Tausende Arten profitieren von Wiesen Streuobstwiesen mit Bäumen der 850-Jahr-Feier in Melle in Planung

Dieses Mal sind es Streuobstwiesen anstatt Blühwiesen, die Umweltaktivist Kai Behncke in Melle anlegen will. Foto: Michael GründelDieses Mal sind es Streuobstwiesen anstatt Blühwiesen, die Umweltaktivist Kai Behncke in Melle anlegen will. Foto: Michael Gründel

Melle. 850 Bäume für 850 Jahre - mit dieser Aktion hatten das Umweltbüro, das Ehrenamtsbüro und die Initiative Tag der guten Tat auf dem Stadtfest für Aufmerksamkeit gesorgt. Da kauften selbst Meller ein Bäumchen, die gar keinen Garten besitzen, und spendeten diesen.

"Das war so eine spontane Idee mit der Baumspende", erzählt George Trenkler. Während des Stadtfestes hatte der Umweltschützer mit anderen freiwilligen Helfern fleißig Obstbäume verkauft. Apfel, Birne, Kirsche und Zwetschge waren im Angebot. Als eine Mellerin vor ihm stand und bedauerte, dass sie ja gar keinen Baum kaufen könne, weil sie keinen Garten habe, schlug er spontan eine Spende vor. An wen? Keine Ahnung. Hauptsache, möglichst viele Meller kaufen einen Baum und machen so die Stadt noch ein bisschen grüner. 

Eine gute Tat war es auf dem Stadtfest, von George Trenkler und Katja Rauer einen Obstbaum zu kaufen. Foto: Simone Grawe

Drei Streuobstwiesen in Planung

Die Frage, an wen, ist mittlerweile geklärt. Kai Behncke will drei Streuobstwiesen anlegen. Der Initiator des Blühwiesenprojekts in Melle und seine Mitstreiter planen eine Wiese in Oberholsten, eine in Buer und eine in Oldendorf in direkter Nähe zur Blühwiese am Wulberg. 36 Bäume stammen aus dem 850-Jahre-Programm, erklärt Behncke. Weitere fünf Bäume wurden von Mellern gespendet. 

"Von einer Streuobstwiese können 3000 bis 5000 Arten profitieren", erklärt der Naturschützer Sinn und Zweck der Wiesen. In Oldendorf werden die schon vorhandenen Blühwiesen durch Obstwiesen ergänzt. Dort sollen dann im Abstand von 15 bis 20 Metern verschiedene Obstbäume gepflanzt werden. Für die heimische Tier- und Pflanzenwelt holen die Umweltschützer so den maximalen Nutzen aus der Fläche. Außerdem speichert jeder Baum pro Jahr zehn Kilo CO2.

Kinder sollen mithelfen

In Oberholsten sei es eine Privatperson, die mit Hilfe der Umweltschützer eine bereits bestehende Obstwiese mit Streuobst erweitern und zusätzlich mit einer Blühwiese kombinieren möchte. Ebenso in Buer, wo eine Familie 10.000 Quadratmeter Land zur Verfügung stellt, damit dort Obstbäume gepflanzt werden können. "Beim Pflanzen der Bäume wollen wir immer möglichst viele Kinder mit einbeziehen", erklärt Kai Behnke ein weiteres Ziel der Initiative. Denn Umweltbildung kann seiner Meinung nach nicht früh genug anfangen.

Behncke freut sich außerdem über zahlreiche Anfragen aus der Meller Wirtschaft. "Es fragen viele Unternehmer an, was sie tun können und vor allem, wie sie aktiv werden können", erzählt er. Die Menschen haben begriffen, dass es viele Meller braucht, um dem Artensterben im Grönegau etwas entgegenzusetzen. 

Beziehung zum Baum aufbauen

Die meisten der 850 Bäume werden jedoch die heimischen Gärten der Meller zieren. "Die Menschen sollen ja eine Beziehung zu ihrem Baum aufbauen. Sie setzen ihn im eigenen Garten ein, pflegen ihn und essen irgendwann sein Obst", sagt George Trenkler. Damit könnten die Baumfreunde ein Gegengewicht zu den Schottergärten bilden. Zur Auswahl standen neben den vier verschiedenen Obstsorten auch zwei verschiedene Stammhöhen: den Halbstamm bis zu einer Stammhöhe von 1,80 Meter und den Hochstamm. 

Bei den Apfelbäumen hatten die Meller die Wahl zwischen Gravensteiner, Ingrid- Marie, Rote Sternrenette und Winterglockenapfel, bei der Kirsche zwischen Schneiders Späte, Valeska, Viola und Weichsel oder Morelle. Bei den Birnen gab es zur Auswahl die Gellerts Butterbirne, Gute Luise oder Williams Christbirne. Wer lieber eine Pflaume im Garten pflanzen wollte, konnte eine Bühler Frühzwetschge, Hauszwetschge oder Nancymirabelle wählen.

Die Stadt subventionierte den Kauf eines jeden Baumes mit 15 Euro. So mussten die Meller auf dem Stadtfest nur je Halbstamm sieben Euro und je Hochstamm 20 Euro bezahlen. Am 20. November können die Käufer ihre Bäume dann auf dem Gelände des Baubetriebsdienstes an der Bruchstraße abholen.


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