850 Jahre Melle Die Meilensteine der Meller Stadtgeschichte

Von Uwe Plaß

Die Silhuoette der beiden Meller prägt das Stadtbild. Archivfoto: Bernd SchröterDie Silhuoette der beiden Meller prägt das Stadtbild. Archivfoto: Bernd Schröter

Melle. Aus dem Jahr 1169 stammt die älteste erhaltene urkundliche Überlieferung des Namens Melle (menele). Ein guter Grund ein Jubiläum zu feiern. Es ist allerdings ein eher zufälliges Datum. In der langen Geschichte Melles gab es deutlich bedeutendere Jahreszahlen. Hier eine kleine Aufstellung.

Um 800 wurde die erste Kirche auf dem Kohlbrink errichtet. Gemeinsam mit dem Meierhof bildete sie die Keimzelle der heutigen Stadt. Die ältesten Teile der heutigen St. Matthäus-Kirche stammen mutmaßlich aus dem Jahr 1213. 

Im heutigen Grönenbergpark wurde um 1250 die Landesburg Grönenberg errichtet, um die Südostgrenze des Fürstentums Osnabrück gegen die Grafschaft Ravensberg zu verteidigen. 

Ein wirklich bedeutendes Datum war das Jahr 1443. Melle wurden vom Osnabrücker Bischof die Rechte eines Wigbolds verliehen, was einer Stadtrechtsverleihung schon sehr nah kam. Nach dem Westfälischen Frieden wurde 1651/52 in Melle die erste lutherische Kirche gebaut. Auch dieser Bau ging wie ein Großteil der Stadt im großen Stadtbrand von 1720 unter. Diese Katastrophe prägt das Meller Stadtbild bis heute. 

1724 wurde die heutige St. Petri-Kirche fertiggestellt. Die klassische Meller Silhouette mit den zwei Türmen gründet darin. Auch die Industrialisierung zog im 19. Jahrhundert in Melle ein. Einen großen Anteil daran hatte die Eisenbahn, was man an den schönen alten Fabrikgebäuden am Bahnhof sehen kann. 

In Melle kam 1855 der erste Zug an. Kurioserweise nahm auch der Kurbetrieb in dieser Zeit seinen Anfang. 1877 wurde die erste Solequelle erschlossen. Melle wurde Kurort und blieb dies für viele Jahre. 

1885 wurde aus dem bis dahin bestehenden Amt Grönenberg der Kreis Melle gebildet. 1910 wurde das heutige Rathaus eingeweiht. Es handelt sich dabei mindestens um das vierte Rathaus. Für die Entwicklung der Stadt Melle waren auch mehrere Gebietsreformen entscheidend. 1929 konnten nach langjährigen Bemühungen große Teile Bakums mit dem Bahnhof sowie kleinere Teile von Altenmelle und Drantum eingemeindet werden.

1970 und 1972 wurde in zwei Schritten aus den Gemeinden des Kreises Melle die heutige Stadt Melle. Seit jeher profitierte Melle von seiner Verkehrsanbindung. Was im 19. Jahrhundert die Eisenbahn war ist heute die Autobahn. Die Bundesautobahn 30, die Melle durchschneidet, wurde in mehreren Abschnitten für den Verkehr freigegeben – in Melle während der 1960er und 1970er Jahre.


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