Neue Bolzplatz-Serie Jannis Hilker und Finn Langelage testen in Gesmold

Unsere Bolzplatz-Tester in Gesmold: Jannis Hilker (rechts) und Finn Langelage. Foto: Heike DierksUnsere Bolzplatz-Tester in Gesmold: Jannis Hilker (rechts) und Finn Langelage. Foto: Heike Dierks

Gesmold. Sommerzeit ist Bolzplatz-Zeit. Wo lässt es sich in Melle gut kicken? In einer neuen kleinen Serie werden in den kommenden Wochen junge Fußballer verschiedene Bolzplätze in den Stadtteilen testen und bewerten. Den Anfang machen Jannis Hilker und Finn Langelage (beide 11) aus Gesmold.

Die Freunde nehmen sich den recht offen angelegten „Bolzer“ am Spielplatz in der Gesmolder Siedlung Broxterheide vor. Schon aus praktischen Erwägungen. Denn die Jungs wohnen in der Nachbarschaft, der Garten der Langelages grenzt sogar direkt an das Areal. Die Lage des Platzes könnte für sie also besser nicht sein. Jannis und Finn treffen sich zwar auch häufig auf dem perfekt bespielbaren Kunstrasenplatz ihres Vereins Viktoria Gesmold, bei dem sie nach den Sommerferien zusammen in der D-Jugend spielen werden. Doch wenn der Bolzplatz mit seinen natürlichen kleinen Macken frisch gemäht ist, geht es dorthin. 

Kinder bewerten Bolzplatz Broxterheide 

Der Platz macht auf den Beobachter einen guten Gesamteindruck. Er ist relativ eben, es gibt nur wenige kahle Stellen und ein paar Dellen. Derzeit sei der Platz recht gut gemäht und daher auch zufriedenstellend bespielbar, befinden die Jungs, manchmal bleibe der Rasenschnitt allerdings liegen. Umgrenzt wird das weitläufige Areal von Büschen und Bäumen. Hinter dem einen Tor führt ein kleiner Bach vor dem angrenzenden Feld her. Das Gewässer stelle kein Problem dar. Auf der einen Längsseite schließen sich in einem offenen Übergang Spielplatz und Grillstelle an. Hinter dem anderen Tor beginnen Gärten. Die Größe des Platzes sei genau passend. 

Weitläufig und zu Beginn des Sommers noch saftig grün: Der Bolzplatz in der Gesmolder Siedlung Broxterheide. Foto: Heike Dierks

Die beiden Tore aus Metall mit massivem Gitter als Netzersatz machen einen soliden Eindruck und sind nur etwas kleiner als die offiziellen Jugendtore. Die Gehäuse seien für einen Bolzplatz hervorragend, meint Finns Vater Tobias Langelage. Doch sein Sohn sieht das etwas anders: Als gelernter Torwart steht er auch beim Freizeitkick an der Broxterheide zwischen den Pfosten und ist leidgeplagt, denn die im Tor versenkten Bälle prallen vom Metallgitter hart gegen seinen Körper.

Erst auf den zweiten Blick sichtbar: Auch an der Broxterheide gibt es die weit verbreiteten Bolzplatz-Problemchen mit kahlen Stellen und hohem Gras. Foto: Heike Dierks

Der Platz ist einmal im Jahr die Bühne für das große Fußball-Duell der Erwachsenen gegen die Kinder der Nachbarschaften Broxterheide, Binsenweg und Loheide. Am 24. August ist es wieder so weit. Dann rücken zunächst die Eltern mit Rasenmäher, Hacke und Schaufel an und bringen das Gelände in Schuss. Danach wird gegrillt – und gespielt. „Das letzte Mal haben wir Kinder gewonnen“, meint Finn Langelage. Vater Tobias, der bei der Viktoria wie auch Jannis’ Papa Fußballtrainer ist, ist sich nicht ganz sicher. „Doch! Wir haben die zweite Halbzeit gefordert, aber die habt ihr verweigert, weil ihr platt wart“, führt der Sohn aus.

Wenn sich im Alltag keine Mitspieler finden, kicken Finn und Jannis zu zweit, berichten sie und schnüren sich die Sportschuhe. Dass Finn Torwart ist, erweist sich auf dem Bolzplatz immer wieder und gerade in der Zweierkombination als Segen: Dann schießt ihm Jannis einfach aufs Tor. Manchmal kommen auch andere dazu. Wie zum Beispiel Artur. Der ist etwas älter und hat es drauf. „Der schießt wie Cristiano Ronaldo. Da möchte ich nicht im Tor stehen“, sagt Torwart Finn mit Respekt vor Arturs Schusshärte.

Fast überall beim Nachwuchs beliebt: Ball hochhalten. Foto: Heike Dierks

Ein beliebtes Spiel ist das Hochhalten des Balles – mit dem Fuß, versteht sich. Der Ball darf beim Spiel „MUFF“ einmal auf dem Boden aufkommen oder wird direkt zum Partner gespielt. Macht jemand dabei einen Fehler, bekommt er einen Buchstaben aus dem Spielnamen. Sind alle vier Buchstaben verballert, gibt es eine Bestrafung: Der Verlierer stellt sich umgedreht ins Tor und wird bis maximal Po-Höhe abgeschossen. Wenn der Gewinner allerdings zu hoch zielt, wird er zum Verlierer und darf dreimal abgeschossen werden, berichten die Jungs lachend von ihrem Modus.

Beim Spiel „Hoch hinein“ brauchen die bisherigen Fünftklässler der IGS Melle einen dritten Mitspieler. Finns Bruder Mathis (13), der ebenfalls bei der Viktoria spielt, kommt dazu. Der Torwart hat sechs „Leben“, die Feldspieler je fünf. Die Feldspieler spielen sich den Ball hoch zu. Dann muss der Ball volley aufs Tor kommen. „Und Kopf geht immer“, bekräftigt das Trio. Der Torwart kann eingreifen und den Torabschluss der Feldspieler verhindern. Wer einen Fehler macht, bekommt ein Leben abgezogen. Zum Schluss winkt dem Verlierer wieder die übliche Prozedur.

Extratraining am Kickback Rebounder: Jannis (rechts) wirft den Ball gegen das Trampolin, Torwart Finn muss fangen. Foto: Heike Dierks

Gelegentlich gibt es für Finn auch ein extra Torwarttraining: Die IGS-Schüler haben einen sogenannten Kickback Rebounder, der wie ein aufgestelltes Trampolin aussieht. Jannis wirft den Ball schwungvoll gegen das Trampolin. Das Leder kommt umso schneller aus dem Netz zurück, Finn muss es fangen.

Man lerne auch auf dem Bolzplatz sehr viel, sind sich die Freunde einig. „Beides macht Spaß“, sehen sie die Bolzerei als gute Ergänzung zum Vereinstraining. Jannis schießt Finn jetzt noch ein paar Bälle aufs Tor, damit der Nachwuchs fürs nächste Bolzplatz-Gipfeltreffen zwischen Klein und Groß gerüstet ist.


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