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Ortsrat denkt über dritten Förderantrag nach Was wird aus der Oldendorfer Sägemühle? Bürger sollen mitentscheiden

Den Zustand, der vor dem Brand herrschte, soll die Stadt in der Sägemühle herstellen. Foto: Christina WiesmannDen Zustand, der vor dem Brand herrschte, soll die Stadt in der Sägemühle herstellen. Foto: Christina Wiesmann
Christina Wiesmann

Melle. Am 15. Juni ist das Singen an der Sägemühle in Oldendorf geplant. Bis dahin wird der Ist-Zustand des Gebäudes wie vor dem Brand vor fast zwei Jahren wieder hergestellt sein. Der Ortsrat ist darüber erfreut.

"Die Elektrik ist soweit eingebracht, die Leitungen sind gezogen, und die Steckdosen sind vorhanden," berichtete Ortsbürgermeisterin Karin Kattner-Tschorn während der jüngsten Sitzung des Ortsrates über den Fortschritt der Arbeiten durch die Stadt.

Schon viel geschafft

"Es ist wirklich löblich, was in den vergangenen Wochen geschafft worden ist", pflichtete Anja Lange-Huber (CDU): "Unsere Forderung, das Gebäude in den Urzustand zu setzen, wie er vor dem Brand existiert hat, scheint ja bis zum Singen in der Sägemühle umgesetzt zu sein", freute sich die Sprecherin des Arbeitskreises Dorfgemeinschaft, nachdem sich dessen Mitglieder ein Bild vor Ort gemacht hatten. Einmal mehr regte sie an, dass der Veranstaltungsort nahe Freibad und Feuerwehrhaus durch privates Engagement auf Vordermann gebracht werden könnte: "Küche, Toiletten oder Heizung könnten durch Privatleute wieder hergestellt werden", meinte Anja Lange-Huber, die anregte, das Thema während der Oldendorfer Bürgerversammlung am 14. Juni ab 18 Uhr im Reiterwaldstadion zur Sprache zu bringen.

Erneut ein Antrag?

Lebhaft diskutierte der Ortsrat in diesem Zusammenhang die Frage, ob der Förderantrag im Rahmen des ile-Projektes – ile steht für integriertes ländliches Entwicklungskonzept – nochmals gestellt werden soll. Wie berichtet, hatte das Amt für regionale Landesentwicklung in Osnabrück den Antrag auf Sanierung der Sägemühle abgelehnt, und zwar bereits zweimal. Der Antrag war nicht an der Qualität gescheitert, sondern das lag vielmehr daran, dass in den ersten Jahren der Förderperiode überproportional viel Geld ausgegeben worden war und der Topf nunmehr entsprechend schwach gefüllt ist.

Stadtbaurat Holger Clodius berichtete, dass das Projekt Sanierung der Sägemühle nach wie vor auf der Prioritätenliste der Stadt auftaucht, dort allerdings weit unten. Konsequenz: Das Vorhaben würde aller Wahrscheinlich nach erst in fünf Jahren umgesetzt. Im städtischen Haushalt ist die Maßnahme derzeit nicht abgebildet: "Würde das Projekt von der ile gefördert, würde es auf der Prioritätenliste weit nach oben katapultiert", erklärte Holger Clodius.

Eigenleistung?

Gleichwohl wäre zu prüfen, inwieweit private Initiativen das Projekt voranbringen könnten: "Das Gebäude ist nicht beheizt, mithin nicht im Winter nutzbar. Das ist kein Standard, sondern ein Rohbauzustand. Die Frage ist, was kann als Eigenleistung geboten werden?", fragte der Stadtbaurat.

Ile-Antrag oder privates Engagement? Der Ortsrat sah es als problematisch an, zweigleisig zu fahren. Denn: würde der Förderantrag ein drittes Mal abgelehnt, würde man ein Jahr Zeit verlieren. Kontraproduktiv sei es auf der anderen Seite, Geld- und Sachspenden einzuwerben bei gleichzeitiger Bewilligung des Antrags.

Frist endet am 15. September

Was ist zu tun? Binnen der nächsten Woche möchte der Ortsrat bei der Stadt abklären, ob Sachspenden, wie zum Beispiel die Küche, eingeworben werden können. Über das weitere Vorgehen soll während der Bürgerversammlung beraten und das Meinungsbild abgewartet werden. Die Antragsfrist verstreicht am 15. September. Bis dahin wird der Ortsrat erneut tagen, um dann zu entscheiden, ob der Förderantrag zum dritten Mal gestellt werden soll.


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