Diskussion über den Film "Der schwarze Obelisk" Filmschaffende aus Melle gestalten die Plattenkiste

Plauderei in der Plattenkiste: Michael Thürnau, Lina Hornstein, Annelie Möller und Mark Brian Mathew). 

Plauderei in der NDR 1 Plattenkiste: Michael Thürnau im Gespräch mit Lina Hornstein, Annelie Möller und Mark Brian Mathew (von links). Foto: NDR 1 NiedersachsenPlauderei in der Plattenkiste: Michael Thürnau, Lina Hornstein, Annelie Möller und Mark Brian Mathew). Plauderei in der NDR 1 Plattenkiste: Michael Thürnau im Gespräch mit Lina Hornstein, Annelie Möller und Mark Brian Mathew (von links). Foto: NDR 1 Niedersachsen
NDR 1 Niedersachsen

Melle. Viel zu erzählen gab es in der Sendung „Plattenkiste“ bei NDR 1 Niedersachsen. Lina Hornstein, Annelie Möller und Mark Brian Mathew unterhielten sich jetzt mit Moderator Michael Thürnau über die Arbeit der Filmcrew zu "Der schwarze Obelisk".

Der Roman "Der schwarze Obelisk" von Erich Maria Remarque spielt 1923 zu Zeiten der Hyperinflation nach dem Ersten Weltkrieg. Die durch den Krieg verlorene Jugend hat einen wichtigen Anteil dieser Geschichte, betont Regisseur Mark Mathew, der eigentlich in einer Sparkasse arbeitet und ursprünglich aus London kommt. Es passiert viel: Drama, Heiteres, Ironie und Satire. 

120 Schauspieler

Mehr als 120 Schauspieler und Komparsen machten mit beim Dreh, der sich über ein Jahr hinzog. Der Aufwand für einen solchen Film ist groß. Aber schon sein erstes Filmprojekt vor drei Jahren machte Mark Mathew großen Spaß, und die Crew wollte unbedingt weitermachen. Denn der Erfolg auch außerhalb von Osnabrück, etwa in England und den USA, war groß. Etwas über Remarque zu machen, besah er zunächst skeptisch. Von vielen Befragten, ob sie das Buch kennen, hob nur einer die Hand. Inzwischen sind es weitaus mehr. Sie sind alle Amateure, doch in der Gruppe ist ein Zauber entstanden, schwärmt Mark Mathew. Im Moment sitzen die Macher im Schnitt, die vielen dokumentarischen und spielerischen Szenen werden kombiniert, Sprecher-Töne kommen dazu, vielleicht muss auch noch nachgedreht oder nachvertont werden. Für die Filmpremiere ist November angepeilt.

Kleider, Hüte, Capes

Für die Requisite ist Lina Hornstein zuständig. Eigentlich arbeitet sie in der Universität, aber ihre Kinder hatten schon beim ersten Film "Flucht 1937" mitgemacht. Nun stieg auch sie ein, zunächst mit einer Rolle als Mutter. Outfit und Kleidung der 20-er und 50-er Jahren waren für sie relevant, denn ihr lag daran, dass es authentisch aussieht im Film. Nach dem Lesen des Buches informierte sie sich also gründlich. Kleider, Hüte, Capes und Schuhe mussten entsprechend beschafft werden. Von anfänglich einigen Wenigen kam es schnell zu 80 Leuten, die ausgestattet werden mussten: Für Stadtszenen, auch Szenen an der Eisenbahn und im Bordell - für Schauspieler vom kleinen Kind bis zum 80-Jährigen. Alle lernten über ihre WhatsAppGruppen, was wichtig war, auch wenn sie sich teilweise mühsam in diese Technik einarbeiten mussten. Das alles passiert natürlich ehrenamtlich, und alle waren mit großer Freude und Interesse dabei.

Statisten für Bordellszene

Als Komparsin hatte Annelie Möller zwei Rollen zu spielen. Über einen Zeitungsartikel "Statisten für Bordellszene gesucht" kam sie dazu. Sie hatte keine Bedenken, sich zu melden, zumal sie annahm, allenfalls für zwei Sekunden im Bild zu sein, irgendwo im Hintergrund. Es gefiel ihr großartig, in einem aufgeschlossenen und begeisterten Team dabei zu sein. In einem "kalten Gemäuer" wurde im März gedreht, erinnert sie sich amüsiert - und beim Warten auf den eigenen Auftritt in der historischen Kleidung war es dann auch etwas "frisch", aber sie genoss es dennoch und beobachtete das Umfeld und Geschehen am Drehort mit Interesse. Sie kannte aus der Schulzeit "Im Westen nichts Neues" von Erich Maria Remarque und hatte immer wieder auch danach Berührungspunkte mit Remarque. Sich mit Neuem auszuprobieren, ist ihr wichtig, und auch das Kreative gefiel ihr besonders gut, da es im Gegensatz zu ihrem normalen Berufsalltag steht.

Musik von "Los Elegantos"

Das Team hat sich durch Absprachen gefunden - insgesamt 382 Mitarbeiter. Alle machen mit - mit viel Herzblut, beispielsweise acht Kameraleute, zwei Damen für die Frisuren und viele mehr. Für die Filmmusik wurde die Gruppe "Los Elegantos" engagiert, die sofort mitmachten und ebenfalls ehrenamtlich auftraten. Mark Mathew ist begeistert, wie sich sehr alle einsetzen und ihre Freizeit in das Projekt einbringen. Ideen für Fortsetzungen gibt es im Moment noch nicht. Doch das Thema bleibt auch den Mitmachern erhalten: Zum 50. Todestag von Remarque im kommenden Jahr wird in Osnabrück einiges passieren. Und da sind sicher viele wieder dabei, wenn es an öffentliche Diskussionen und Projekte in der Stadt geht.

Zur Sache

Die Plattenkiste
Von Montag bis Freitag heißt es zwischen 12 und 13 Uhr bei NDR 1 Niedersachsen „Die Plattenkiste – Hörer machen ein Musikprogramm“. Die Sendung wird komplett von den Gästen gestaltet. In der Sendung können sich Vereine, Clubs, Organisationen vorstellen, egal ob Chor, Surfclub, Theater- oder Selbsthilfe-Gruppe. Informationen zur Bewerbung unter www.ndr1niedersachsen.de.



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