Drei Künstlerinnen – eine Ausstellung Melle: "Wilde Rose" zeigt weibliche Kraft in der Kunst

Eingehüllt in ein Werk Barbara Daibers auf Gaze: In der Wilden Rose stellen derzeit Barbara Daiber, Karin Devaki Bayreuther und Ursula Maria Pfund (von links) aus. Foto: Petra RopersEingehüllt in ein Werk Barbara Daibers auf Gaze: In der Wilden Rose stellen derzeit Barbara Daiber, Karin Devaki Bayreuther und Ursula Maria Pfund (von links) aus. Foto: Petra Ropers

Melle. „Facetten weiblicher Kraft“ zeigt in den kommenden Wochen eine Ausstellung im Kulturzentrum „Wilde Rose“. Gemeinsam präsentieren Barbara Daiber, Karin Devaki Bayreuther und Ursula Maria Pfund künstlerische Annäherungen an das selbstgestellte Thema.

Weibliche Kraft – interpretiert in den Bildern und ausgelebt von den Künstlerinnen selbst – hat viele Facetten. Sie zeigt sich in den lebensfrohen Farben detailreich ornamentierter Mandalas, in schattenhaft ausgearbeiteten Portraits von Frauen vergangener Generationen wie auch in der Fürsorge für die Natur durch die Verarbeitung ausschließlich recycelter Materialien. Dabei präsentieren die Künstlerinnen ganz unterschiedliche Zugänge zur Kunst und zur eigenen (Ausdrucks-)Kraft. 

Kunstvolle Innerlichkeit

Kunstvolle Innerlichkeit prägen etwa die Mandalas, die Karin Devaki Bayreuther in zumeist freier Gestaltung kreiert. „Form und wiederholende Struktur des Mandalas schenken mir Ruhe und intuitive Kraft“, verrät die Künstlerin und Yoga-Lehrerin. Das Ergebnis sind ausgewogene Kompositionen von großer Klarheit und farblicher Harmonie, die mal zurückhaltende Ruhe, dann wieder ansteckende Energie transportieren.

Den Frauen in ihrer eigenen Familie spürte Barbara Daiber nach – ein Unterfangen, das sich als nicht ganz leicht erwies. „Über die Männer ist viel geschrieben worden“, erzählte sie zur Ausstellungseröffnung. Die Frauen dagegen blieben meist im Hintergrund. In den Bildern treten sie aus dem Hintergrund hervor – mehr Ahnung als Abbild in der Bearbeitung von Fotografien durch die Künstlerin. Zu den immer wiederkehrenden Materialien zählt Moorlauge. Aufgetragen mit Kiefernnadeln, kleinen Zweigen, Pinseln schafft sie zugleich die Verbindung zu inspirierenden Werken, aus welchen eine enge Verbindung zur Natur spricht.

Verbundenheit mit der Natur

Eine ganz andere Form nimmt die Verbundenheit mit der Natur bei Ursula Maria Pfund an. Denn die heute in Berlin lebende Künstlerin arbeitet fast ausschließlich mit Recyclingmaterialien. Dazu gehören Zeitungs- und Zeitschriftenabschnitte, Verpackungsmüll, aber auch eigene, ausrangierte Werke. „Ökollage“ nennt sie das, was aus den Hinterlassenschaften der Wegwerfgesellschaft mit Farbpigmenten und Bienenwachs entsteht. „Ich möchte nicht noch mehr Ressourcen verbrauchen“, erklärt die gebürtige Gelsenkirchenerin, die während eines Aufenthaltes in Indien eine Plastikrecyclingstelle entwickelte.

In ihrer Formsprache bezieht sich Ursula Maria Pfund bewusst auf die weibliche Vulva als Symbol der Frauenkraft, verzichtet dabei jedoch auf jedwede Plumpheit, Obszönität oder Provokation. Vielmehr schärfen ihre Werke den Blick für die weiblichen Formen in der Natur, in Blüten, Früchten, Kleinstlebewesen – eben für die vielen, oft verborgenen „Facetten weiblicher Kraft“.


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