Ein Nachruf Melle trauert um Wilhelm Knigge

Von Jürgen Krämer

Wilhelm Knigge ist tot. Archivfoto: Conny RutschWilhelm Knigge ist tot. Archivfoto: Conny Rutsch

Melle. Stadtrat a. D. Wilhelm Knigge ist tot. Der weithin bekannte und geachtete Meller Bürger starb am vergangenen Sonntag nach längerem Leiden im 94. Lebensjahr.

Mit seiner Ehefrau Henni, seinen Kindern, Enkelkindern und seiner Urenkelin trauern im Grönegau zahlreiche Menschen um eine beeindruckende Persönlichkeit, die in vielen Bereichen des öffentlichen Lebens bleibende Spuren hinterließ und das Leben innerhalb der Stadt über Jahrzehnte hinweg mitprägte.

Aufrichtigkeit, Bescheidenheit, Fleiß, Geradlinigkeit und Zuverlässigkeit waren Tugenden, durch die sich der Verstorbene Zeit seines Lebens auszeichnete.

Am 2. Dezember 1925 in Laer geboren, absolvierte Wilhelm Knigge eine Verwaltungslehre bei der damaligen Stadt Melle – ein beruflicher Einstieg, welche die Grundlage für seine spätere Karriere innerhalb der Stadtverwaltung bildete. 1973 übernahm er innerhalb der Stadtverwaltung das Amt des Stadtrates und war damit zugleich 2. Stellvertretender Stadtdirektor.

 Als Wilhelm Knigge im Frühjahr 1988 in den Ruhestand trat, legte er die Hände nicht in den Schoß. Im Gegenteil: So zählte er zu den Gründungsmitgliedern des Deutsch-Amerikanischen Freundeskreises und des Kulturrings , dessen Vorstand er 26 Jahre angehörte. Außerdem war er elf Jahre lang Mitglied des Kirchenkreistages und gehörte zudem fünf Jahre lang dem Kirchenkreisvorstand an. Des Weiteren engagierte sich Wilhelm Knigge nahezu zehn Jahre lang im Vorstand des Heimatbundes Osnabrücker Land und organisierte in dieser Zeit den 78. Niedersachsentag..

 Unvergessen ist auch sein Engagement im früheren Sportverein Tura Grönenberg, für den er jahrelang als Übungsleiter tätig war. Auch sonst lag Wilhelm Knigge der Sport am Herzen. So war bis ins hohe Alter ein leidenschaftlicher Schwimmer und begeisterter Radfahrer. Und nicht ohne einen gewissen Stolz wies er bisweilen darauf hin, dass er bis zum Jahre 2005 nicht weniger als 37. Mal das Deutsche Sportabzeichen abgelegt hatte.

Wilhelm Knigge genoss auch als Autor einen ausgezeichneten Ruf. So verfasste er die Bücher „Meller Geschichte“ und „Neues Leben auf dem Erlenhof“. Überdies schrieb er Beiträge für das Heimat-Jahrbuch Osnabrücker Land, für das Meller Jahrbuch „Der Grönegau“, für das Buch „Melle(r) in der Neuen Welt“ sowie für Festschriften und Chroniken, die anlässlich verschiedener Jubiläen herausgegeben wurden. Ein hohes Maß an Beachtung fanden zudem seine Texte, die er über viele Jahre hinweg als freischaffender Autor des „Meller Kreisblatts“ für die Rubrik „Aus alten Zeitungsbänden“ zu Papier brachte. Wenn es um die Geschichte der Stadt gingt war Wilhelm Knigge der richtige Ansprechpartner. Er war das Gedächtnis von Melle.

Sein Engagement fand öffentliche Anerkennung. So war er unter anderem Träger der Deutschen Feuerwehr-Ehrenmedaille, Inhaber der Ehrenmedaille der Stadt Melle, Träger des Heimatpreises des Heimatbundes Osnabrücker Land und des Kreisheimatbundes Bersenbrück sowie Ehrenmitglied des Deutsch-Amerikanischen Freundeskreises.

Wilhelm Knigge wird morgen auf dem Friedhof in Melle Mitte zur letzten Ruhe gebettet. Die Trauerfeier beginnt am Freitag (2.8.) um 13.30 Uhr in der Friedhofskapelle.


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