Gewichtiges Instrument ganz leicht Euregio-Abschlusskonzert in Melle mit furioser Tuba

Die Junge Philharmonie Osnabrück begeisterte mit außergewöhnlichen Werken beim Abschlusskonzert des Euregio Musik Festivals im Solarlux-Forum. Foto: Petra RopersDie Junge Philharmonie Osnabrück begeisterte mit außergewöhnlichen Werken beim Abschlusskonzert des Euregio Musik Festivals im Solarlux-Forum. Foto: Petra Ropers

Melle. Mit einem furiosen Finale endete am Sonntag das 24. Euregio Musik Festival: Im Foyer des Solarlux Campus begeisterte die Junge Philharmonie Osnabrück mit Virtuosität und einer außergewöhnlichen Musikauswahl.

Initiiert von dem Osnabrücker Timo Maschmann präsentiert das Festival seit 2009 junge Spitzenmusiker mit kontrastreichen Programmen an ungewöhnlichen Orten. Ihren Abschluss fand die Konzertreihe nun zum dritten Mal bei Solarlux. Als Gastgeber begrüßte Stefan Holtgreife dazu ein Ensemble, das talentierte Schüler, Studierende, ambitionierte Amateure und Profis in der Leidenschaft für anspruchsvolle Musik verbindet. 

Und diese Leidenschaft steckt an: Unter der Leitung von Christopher Wasmuth riss die Junge Philharmonie ihr Publikum mit Werken von Leonard Bernstein, Ralph Vaughan Williams und Edward Elgar zu anhaltendem Beifall hin. 

Stargast brilliert

Als Stargast des späten Nachmittags brillierte die junge Tubistin Viktoria Krumme. Zuvor aber ließ die Philharmonie aufmerken mit Bernsteins „Three Dance Episodes from the town“. Wie eine vorsichtige Annäherung gestalteten die jungen Musiker dabei den Mittelsatz – mit einsam träumenden Bläsern über zarten Streicherklängen, mit einem eindringlichen Crescendo und einem gefühlvoll schwelgenden Miteinander, um dann erneut in stille Melancholie abzusinken. 

Mal spannungsgeladen, mal so quicklebendig wie ein übermütiger Charleston kontrastierten die Ecksätze, bevor sich die Suite mit einem dramatisch anmutenden Finale verabschiedete.

Als Solistin verlieh Viktoria Krumme der Tuba mit fesselnder Virtuosität eine erstaunliche Leichtigkeit. Foto: Petra Ropers


Für einen Tubisten des London Symphony Orchestra schrieb Ralph Vaughan Williams 1954 sein Konzert für Tuba und Orchester in f-Moll. Mit diesem zunächst wenig positiv aufgenommenen Werk rückte der Komponist die Tuba aus ihrer Funktion als bloßes Begleitinstrument heraus in den Mittelpunkt. 

Im Solarlux-Foyer fesselte als Solistin Viktoria Krumme mit einer ausdrucksvollen Virtuosität, die dem gewichtigen Instrument eine erstaunliche Leichtigkeit verlieh. Da eilten atemberaubende Läufe bis in die Extremlagen hinauf und hinunter, faszinierten heiter bewegte Triolen und spannungsvoll vorwärtsdrängende Dynamik.

Hochverdienter Beifall

Doch die Tuba zeigte sich auch von ihrer lieblichen Seite: Mit weich fließender Melodiösität empfahl sie sich über dem Klangteppich des Orchesters im romantischen Mittelsatz. Musikalische Rätsel rundeten das Euregio-Konzert ab: Die berühmten Enigma-Variationen von Edward Elgar stellten – nicht zuletzt dank der Einführung durch Christopher Wasmuth – die in ihnen verklausulierten Charaktere mit musikalischer Vielgestaltigkeit fast bildhaft vor Augen. 

Der lang anhaltende Beifall war hochverdient. Und er galt einem jungen Orchester, dessen Begeisterung für die Musik seiner Ausdruckskraft und Virtuosität in keiner Weise nachsteht.


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