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Mit Wetterkunde, Seerecht und Navigation VHS-Kurs „Sportbootführerschein See“ in Melle voll ausgebucht

Das Binden von Knoten zeigt Kursleiter Jürgen Kiewitt (rechts) dem Führerschein-Aspiranten Jörn Przesang. Foto: Norbert WiegandDas Binden von Knoten zeigt Kursleiter Jürgen Kiewitt (rechts) dem Führerschein-Aspiranten Jörn Przesang. Foto: Norbert Wiegand

Melle. Elf Männer und drei Frauen bereiten sich derzeit in einem neuen VHS-Kurs in Melle auf die Führerschein-Prüfung vor. In den sechs zweieinhalbstündigen Unterrichtseinheiten geht es allerdings nicht um die Fahrerlaubnis für Autos, sondern um den Erwerb des amtlichen Führerscheins für Sportboote.

„Ich darf mit meinem Sportbootführerschein für Binnengewässer die Ems flussabwärts nur bis Papenburg befahren und auf der Elbe ist für mich in Hamburg Schluss“, so begründet Jörn Przesang seine Teilnahme am neuen Kursangebot. 

Touren am Mittelmeer

Wenn er nach dem Kurs die Prüfung auf dem Mittelland-Kanal in Bad Essen absolviert hat, dann stehen ihm endlich die küstennahen Gewässer der Nordsee mit den Inseln zur Verfügung. „Ich kann dann auch Bootstouren innerhalb der Drei-Seemeilen-Zone an Küsten des Mittelmeeres machen“, ergänzt Przesang. 

Noch gar keinen Boot-Führerschein hat Kursteilnehmer Gero Malguth. Er hat trotzdem schon in Holland Bootserfahrungen auf sicheren Gewässern gesammelt, für die Führerscheine nicht zwingend erforderlich sind. „Aber schon auf diesen kleinen Kanälen habe ich festgestellt, dass einige Fachkenntnisse doch sehr hilfreich wären, damit man nicht so blind fährt“, erklärt Malguth. 

Das Navigieren und Peilen gehört zu den wesentlichen Fachkenntnissen, die sich Gero Malguth im Kurs „Sportbootführerschein See“ aneignen will. Foto: Norbert Wiegand


Deshalb will er sich jetzt mehr Fachwissen aneignen und die Berechtigung für Küstenreviere erwerben. Danach strebt er noch den Sportbootführerschein für Binnengewässer an, mit dem er auf der Mosel oder der Elbe schippern dürfte. 

Der Theorie-Unterricht in Melle ermöglicht den Teilnehmern, am Ende an der theoretischen Prüfung durch den amtlichen Prüfungsausschuss teilzunehmen. Die Praxisausbildung kann parallel auf dem Mittellandkanal absolviert oder im Anschluss an den Kurs organisiert werden. Aber auch der Theorie-Unterricht in Melle hat durchaus praxisnahe Elemente. So wird etwa das Binden von Knoten geübt, auch als Hausaufgabe. In der aktuellen Unterrichtsstunde ging es unter Anleitung von Kursleiter Jürgen Kiewitt um den „Palstek“, einen Knoten, der sich nicht zusammenzieht.

Umgang mit Navigationsbesteck 

Der Umgang mit Navigationsbesteck und -geräten gehört ebenfalls zu den Unterrichtsinhalten, die auf die Prüfung „Sportbootführerschein See“ vorbereiten. Kiewitt macht anhand von Seekarten klar, dass auch bei präziser Navigation der theoretisch berechnete Standort meist nicht ganz der realen Position des Bootes entspricht. Wind und Strömungen könnten einfach nicht fehlerfrei in die Berechnungen eingeschlossen werden. Deshalb sei das gelegentliche „Peilen“ anhand von Peilmarken - wie Leuchttürmen, Kirchen oder anderen hervorstechenden Gebäuden - immer wichtig.

Neben Wetterkunde spielt im Unterricht auch das Seerecht eine bedeutende Rolle. „Denn in den verschiedenen Ländern müssen teilweise ganz unterschiedliche Bestimmungen beachtet werden“, erläutert der Kursleiter.

„Nach einigen Jahren Pause war unser Kurs 'Sportbootführerschein' in diesem Semester mit 15 Anmeldungen sofort wieder ausgebucht“, freut sich Sylke Witte, Leiterin der VHS-Außenstelle Melle, über die große Nachfrage. Im nächsten Semester solle der Kurs erneut angeboten werden, kündigte VHS-Mitarbeiterin Johanna Niedernüfemann an.


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