Seine Liebe zum Holz

Aufgewachsen in der verwunschenen Gartenlandschaft einer Baumschule in Melle sei seine Liebe zu Holz als dem natürlichsten Kunstmaterial überhaupt entstanden.

Verständlich sei daher, dass der Autodidakt Jurgelucks Holz als seinen Hauptwerkstoff betrachte. Die jetzt in Osnabrück eröffnete Ausstellung „Form und Linie“ präsentiere aber ganz bewusst drei unterschiedliche Werkstoffgruppen des Künstlers: Holz mit bis zu 20 Schichten lackiert, Bronze für den Außenraum und Stahl. Gerade der letztgennannte Werkstoff komme nicht wie gedacht schwer und mächtig daher, sondern auch bei diesem Material beschränke sich der Künstler auf das absolut Minimalistische. „Vermeintliche Schwere wird auch hier in Filigranes und ästhetisch Reduziertes verwandelt“, erklärte Lioba Werth.

"Präsenz im Raum"

„Nur die Bescheidenheit des Küntlers, gepaart mit innerer Größe, schaffen solch anmutige Werke, die Präsenz im Raum erreichen“, hob Lioba Werth hervor.

Die Arbeiten von Jurgelucks seien schlichtweg ein Statement. Die Laudatorin fasste abschließend die Kernaussagen seiner Kunst so zusammen: Schlicht, aber niemals simpel; reduziert, aber niemals belanglos; minimalistisch, aber niemals ohne Facettenreichtum.

Die Ausstellung „Form und Linie“ ist noch bis zum 14. September in der „skulpur galerie“ in der Bierstraße 2 in Osnabrück zu sehen. Zur Ausstellung ist auch ein Katalog erschienen. Öffnungszeiten der Galerie: Mo, Di, Mi, Fr 11 bis 19 Uhr sowie Sa, So von 11 bis 16 Uhr. 


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