Antrag im Landtag soll im September beraten werden Gerda Hövel will Druck auf Amprion zur Erdverkabelung erhöhen

Wird die geplante 380 kV-Leitung als Erdkabel verlegt? Hier ein Blick vom Beutling in Richtung Siedlung Placke und Ortskern Wellingholzhausen. Foto: Jörn MartensWird die geplante 380 kV-Leitung als Erdkabel verlegt? Hier ein Blick vom Beutling in Richtung Siedlung Placke und Ortskern Wellingholzhausen. Foto: Jörn Martens

Melle. Beim Ausbau der 380-kV-Höchstspannungsleitung will die Meller Landtagsabgeordnete Gerda Hövel den Druck auf Netzbetreiber Amprion dahingehend erhöhen, dass die geplante Leitung unter die Erde gelegt wird. Über einen entsprechenden Antrag soll der Landtag im September beraten. Unterstützt die CDU-Abgeordnete dabei von Frank Henning (SPD).

"Es muss mehr Druck auf politischer Ebene aufgebaut werden. Dass auch die SPD die Erdverkabelung klar befürwortet, freut mich sehr", erklärt Gerda Hövel mit Verweis auf eine Äußerung ihres SPD-Landtagskollegen Frank Henning. Dieser hatte die Erdverkabelung bei der geplanten 380-kV-Hochspannungsleitung in Lüstringen und Darum mit deutlichen Worten unterstützt: „Damit herrscht Einigkeit unter den Koalitionsparteien“, betont Gerda Hövel, die die Bürgerinitiativen bei ihrem Engagement für das Erdkabel seit Jahren unterstützt.

Wenn nicht hier, wo dann?

Mit dem Energieleitungsausbaugesetz (Enlag) hat der Bund eigens ein Instrument zur Erdverkabelung geschaffen, wobei die Trasse von Wehrendorf nach Lüstringen als Pilotstrecke deklariert ist: "Wenn das Erdkabel nicht hier verlegt wird, wo dann?" fragte die CDU-Abgeordnete in einem Gespräch mit unserer Redaktion.

Gemeinsam mit dem umweltpolitischen Sprecher der CDU-Fraktion, Martin Bäumer, und weiteren CDU-Abgeordneten macht sich die Mellerin für einen Antrag stark gemacht, der innovative Verlegetechniken unterstützt: „Paradebeispiel ist das vom niedersächsischen Unternehmen AGS entwickelte Verfahren“, unterstreicht Gerda Hövel. Die AGS-Technik ist wesentlich umwelt- und bodenschonender als herkömmliche Verfahren zur Erdverkabelung, da die Stromtrassen in einem mit Wasser gefüllten Leerrohr verlegt werden. Der Antrag ist aber technologieoffen und soll weitere Innovationen zur Erdverkabelung auch finanziell fördern.

Auf Erdkabel pochen

Im Kern sieht der Entwurf des Antrages vor, die für die Planfeststellung zuständigen Landesbehörden zu verpflichten, auf den Einsatz neuster Technik bei der Erdverkabelung zu pochen. Damit will die CDU die Blockadehaltung von Netzbetreibern wie Amprion brechen: „Da müssen wir unsere Erwartungen erheblich deutlicher formulieren! Es kann nicht sein, dass seit vielen Jahren ein innovatives Verfahren zur Erdverka-belung existiert, dieses aber in der Praxis nicht zum Einsatz kommt“, moniert Hövel. Die Wahrscheinlichkeit sei hoch, dass das AGS-Verfahren bald erstmals in Mecklenburg-Vorpommern eingesetzt wird. Dies sei in der Sache gut aber „kein Ruhmesblatt für Niedersachsen“, beklagt Gerda Hövel.

Wir sind startklar

Mit Blick auf die Äußerung von Frank Henning, der sich ebenfalls für eine Erdverkabelung einsetzt, hofft Gerda Hövel, dass nun Bewegung in dieses äußerst wichtige Thema kommt: „Wir sind startklar und können mit dem Antrag sofort in das parlamentarische Verfahren einsteigen. Ich hoffe, dass über diesen wichtigen Antrag im September im Plenum beraten wird“, äußert sich Gerda Hövel.

Wichtig sei es, Kräfte zu bündeln und weiter Druck aufzubauen: "Bund und Land müssen das Erkabel einfordern. Es gibt kein Argument, das Erdkabel nicht zu verlegen", unterstreicht Gerda Hövel. 


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